Orchis purpurea - Neufund für die Steiermark!

= Blütenpflanzen
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Norbert Griebl
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Orchis purpurea - Neufund für die Steiermark!

Beitragvon Norbert Griebl » Samstag 6. Juni 2020, 19:59

Liebes Forum,
heute waren wir, Christa, Albert und ich auf den Spuren von Helmut Melzer im Bretsteingraben bei Möderbrugg in den Wölzer Tauern, Steiermark, um die von ihm dort gefundenen großen Frauenschuhbestände zu suchen. Zu unserer großen Freude haben wir nicht nur die großen Frauenschuhbestände finden können, die Melzer für hier vor vielen Jahren vage ohne nähere Bezugspunkte mit "Bretsteingraben" beschrieben hat, sondern auch das meines Wissens erste Purpur-Knabenkraut in der Steiermark. Jedenfalls kenne ich keine Literatur mit einer Angabe für die Steiermark. Die Pflanzen (2 Stück in Vollblüte) wuchsen hier in einem Steilhang auf ca. 1350 m Seehöhe! in unmittelbarer Nachbarschaft von schönen Frauenschuh-Stöcken. Die Seehöhe übersteigt damit um etwa 500 Höhenmeter den bisher höchsten bekannten Fundort der Art in Österreich, nämlich in Kärnten bei Bad Eisenkappel auf ca. 850 m Seehöhe.
Auf die Frage, wie die Pflanze hierher und in diese große Höhe gekommen ist, habe ich eine Möglichkeit recherchiert: Am 8. und 9. November 2002 fegte ein Föhnsturm über den Bretsteingraben, der auf große Flächen die Bäume entwurzelte und brach, so auch auf dieser Fläche vom Großgrundbesitzer Georg Neuper aus Zeiring. Wahrscheinlich sind für die danach notwendigen Forstarbeiten auch Forstarbeiter aus südlichen Ländern wie Slowenien oder Kroatien zum Einsatz gekommen, die vielleicht unbewusst Samen des Purpur-Knabenkrautes auf z.B. den Schuhsohlen hatten und so die Pflanze ins Gebiet brachten. Zeitlich, etwa 17 Jahre nach dem Sturm, würde es etwa passen. Eine ähnliche Erklärung vermutet auch Michael Perko für die Orchis purpurea-Vorkommen in Kärnten.
LG Norbert
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Jürgen Baldinger
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Re: Orchis purpurea - Neufund für die Steiermark!

Beitragvon Jürgen Baldinger » Samstag 6. Juni 2020, 22:39

Hallo Norbert,

Orchideenpracht pur. Könntest Du
Zeitlich, etwa 17 Jahre nach dem Sturm, würde es etwa passen.
näher ausführen?
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"

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Norbert Griebl
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Re: Orchis purpurea - Neufund für die Steiermark!

Beitragvon Norbert Griebl » Sonntag 7. Juni 2020, 10:22

Nun, 2002 war im Bretsteingraben der starke Föhnsturm, zwei Nächte lang, dem viele Wälder zum Opfer gefallen sind (man sieht die vielen Aufforstungsflächen im Hintergrund des unten angehängten Bildes). 2003 gab es dann zu allem Übel auf dem "Frauenschuhhang" mit dem Purpur-Knabenkraut auch noch einen Waldbrand. Vielleicht haben sich aber auch deshalb die Orchideen so gut entwickelt. Jedenfalls glaube ich, dass die nächsten 3 Jahre die Aufräumarbeiten stattgefunden haben, infolge denen vermutlich das Purpur-Knabenkraut unabsichtlich eingebracht wurde. Nun hatte es 15 bis 17 Jahre Zeit, sich zu entwickeln und so steht es jetzt in voller Pracht an einem Ort, an dem es etwas deplatziert wirkt (Photo unten).
Die unmittelbare Nachbarschaft von Orchis purpurea auf ca. 1350 m Seehöhe besteht aus: Daphne mezereum, Hieracium murorum, Sorbus aucuparia, Larix decidua, Cypripedium calceolus, Cirsium erisithales, Adenostyles alpina, Centaurea montana, Digitalis grandiflora, Buphtalmum salicifolium, Populus tremula, Solidago virgaurea, Euphrobia cyparissias, Chaerophyllum villarsii, Symphytum tuberosum, Vicia sylvatica, Dactylorhiza fuchsii, Cardaminopsis arenosa, Polygala amara, Lilium martagon, Knautia maxima, Campanula rapunculoides, Astragalus glycyphyllos, Ribes uva-crispa, Origanum vulgare.

Ich hänge mal die "alte" Verbreitungskarte von Orchis purpurea an und ein Bild vom Fundort.
LG Norbert
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Jürgen Baldinger
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Re: Orchis purpurea - Neufund für die Steiermark!

Beitragvon Jürgen Baldinger » Sonntag 7. Juni 2020, 16:22

D. h., die Notwendigkeit einer längeren Etablierungszeit wird also für wahrscheinlich gehalten? Danke.
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"

Peter Pilsl
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Re: Orchis purpurea - Neufund für die Steiermark!

Beitragvon Peter Pilsl » Sonntag 7. Juni 2020, 17:07

Ähnlich verschleppt war vermutlich auch ein inzwischen wieder erloschenes Vorkommen in Salzburg Anif, das Wilfried Bedek vor 10 Jahren finden konnte. Lieder hab ich das Vorkommen nie in Natura gesehen, aber die Fotos waren eindeutig.
Peter Pilsl
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