Deutschen Pflanzennamen!

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Stefan Lefnaer
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Re: Deutschen Pflanzennamen!

Beitragvon Stefan Lefnaer » Freitag 15. Mai 2020, 17:54

Laser trilobum heisst der Rosskümmel korrekt. :-)

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Hermann Falkner
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Re: Deutschen Pflanzennamen!

Beitragvon Hermann Falkner » Freitag 15. Mai 2020, 18:00

Stefan Lefnaer hat geschrieben:Laser trilobum heisst der Rosskümmel korrekt. :-)

Weiss ich ;-) hab schon auf die Beschwerde gewartet :-)
Der legasthenische Fehler war oben beabsichtigt, zu Demonstrationszwecken. - Es ist übrigens wirklich jedes Jahr so, dass ich bei der ersten (zufälligen oder absichtlichen) Begegnung mit dem Rosskümmel immer wieder kurz in meinem Hirn "kramen" muss, um Laser trilobum zum Vorschein zu bringen (oder ich schlage einfach nach).

kurt nadler
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Re: Deutschen Pflanzennamen!

Beitragvon kurt nadler » Freitag 15. Mai 2020, 19:50

ja, wir sind schon über 30. also dürfen wir - frei nach weisen des 20. jh. - uns selber nicht mehr ungeniert trauen.
nach 50 wirds leider noch deutlich schlimmer - so ein gezeichneter.

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Jürgen Baldinger
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Re: Deutschen Pflanzennamen!

Beitragvon Jürgen Baldinger » Samstag 16. Mai 2020, 22:03

Manfred Fischer habe ich von der Diskussion hier erzählt, er hat mir dann Folgendes geschickt, das ich gerne hier dazuhängen möge:
Michael Hohla hat in diesem Punkt leider nicht recht. Allen Diskutanten, durchwegs ablehnend, stimme ich zu. Steht übrigens alles in der EFÖLS. Wer Genaueres wissen möchte, den darf ich auf meine diesbezüglichen Schriften hinweisen (Beilagen). Neilreichiisten kennen die natürlich. Nicht verwechselt werden dürfen: (1) Die standardisierten (künstlichen) botanischen Namen = sog. Büchernamen (in der EF alle wichtigeren der dt. bot. Lit., die empfohlenen an erster Stelle fett). Ganz was anderes sind (2) die echten volkstümlichen, dialektalen, sog. vernakularen Namen, die ethnologisch und linguistisch interessant sind und die zB Michael Hohla dankenswerterweise fürs Innviertel sammelt und die wir in Auswahl in der EF angeben. Die meisten stehen im Marzell, sind aber nicht mehr lebendig, vor allem, weil die Pflanzenkenntnis stark zurückgegangen ist und sie wie andere Dialektwörter aussterben. Für die Botanik sind sie natürlich weitgehend wertlos und in unserem "Forum" wären sie fehl am Platz -- ausgenommen, es weiß jemand einige neue, noch lebendige zu berichten. Aber dann bitte gleich an mich oder an Michael. Das ist ein Hobby von uns beiden und sicherlich auch von anderen Botanikern (übrigens auch schon in früheren Zeiten), hat mit Botanik aber wenig bis nichts zu tun.

Jene Pflanzenliebhaber, die nur deutsche Namen möchten, sind bei uns fehl am Platz, dazu müsste man eine Anfänger-Plattform errichten: vielleicht eine sinnvolle pädagogische Aufgabe. In der EF kann ich die Büchernnamen nicht weglassen, weil die EF auch für Anfänger, Lernende gedacht ist, die brauchen sie oft zum Einstieg. Außerdem fordern sie hauptsächlich die Naturschützer, weil sie dort immer angegeben werden müssen, um nicht die Leute von vornherein abzuschrecken. Ein interessanter, aktueller Gesichtspunkt, den auch Clive Stace (Flora of the Bristish Isles, momentan das beste Werk) dafür nennt, dass auch im Englischen -- ganz im Gegensatz zur Tradition -- alle Arten auch einen englischen Namen haben müssen (sie wurden per Umfrage vom BSBI erhoben). Anders könne man den Naturschutzgedanken nicht ins Volk bringen. Er hat wohl recht! Dass sie gefährlich sind, kann man freilich nicht oft genug betonen. Ich tu das auf jeder Exkursiosn, die bes. beim NSchBund auch bewusst für ein breites Publikum gedacht sind. Ich sag immer: Deutsche Namen dienen mehr der Verwirrung als der botanischen Aufklärung. Warum das so ist, muss man den Leuten freilich erklären. Vielleicht sollte ich wieder einmal was drüber schreiben.

Ein weiterer, psychologischer Punkt ist: Botanik, Pflanzenkenntnis wird leider allgemein nicht ernst genommen (außer von uns Insidern). Denn -- so behaupte ich (wäre viell. zu diskutieren) -- in jedem anderen Fach, in jedem anderen Hobby wird es als selbstverständlch betrachtet, dass man sich mit der jeweilige Fachterminloge auseinandersetzten, vertraut machen muss, ob das Sport, Fotografie, Astronomie, Archäologie oder was immer ist. Nur bei der "Blümchenkunde" ist das nicht so, weil wir gründlich unterschätzt werden: Wir sind ein Thema für Kindergärten! Weil ja Blümchen rund um uns herum überall zu sehen sind und für deren Kenntnis daher doch keinerlei Gehirnschmalz erforderlich sein kann. Ein pädagogisch-psychologisches Problem. Über das ich auch einmal schreiben sollte. Dringender ist aber die Fertigstellung der 4. Aufl.

FISCHER, M. A., 2001: Wozu deutsche Pflanzennamen? – In: Neilreichia 1, S. 181–232; Institut für Botanik, Universität Wien

FISCHER, M. A., 2002: Zur Typologie und Geschichte deutscher botanischer Gattungsnamen mit einem Anhang über deutsche infraspezifische Namen. – Sonderabdruck aus: Festschrift 60 Jahre Herwig Teppner: Stapfia 80, S. 125–200

FISCHER, M. A., 2004: Pflanzennamen als Kulturgut. Einige Überlegungen und Sprachbeispiele als Grundlage für das Projekt "Vernakulare Pflanzennamen im Süd-Burgenland" – auszugsweise vorgetragen für den Hianzenverein, in Oberschützen, am 17. 04. 2004
Nachträgliche Ergänzung der von mir irrtümlich zunächst unvollständig angegebenen Quellen:
FISCHER, M. A., 2005: Sollen Pflanzen und Tiere auch deutsche wissenschaftliche Namen tragen? – In: ZABEL H. (Hg.): Deutsch als Wissenschaftssprache, S. 24–86. Paderborn: IFB-Verlag. ISBN: 3-931263-51-7; erweiterte Fassung eines Vortrages auf der Tagung der im Netzwerk Deutsche Sprache zusammengeschlossenen Sprachvereine in Klosterneuburg, 19.–21. 09. 2003

FISCHER M. A., 2006: Botanisches Österreichisches (und Schweizerisches) Deutsch – Manuskript für: Botanisches Österreichisches Deutsch. – In: MUHR, R. & SELLNER, M. B. (Hg.), 2006: Zehn Jahre Forschung zum Österreichischen Deutsch: 1995–2006. Eine Bilanz. S. 187–216. – Österreichisches Deutsch – MUHR, E.R. & SCHRODT R.: Sprache der Gegenwart 10. – Frankfurt a. M. etc.: Peter Lang – Europäischer Verlag der Wissenschaften
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"


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