Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation
- Stefan Lefnaer
- Beiträge: 4783
- Registriert: Sonntag 18. September 2016, 21:41
- Wohnort: Wien
- Kontaktdaten:
Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation
Heute habe ich mir den Wald westlich von Hollabrunn angesehen. Auf der Karte hat dieser keinen Namen, lediglich der südlichste "Gipfel" heißt Altenberg. Hier eine Karte:
Auch dieser Wald stockt auf der HMF und auch dort findet man überall den Schotter der Urdonau (kein übrig gebliebendes Osterei!):
Der Wald ist in einem weitgehend guten Zustand, nur an einigen Stellen wurden Robinien, Föhren (meist eingegangen) und Douglasien gepflanzt. Neben den Stellen an denen der Schotter ansteht, gibt es auch hier solche mit dicken Löss(lehm)-Auflagen, die dann deutlich feuchter und tiefgründiger sind und auf denen z.B. Kalkzeiger wie Hepatica nobilis wachsen. Hier ein paar Fotos:
Im folgenden seien einige typische Pflanzenarten vorgestellt, wie sie dort und in anderen trocken-warmen Wälder über Schottern der HMF vorkommen. Eine typische Segge solcher Wälder ist Carex michelii:
Quercus pubescens tritt öfters in der Baumschicht auf, v.a. am Waldrand und auf trockenen Schotterrücken:
Clematis recta
Polygonatum odoratum
Ajuga genevensis hier interessanterweise auf einem Dachs?-Bau:
Dictamnus albus (ich weiß, den hatten wir schon. Aber er gefällt mir so gut):
Fragaria moschata
Interessant ist das Auftreten von Lonicera caprifolium. Die Art fand ich auch am Buchberg bei Mailberg. Vermutlich handelt es sich aber um Verwilderungen.
Nächst Klein Maria-Dreieichen...
...dann ein schönes Vorkommen von Iris variegata. Eine blühte schon:
Zum Schluß Orchis militaris auf einer Schlagfläche:
Auch dieser Wald stockt auf der HMF und auch dort findet man überall den Schotter der Urdonau (kein übrig gebliebendes Osterei!):
Der Wald ist in einem weitgehend guten Zustand, nur an einigen Stellen wurden Robinien, Föhren (meist eingegangen) und Douglasien gepflanzt. Neben den Stellen an denen der Schotter ansteht, gibt es auch hier solche mit dicken Löss(lehm)-Auflagen, die dann deutlich feuchter und tiefgründiger sind und auf denen z.B. Kalkzeiger wie Hepatica nobilis wachsen. Hier ein paar Fotos:
Im folgenden seien einige typische Pflanzenarten vorgestellt, wie sie dort und in anderen trocken-warmen Wälder über Schottern der HMF vorkommen. Eine typische Segge solcher Wälder ist Carex michelii:
Quercus pubescens tritt öfters in der Baumschicht auf, v.a. am Waldrand und auf trockenen Schotterrücken:
Clematis recta
Polygonatum odoratum
Ajuga genevensis hier interessanterweise auf einem Dachs?-Bau:
Dictamnus albus (ich weiß, den hatten wir schon. Aber er gefällt mir so gut):
Fragaria moschata
Interessant ist das Auftreten von Lonicera caprifolium. Die Art fand ich auch am Buchberg bei Mailberg. Vermutlich handelt es sich aber um Verwilderungen.
Nächst Klein Maria-Dreieichen...
...dann ein schönes Vorkommen von Iris variegata. Eine blühte schon:
Zum Schluß Orchis militaris auf einer Schlagfläche:
-
kurt nadler
- Beiträge: 4623
- Registriert: Samstag 10. November 2018, 13:26
- Wohnort: prellenkirchen,breitenbrunn,wien
- Kontaktdaten:
Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation
Ich glaube an Wildvorkommen von Lonicera caprifolium, wobei ich deren Vorkommens-Historie aber nicht kenne. Sie ist nicht grad eine begehrte Zierpflanze, und die Vorkommen weisen nicht grad auf Gartenabfälle.
- Stefan Lefnaer
- Beiträge: 4783
- Registriert: Sonntag 18. September 2016, 21:41
- Wohnort: Wien
- Kontaktdaten:
Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation
Jurasky 1980 schreibt übrigens "Eine holzige Schlingpflanze (Liane), das sehr zerstreut vorkommende Geißblatt (Lonicera caprifolium)
mit prächtigen, während der Nacht duftenden Blüten, wurde z.B. im Hollabrunner Kirchenwald [vermutlich der hier berschriebene Wald!], bei Mailberg, Niederleis, Ober-Dürnbach und Ebenthal (östl.Weinviertel) angetroffen." Also gibt es sie dort zumindest schon länger.
mit prächtigen, während der Nacht duftenden Blüten, wurde z.B. im Hollabrunner Kirchenwald [vermutlich der hier berschriebene Wald!], bei Mailberg, Niederleis, Ober-Dürnbach und Ebenthal (östl.Weinviertel) angetroffen." Also gibt es sie dort zumindest schon länger.
- Stefan Lefnaer
- Beiträge: 4783
- Registriert: Sonntag 18. September 2016, 21:41
- Wohnort: Wien
- Kontaktdaten:
Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation
Ich bin ja leider auch kein Geologe und kenne mich nur oberflächlich aus. Falls jemand eine gut lesbare Zusammenfassung will, findet diese hier. Im folgenden Fotos aus einer Schottergrube am Schellenberg bei Enzersdorf im Thale. Auf den ersten zwei sieht man die in späterer Zeit durch im Grundwasser gelösten Kalk zu Konglomerat verfestigten Kiese und Sande. Auf den ersten Blick würde man diese für Betonbrocken halten.
Die nächsten zwei Fotos einer Abbauwand geben einen Einblick in den Waldboden und die verschiedenen Schichten aus Schottern und Sanden, die von der Donau im Laufe der Zeit übereinander abgelagert wurden:
Ein weiterer typischer Säurezeiger, um bei den Pflanzen zu bleiben, ist Genista germanica, der hier in unmittelbarer Umgebung der Schottergrube anzutreffen war:
Die nächsten zwei Fotos einer Abbauwand geben einen Einblick in den Waldboden und die verschiedenen Schichten aus Schottern und Sanden, die von der Donau im Laufe der Zeit übereinander abgelagert wurden:
Ein weiterer typischer Säurezeiger, um bei den Pflanzen zu bleiben, ist Genista germanica, der hier in unmittelbarer Umgebung der Schottergrube anzutreffen war:
- Stefan Lefnaer
- Beiträge: 4783
- Registriert: Sonntag 18. September 2016, 21:41
- Wohnort: Wien
- Kontaktdaten:
Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation
Hier ein paar Eindrücke vom Geierberg, einem 360 m niedrigen Hügel im Schwarzwald östlich von Hollabrunn. Nichtsdestotrotz hat man von hier eine schöne Aussicht nach Südosten: links Bergau und dahinter der Würfelberg, noch dahinter die Waschbergzone mit Steinberg, Michelberg und Waschberg und noch dahinter die Wiener Pforte mit Bisamberg und Leopoldsberg. Im Vordergrund verblüht gerade Dictamnus albus.
Da hier einiges zugefichtelt wurde, lassen sich ungewöhnliche Kombinationen festhalten.
Auf dieser schönen Böschung kann man im Vordergrund den Schotter der Urdonau erkennen.
Viscaria vulgaris steht gerade in voller Blüte...
...wie auch Rosa gallica, eine typische und dort zerstreut auftretende Art trocken-warmer Wälder sowie Acker- und Straßenböschungen:
Da hier einiges zugefichtelt wurde, lassen sich ungewöhnliche Kombinationen festhalten.
Auf dieser schönen Böschung kann man im Vordergrund den Schotter der Urdonau erkennen.
Viscaria vulgaris steht gerade in voller Blüte...
...wie auch Rosa gallica, eine typische und dort zerstreut auftretende Art trocken-warmer Wälder sowie Acker- und Straßenböschungen:
Zurück zu „Konkrete botanische Themen“
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: Baidu [Spider] und 15 Gäste