Orobanche s. lat. 2025

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Josef
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Re: Orobanche s. lat. 2025

Beitragvon Josef » Sonntag 15. Juni 2025, 09:04

Bei Bad Fischau, auf dem weg zu den "Reden", sind mir diese beiden Orobanchen begegnet. Leider von beiden jeweils nur ein Foto, die Detailaufnahmen sind nichts geworden. Lässt sich trotzdem etwas sagen? Die Erste hätte ich auf Grund der Nachbarschaft für O. salviae gehalten, hab dann aber gelesen, dass die nur auf Salvia glutinosa schmarotzt? Die zweite steht mitten im Fingerkraut- gibt es auch da eine spezifische Art?
LG Josef
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Stefan Lefnaer
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Re: Orobanche s. lat. 2025

Beitragvon Stefan Lefnaer » Sonntag 15. Juni 2025, 09:26

Das ist alles O. gracilis (mit Gewürznelkenduft), schmarotzt auf auf Schmetterlingsblütlern (bes. auf Dorycnium, Lotus, Genista spp., Onobrychis, seltener auf Trifolium).

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Josef
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Re: Orobanche s. lat. 2025

Beitragvon Josef » Sonntag 15. Juni 2025, 18:38

Danke Stefan! Schauen zwar recht verschieden aus, und Schmetterlingsblütler sind mir eigentlich auch nicht aufgefallen... aber die Wurzeln können ja weit herumkommen, und in Blüte waren sie vielleicht auch grade nicht. Gerochen hab ich leider nicht daran, das vergess ich immer wieder!
LG Josef

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Stefan Lefnaer
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Re: Orobanche s. lat. 2025

Beitragvon Stefan Lefnaer » Mittwoch 18. Juni 2025, 07:32

Im Winter sah ich am Waschberg (namensgebend für die Waschbergzone) abgestorbene, nicht identifizierbare Orobanchen. Gestern habe ich es am Abend hingeschafft und Dutzende bis hunderte Individuen von Orobanche alsatica s.str.  EN  —  L7   T6   K7   F4  ~  R7   N3   S0  gefunden. Bisher das bei weitem größte Vorkommen, das ich im Weinviertel sah. Es war gerade noch rechtzeitig: Viele sind schon abgestorben, ein paar aber noch frisch und gut identifizierbar. Als Wirte sind auf dem verbrachenden und verbuschenden Löss-Halbtrockenrasen zahlreich Peucedanum alsaticum  NT  —  L7   T7   K7   F4  ~  R7   N4   S0  und Cervaria rivini  LC  —  L7   T6   K5   F3  ~  R7   N3   S0  vorhanden. Jene Orobanchen, die ich ausgrub und deren Wirt ich feststellen konnte, parasitierten auf Peucedanum. Vermutlich dient Cervaria aber auch manchen als unfreiwilliger Energielieferant. Der Waschberg wird übrigens seit kurzem mit Schafen und Eseln beweidet. Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Und da es nur wenige Tiere sind und die Koppel immer wieder versetzt wird, ist auch nicht zu befürchten, dass ein zu kurz gehaltener Halbtrockenrasen entsteht, in dem die Orobanche und ihre Wirte nicht mehr existieren können. Hier Fotos (mit zunehmenden Rotstich, der zunehmend späten Stunde geschuldet).

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Re: Orobanche s. lat. 2025

Beitragvon Stefan Lefnaer » Mittwoch 18. Juni 2025, 07:56

Nachfolgend übrigens meine aktuelle Verbreitungskarte von Orobanche alsatica im Weinviertel (Funde von 2025 noch nicht punktverortet). Es ist schon erstaunlich, dass so viele Vorkommen vorhanden sind, wo doch in der für die Erstellung der Roten Liste verwendeten Karte der FKÖ nur zwei Vorkommen im Weinviertel verzeichnet sind (die auch von mir stammen). Siehe dazu meine Feststellung in Lefnaer (2021): "Der Floristischen Kartierung ist diese „gefährdete“ Art [Anm.: nach RLÖ22 „stark gefährdet“] aus dem Weinviertel bisher nicht bekannt. Vom nördlichsten Rand des Weinviertels, vom Haidberg bei Wildendürnbach, existiert in JACQ eine Angabe von Wolfgang Adler. In Janchen (1977) werden als Fundorte im Weinviertel zudem Groß-Schweinbarth und der Rosenberg bei Grafensulz genannt. Die Angabe vom Rosenberg bei Grafensulz geht auf Teyber (1913) zurück. Nach Teyber (1907) „findet sich diese Art auch bei Neu-Ruppersdorf nächst Staatz, jedoch selten“.". Was wieder einmal zeigt, was für ein Entwicklungland Österreich in Bezug auf die floristische Kartierung ist. Alle vor mir vorgefundenen Populationen wachsen in verbrachenden und verbuschenden, tiefgründigen Halbtrockenrasen auf südexponierten Hängen (6x), sonnigen Waldhängen (1x) oder wärmegetönten Straßenböschungen (1x), jeweils an der Südabdachung oder inmitten eines mehr oder weniger großen Waldes (die naturnahen, trockenen Wälder stocken im Weinviertel meist auf landwirtschaftlich schwer nutzbaren Hügeln bzw. Hügelplateaus).

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