Frühe Erstblüten 2020

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Hermann Falkner
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Re: Frühe Erstblüten 2020

Beitragvon Hermann Falkner » Samstag 15. Februar 2020, 18:49

Die Lobau ist immer noch hintennach - keine blühende Salix, Cornus mas jetzt erst mit sich langsam öffnenden Blühknospen, auch keine Scilla vindobonensis, Schneeglöckerl inzwischen schon etwas häufiger blühend, aber immer noch nicht zahlreich.
Und ich hab immer noch keine blühende Viola gesehen.
Die Annuellenfluren sind in der Lobau auch noch nicht entwickelt - dh keine Draba verna agg.
Von Helleborus dumetorum (lokal begrenztes Vorkommen Obere Lobau) hab ich heute eine erste, einzige, noch nicht blühende Jungpflanze gesehen.

Oliver Stöhr
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Re: Frühe Erstblüten 2020

Beitragvon Oliver Stöhr » Sonntag 16. Februar 2020, 20:32

Update aus Osttirol von heute - Sonnseite des Lienzer Beckens bei Nikolsdorf, Görtschach und Untergaimberg:

Zusätzlich blühend wurden angetroffen:
Veronica agrestis
Crocus albiflorus
Chrysosplenium alternifolium
Euphorbia peplus
(1 Ind.)

Damit stehen wir jetzt Mitte Februar 2020 bei 41 wildwachsenden blühenden Arten.

Veronica agrestis stelle ich mit mehreren Fotos vor, da die Art in der Exkursionsflora als "zstr. bis selten" angeführt wird, aber ev. aufgrund der frühen Blütezeit auch nur unterkartiert ist. In Osttirol tritt sie zerstreut an ruderalisierten, trittbeeinflussten Stellen in Weiden auf, wo sie gerne u.a. mit V. polita, V. persica, Stellaria media und Geranium pusillum assoziiert ist. Durch die kleinen, kaum bläulichen/fast weißlichen, in Trauben angeordneten Blüten ist die Art an sich gut charakterisiert. Bei den heute festgestellten Beständen in Görtschach fiel zudem die häufig rötliche Färbung der Blätter auf.

In Gärten blühen bei uns übrigens vereinzelt schon:
Vinca minor
Jasminum nudiflorum
Hamamelis cf. virginiana
Viburnum cf. bodnantense
Crocus tomasinianus


Interessant ist auch, dass jetzt schon Feldgrillen (Gryllus campestris) - sonnend vor ihren Erdhöhlen - zu sehen sind!

Viele Grüße
Oliver
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Euphorbia peplus, Nussdorfer Berg, 16.2.2020; Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
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Veronica agrestis, Görtschach, 16.2.2020; Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
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Veronica agrestis mit kl. weißlichen Blüten (oben) und V. persica mit größeren blauen Blüten (unten) im Mischbestand, Görtschach, 16.2.2020;Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
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Veronica agrestis, Görtschach, 16.2.2020; Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
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Veronica agrestis, Görtschach, 16.2.2020; Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
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Veronica agrestis, Görtschach, 16.2.2020; Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
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Veronica agrestis, Görtschach, 16.2.2020; Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
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Feldgrille, Nussdorfer Berg, 16.2.2020; Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
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Jürgen Baldinger
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Re: Frühe Erstblüten 2020

Beitragvon Jürgen Baldinger » Dienstag 18. Februar 2020, 21:11

Zu Veronica agrestis:

In Niederösterreich übrigens findet sich diese Sippe nach Janchen (1977) "auf Äckern, Brachen, Ödland; im Tiefland selten, bes. in der Bergstufe humider Lagen, kalkmeidend. - Maria Langegg im Dunkelsteiner Wald; im Waldviertel verbr.; zw. Amstetten und Stefanshart (nordwestl. davon, nach Wiesbaur 1893); neuerdings gefunden bei Langau an der Ybbs (östl. v. Lunz), spärlich (A. Neumann 1959)." Im Nord-Burgenland komme die Art wohl nicht vor. Nach Adler & Mrkvicka (2003) fehlt sie auch in Wien. Während Janchen aber noch davon ausgeht, dass sie im Nordburgenland ebensowenig auftritt, führen Fischer & Fally V. agrestis für das Burgenland als indigen, allerdings vom Aussterben bedroht an. Staudinger & Wrbka (2015) nennen die Ehrenpreis-Art für Klosterneuburg.
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"

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Hermann Falkner
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Re: Frühe Erstblüten 2020

Beitragvon Hermann Falkner » Mittwoch 19. Februar 2020, 06:24

Gestern, 19.02., hab ich auch an der unteren Liesing (Schwechat/Kledering) ein Einzelex Scilla vindobonensis blühend gesehen - schon in Vollblüte, dennoch ein "Ausreisser"; ich mag zwar welche übersehen haben, wenn dann können aber höchstens wenige einzelne Pflanzen geblüht haben.
Das gemachte Handybild ist noch nicht einmal scharf und stelle ich daher nicht ein ;-)

kurt nadler
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Re: Frühe Erstblüten 2020

Beitragvon kurt nadler » Mittwoch 19. Februar 2020, 09:29

Update aus Prellenkirchen:
Seit 16. oder 17.2. ist bei den im Garten verwilderten Krokussippen (insbes. ist dies C. tommasinianus) Vollblüte. Leucojum sind grad erst die Spitzen aus der Erde gekommen.
Zwar zeigt im Garten einer der Adonisstöcke (auch die verwildern hier) seit wenigen Tagen zerknitterte erste Blüten, doch am Spitzerbergsüdhang konnte Gudula gestern noch keine feststellen, auch bei den Kuhschellen noch nix, nur mit Mühe erste Gelbsternchen. Laut ihren Aussagen noch Winteraspekt.
In den Spitzerbergsüdhang-Weingärten sind grad erst Erodium und Veronica persica aufgeblüht (abgesehen von einzelnen Winterbüten).
Die Schlussfolgerung bleibt aufrecht: Die pannonischen Gunstlagen, wo´s im ganzen Winter kaum einmal unter minus 6 Grad bekam, können mit alpensüdseitigen Gebirgssonnlagen nicht im mindesten mithalten.
Bei den Vögeln gehts in Prelli Schlag auf Schlag: Am 13.2. erster Amselgesang, am 14.2. Nestbau, ab 14. reichlich Feldlerchenzug (abgesehen von den Überwinterern), aber bis dato fehlt noch der überfällige Gesang, 1. Goldammergesang, am 17.2. erster Heidelerchengesang, erster Grünlingsgesang, erster Singdrosselgesang, am 18.2. erster Hausrotschwanzgesang (es dürfte aber der Überwinterer im Ort sein) und heute früh erster Ringeltaubengesang. Die Stare haben´s noch nicht her geschafft; am Kiebitzplatz haben wir noch nicht geschaut.
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