Wien-Stammersdorf: Brassicaceae
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kurt nadler
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Re: Wien-Stammersdorf: Brassicaceae
naja, die koordinaten liegen im jemen. aber nicht verzagen, da wir ja 48 nord und nicht ost sind, ergibt sich bei richtigstellung folgendes bild:
guenther, ist der punkt realistisch?
guenther, ist der punkt realistisch?
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- stamm friedhof.JPG (168.36 KiB) 46 mal betrachtet
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GuentherBlaich
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Re: Wien-Stammersdorf: Brassicaceae
Ja, das ist der Fundort. Ich war nämlich auf dem Weg vom Parkplatz an der Stammersdorfer Straße zu Stefans Fundort von Thesium ramosum, der etwa an dem vom Ost-Tor des Friedhofs kommenden Weg liegt. Ich bin nicht auf dem Weg, sondern über die Wiese gegangen, und da über das Sisymbrium gestolpert.
Ich bin jetzt sicher, dass es S.volgense ist. Vielen Dank an Kurt für die Idee, den Kollegen aus Tschechien zu konsultieren, und an Jirí Danihelka für die Bildauswahl aus der Ukraine in INaturalist. Es hat zwar niemand die Hörner an den Kelchblättern explizit fotografiert, aber auf dem 22. Foto in https://www.inaturalist.org/taxa/371908-Sisymbrium-volgense/browse_photos kann man die Hörner an mehreren Kelchen einigermaßen sehen, sie sehen im Prinzip aus wie meine herausvergrößerten. Die an meiner Pflanze vorhandenen unteren und oberen Blätter passen ja auch, wie schon vor Tagen festgestellt, nur die typischen dreieckigen und spiessförmigen mittleren Blätter hatte meine ziemlich junge Pflanze noch nicht ausgebildet (und wird sie an dem Standort auf dem Friedhof vielleicht auch nie ausbilden ...)
(Mein eigenes Posting in INaturalist hat noch nicht mehr erbracht als die Einordnung in "Brassicales", die Mitteleuropäer kennen die Art eben nicht.)
Doch auch falls die Pflanzen auf der Friedhofswiese abgemäht werden, könnte es sich lohnen, auf dem Friedhof und Umgebung nachzuschauen, S.volgense vagabundiert offenbar in der Gegend von Stammersdorf auch heute noch herum.
In GBIF https://www.gbif.org/ | Occurrences, die ja Funddaten aus vielen Natur-Datenbanken, Herbarien etc. zusammenführen, sind die Daten von 9 Herbarbogen aus dem Herbarium Wien (Natural History Museum Vienna) erfasst (aber in der neuen Bedien-Oberfläche in GBIF offenbar nicht mehr direkt anklickbar, noch vor einem halben Jahr war das besser), die ein T. Barta im Mai 2011 und 2008 gesammelt, und J. Walter 2021 bestimmt hat. Sie sind ohne Koordinaten, aber mit Texten wie "am Stammersdorfer Zentralfriedhof; ca. 163 m; am Rand einer Hecke" oder "entlang einer Hecke im Stammersdorfer Zentralfriedhof, nahe dem Ortsrand des Friedhofs gegen den Grenzweg zu; ca. 163 m". Es sind auch Herbarbelege erfasst vom Mai 2008 und 2000 mit dem Text "nahe Stammersdorf, ruderale Wegböschung am Rand einer Sandgrube ca. 0,7-0,8 km E der Kreuzung Brünner Straße / Erbpostgasse, ca. 180 m". Und natürlich Herbarbelege von 2002 aus den Herbarien W. Adler und A. Mrkvicka von "SE vom Rendezvous" (siehe oben: Pflanzenfotos in "Botanik im Bild"). Ältere Funde aus den 60er und 70er Jahren stammten aus einem größeren Umkreis um Wien, nämlich auch "NSG Marchfeld" und mehrfach "Steinfeld: ... Wiener Neustadt ...".
Noch eine Anekdote am Rande, S.volgense hat für mich eine persönliche Geschichte: Ich selbst war so blöd, mir S.volgense nicht anzuschauen, als sie noch hier in Mannheim vorkam. Bei einer Mühle im Mannheimer Industriehafen, die auch Getreide aus Osteuropa verarbeitete, kam sie nämlich bis vor etwa 20 Jahren regelmäßig vor (nach der Literatur seit 1939). Ich wußte, wo der Fundort war, und bin trotzdem nie hingegangen, damals interessierte ich mich nur für die europäischen Orchideen. Als sich mein Interesse dann auf die Allgemeinbotanik erweiterte, habe ich ab 2007 mehrere Jahre lang versucht, sie dort noch zu finden, aber da war sie verschwunden und ist seither nicht wieder aufgetaucht. (Die Mühle gibt's noch, wird aber heute vermutlich kein russisches oder ukrainisches Getreide mehr verarbeiten ... )
Ich bin jetzt sicher, dass es S.volgense ist. Vielen Dank an Kurt für die Idee, den Kollegen aus Tschechien zu konsultieren, und an Jirí Danihelka für die Bildauswahl aus der Ukraine in INaturalist. Es hat zwar niemand die Hörner an den Kelchblättern explizit fotografiert, aber auf dem 22. Foto in https://www.inaturalist.org/taxa/371908-Sisymbrium-volgense/browse_photos kann man die Hörner an mehreren Kelchen einigermaßen sehen, sie sehen im Prinzip aus wie meine herausvergrößerten. Die an meiner Pflanze vorhandenen unteren und oberen Blätter passen ja auch, wie schon vor Tagen festgestellt, nur die typischen dreieckigen und spiessförmigen mittleren Blätter hatte meine ziemlich junge Pflanze noch nicht ausgebildet (und wird sie an dem Standort auf dem Friedhof vielleicht auch nie ausbilden ...)
(Mein eigenes Posting in INaturalist hat noch nicht mehr erbracht als die Einordnung in "Brassicales", die Mitteleuropäer kennen die Art eben nicht.)
Doch auch falls die Pflanzen auf der Friedhofswiese abgemäht werden, könnte es sich lohnen, auf dem Friedhof und Umgebung nachzuschauen, S.volgense vagabundiert offenbar in der Gegend von Stammersdorf auch heute noch herum.
In GBIF https://www.gbif.org/ | Occurrences, die ja Funddaten aus vielen Natur-Datenbanken, Herbarien etc. zusammenführen, sind die Daten von 9 Herbarbogen aus dem Herbarium Wien (Natural History Museum Vienna) erfasst (aber in der neuen Bedien-Oberfläche in GBIF offenbar nicht mehr direkt anklickbar, noch vor einem halben Jahr war das besser), die ein T. Barta im Mai 2011 und 2008 gesammelt, und J. Walter 2021 bestimmt hat. Sie sind ohne Koordinaten, aber mit Texten wie "am Stammersdorfer Zentralfriedhof; ca. 163 m; am Rand einer Hecke" oder "entlang einer Hecke im Stammersdorfer Zentralfriedhof, nahe dem Ortsrand des Friedhofs gegen den Grenzweg zu; ca. 163 m". Es sind auch Herbarbelege erfasst vom Mai 2008 und 2000 mit dem Text "nahe Stammersdorf, ruderale Wegböschung am Rand einer Sandgrube ca. 0,7-0,8 km E der Kreuzung Brünner Straße / Erbpostgasse, ca. 180 m". Und natürlich Herbarbelege von 2002 aus den Herbarien W. Adler und A. Mrkvicka von "SE vom Rendezvous" (siehe oben: Pflanzenfotos in "Botanik im Bild"). Ältere Funde aus den 60er und 70er Jahren stammten aus einem größeren Umkreis um Wien, nämlich auch "NSG Marchfeld" und mehrfach "Steinfeld: ... Wiener Neustadt ...".
Noch eine Anekdote am Rande, S.volgense hat für mich eine persönliche Geschichte: Ich selbst war so blöd, mir S.volgense nicht anzuschauen, als sie noch hier in Mannheim vorkam. Bei einer Mühle im Mannheimer Industriehafen, die auch Getreide aus Osteuropa verarbeitete, kam sie nämlich bis vor etwa 20 Jahren regelmäßig vor (nach der Literatur seit 1939). Ich wußte, wo der Fundort war, und bin trotzdem nie hingegangen, damals interessierte ich mich nur für die europäischen Orchideen. Als sich mein Interesse dann auf die Allgemeinbotanik erweiterte, habe ich ab 2007 mehrere Jahre lang versucht, sie dort noch zu finden, aber da war sie verschwunden und ist seither nicht wieder aufgetaucht. (Die Mühle gibt's noch, wird aber heute vermutlich kein russisches oder ukrainisches Getreide mehr verarbeiten ... )
- Stefan Lefnaer
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Re: Wien-Stammersdorf: Brassicaceae
Naja, wir hätten gleich im JACQ nachschauen können: https://jacq.org/detail/1764092. Das ist also ein bekanntes Vorkommen...
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kurt nadler
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Re: Wien-Stammersdorf: Brassicaceae
Ende gut, alles gut. Also werde ich die Augen betreffend diese mir noch nicht bekannte Art offenhalten - und T. Barta ist halt bekanntermaßen nahezu außerirdisch genial - im Finden und offenbar auch im Bestimmen.
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