Arenaria serpyllifolia agg.

= Blütenpflanzen; Bestimmungsfragen
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Jürgen Baldinger
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Arenaria serpyllifolia agg.

Beitragvon Jürgen Baldinger » Dienstag 2. Juli 2019, 22:26

Heute ist mir auf einer episodischen Insel (der Treppelwegzugang liegt bei etwas niedrigerem Wasserstand der Donau trocken) am Wiener Praterkai...
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...u. a. neben mastigem Dianthus carthusianorum (mit bis zu 20 Blüten) diese Arenaria aufgefallen, deren monochasiale Verzweigung mich auf leptoclados hoffen ließ.
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Aber bei näherer Betrachtung habe ich nun meine Zweifel, denn die Kelchblattlänge beträgt etwa 3 mm, und die Früchte überragen den Kelch.
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Dass ich keine Drüsenhaare mehr finden konnte, muss vielleicht nicht ausschlaggebend sein, das Indument mag in so fortgeschrittenem Zustand geschädigt sein.
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Hier noch Fotos von Laubblättern und Samen.
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Wie seht Ihr die Sache?
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"

Peter Pilsl
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Re: Arenaria serpyllifolia agg.

Beitragvon Peter Pilsl » Mittwoch 3. Juli 2019, 08:07

Hallo Jürgen,
Bei der Bestimmung soll die Dicke der Kapselwand ein gutes Merkmal sein, vergleiche:
https://www.botanik-bochum.de/jahrbuch/ ... ifolia.pdf
http://www.flora-deutschlands.de/Dateie ... enaria.pdf
Peter Pilsl
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Re: Arenaria serpyllifolia agg.

Beitragvon Oliver Stöhr » Mittwoch 3. Juli 2019, 19:52

Diese Artengruppe ist nicht einfach und lt. Peter Schönswetter oder Harald Niklfeld (ich weiß nicht mehr, wer von den beiden mir das gerade einmal mündl. berichtet hat), soll es bei Arenaria serpyllifolia durchaus oft Formen geben, die leptoclados ähneln, sodass ein Bestimmung erschwert wird.
LG
Oliver

kurt nadler
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Re: Arenaria serpyllifolia agg.

Beitragvon kurt nadler » Freitag 5. Juli 2019, 00:08

lieber jürgen

darf ich bei der erwähnten dianthus carthus. nachfragen, ob die künstlich etabliert wurde oder ob es in der donauniederung wiens noch carthus. statt pontederae gibt?
oder ob es eine verwechslungsmöglichkeit mit gigantea geben kann?

danke und herzliche grüße
kurt

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Jürgen Baldinger
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Re: Arenaria serpyllifolia agg.

Beitragvon Jürgen Baldinger » Samstag 6. Juli 2019, 07:36

Hallo Kurt,

ich bin mir bei der Unterscheidung carthusianorum und pontederae nicht immer sicher. Vielleicht weiß Hermann bezüglich der Wiener Situation mehr. Dass dieses eher abgelegene Vorkommen an der Donau angesalbt ist, kann ich mir eher nicht vorstellen, die Flora wirkt angemessen dort, Besonderheiten fehlen. giganteus wird ja bis zu 1 m hoch, lese ich, das war hier nicht der Fall. Die meisten Individuen waren deutlich niedriger, und bei weitem nicht alle wiesen so dichte Blütenstände wie beschrieben aus.
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Jürgen Baldinger
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Re: Arenaria serpyllifolia agg.

Beitragvon Jürgen Baldinger » Samstag 6. Juli 2019, 16:51

Wolfgang Bomble, Autor der ersten der oben genannten Studien, hält es für untypische serpyllifolia s. str., rät aber, den Bestand nächstes Jahr zu einem früheren Zeitpunkt aufzusuchen, um die offenen Blüten zu kontrollieren. Verzweigung und Form vieler Kapseln würden schon an leptoclados erinnern, einige Kapseln seien aber zu dickbauchig.
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Re: Arenaria serpyllifolia agg.

Beitragvon Stefan Lefnaer » Samstag 10. August 2019, 22:31

Ich habe mir heute so ein Pflänzchen angesehen (die blühen gerade wieder!).

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Gemäß der Tabelle hier kam ich auf folgende Werte:

Habitus: starr, sparrig --> A
Farbe: graugrün --> A
Laubblätter Form: eiförmig --> A
Laubblätter Länge zu Breite: 1,7x --> A
Blüten-/Fruchtstand: eher überwiegend dichasial --> A
Blüte Durchmesser: 5mm --> U
Kronblatt Länge: 1,1mm --> L
Kelchblatt Länge: 3mm --> U
Kelchblatt Breite: 1mm --> U
Kelchblatt Form: eher eiförmig --> A
Inneres Kelchblatt häutiger Rand zu krautigem Mittelstreifen: genauso breit --> A
Fruchtstiel: aufrecht --> A
Fruchtstiel zu Kelchblättern: 2x --> U
Kapsel Länge: 3mm --> U
Kapsel Breite: 2mm --> A
Kapsel Länge zu Breite: 1 1/2 --> A
Kapsel Form: breit eiförmig --> A
Kapsel Wand: siehe unten
Kapsel zu Kelchblättern: Kapsel länger --> A
Samen: 0,4mm --> U

Erklärung:
A --> spricht für A. serpyllifolia
L --> spricht für A. leptoclados
U --> unentscheidbar

D.h. die meisten Werte sprechen für A. serpyllifolia. Manche liegen genau in der Mitte und sagen daher nichts aus. Nur die Kronblattlänge sprach für A. leptoclados. Vielleicht liegt das an der späten Blüte? Dann habe ich die Fruchtwand vermessen, so wie hier beschrieben. Der Schnitt ist ganz leicht anzufertigen, man braucht auch kein Tixo (oder Tesa, wie es in Deutschland heißt) und kann das Fuzerl einfach mit dem Fingernagel halten. 1000x-Vergrößerung reicht auch aus und das Objektiv ist ja schnell wieder vom Öl gesäubert. Also keine Hexerei und schnell erledigt.

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Die Fruchtwand ist überall um die 60 µm dick, also eindeutig A. serpyllifolia. Mir scheint, das dürfte tatsächlich ein gut verwendbares und aussagekräftiges Merkmal zu sein!


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