Phänologie 2023
- Stefan Lefnaer
- Beiträge: 4673
- Registriert: Sonntag 18. September 2016, 21:41
- Wohnort: Wien
- Kontaktdaten:
Re: Phänologie 2023
Im Weinviertel tut sich floristisch noch nicht viel, außer bei den üblichen Verdächtigen Stellaria ruderalis, Lamium purpureum, Veronica persica und Erodium cicutarium. Dafür habe ich gestern am Abend bei Göllersdorf eine Fledermaus fliegen gesehen.
- Hermann Falkner
- Beiträge: 2080
- Registriert: Sonntag 23. Oktober 2016, 20:16
- Wohnort: Wien
Re: Phänologie 2023
War heute im Wienerwald im Bereich Hermannskogel - meine Erwartungen waren gering und sind im Wesentlichen dann auch erfüllt worden; ein paar Überraschungen hat es aber doch gegeben.
Am Hermannskogel gibt es ein Vorkommen von Galanthus nivalis im Gipfeleschenbereich - das war leider eine Enttäuschung, es ist mir noch nicht einmal gelungen, Spitzerln zu finden - die Laubauflage ist dort allerdings auch ziemlich hoch.
Selbst die üblichen Dauerblüher blühen dort ähnlich spärlich wie in den flacheren Bezirken von Wien, die in den letzten Tagen relativ wenig Sonne abgekriegt haben. Nur Bellis perennis war ganz leicht zu finden:
Erodium cicutarium habe ich vergeblich gesucht und von Taraxacum sect. officinale hab ich nur dieses schon verblühte Exemplar, ein voll erblühtes ist mir heute mal nicht untergekommen:
Auch Veronica persica war nur spärlich in Blüte zu finden:
Diese Viola arvensis war sichtlich schon fruchtend, "gilt" also auch nicht als Blüte:
Wenigstens auf Lamium (purpureum) maculatum corr. ist noch Verlass:
Das war's dann auch schon mit "Ruderalia", da hätte ich vermutlich im Flachland sogar etwas mehr gefunden.
Soviel zu Banalitäten; nun zu den interessanteren Funden:
Etwas überraschend und unverhofft ein kleines Vorkommen von Galanthus elwesii - siedlungsnah, könnte aber auch verwildert sein (mehrere Meter von Gärten entfernt; natürlich wäre Anpflanzung durch "Urban Gardeners" vorstellbar): bereits voll erblüht!
In der Donaustadt hab ich noch keine der Kultur-Schneeglöckerl-Arten so weit entwickelt gesehen, ich merk mir aber leider auch zu wenig die Gärten, in denen diese wachsen, ich seh sie dann meistens erst in Vollblüte.
Obwohl die ja deutlich vor G. nivalis blüht, ist selbst für G. elwesii der 7. Jänner schon recht zeitig im Jahr (und das in Vollblüte, dh blühen sicherlich schon etwas länger):
Unter den Wienerwaldpflanzen hätte ich auf eine vorlaute Hepatica nobilis gehofft, die war aber überall noch im tiefsten Winterschlaf und denkt gar nicht daran, jetzt schon zu blühen. Auch Viola alba & hirta haben sich nicht blühfreudig gezeigt, zahlreich vegetativ vorhanden, aber ebenfalls noch vollständig in Winterruhe. So wie Jürgen habe ich auch bei Daphne laureola keine offenen Blüten gefunden.
Primula vulgaris ist an und für sich einer der verlässlichsten "Winterblüher"; auf meiner heutigen Tour habe ich aber nur ein einziges Exemplar gefunden - aber immerhin:
Ziemlich aussergewöhnlich ist diese kleine Population von Mercurialis perennis in einem lichten, aber nordost-exponierten (also durchaus nicht vollbesonnten) Wald unternhalb des Hermannskogels - zugegeben, noch nicht erblüht, aber kurz davor:
Am meisten überrascht hat mich aber, dass Viola suavis nicht so, wie es sich "gehört", vollständig eingezogen hat, sondern vegetativ vorhanden war und an einer Stellle sogar "quasi" geblüht hat:
Ich hab etwas nachhelfen müssen, um die Blüte ganz zu öffnen - wunderschön mit weissem Zentrum, so wie es sich gehört; ebenso mit tief sitzendem Vorblatt und ganz unmissverständlich kurzen Ausläufern. Ausgerechnet mit dieser Veilchen-Art hätte ich nicht gerechnet, meist sind's ja doch die wintergrünen, die so zeitig im Jahr auch schon mal blühen:
Am Hermannskogel gibt es ein Vorkommen von Galanthus nivalis im Gipfeleschenbereich - das war leider eine Enttäuschung, es ist mir noch nicht einmal gelungen, Spitzerln zu finden - die Laubauflage ist dort allerdings auch ziemlich hoch.
Selbst die üblichen Dauerblüher blühen dort ähnlich spärlich wie in den flacheren Bezirken von Wien, die in den letzten Tagen relativ wenig Sonne abgekriegt haben. Nur Bellis perennis war ganz leicht zu finden:
Erodium cicutarium habe ich vergeblich gesucht und von Taraxacum sect. officinale hab ich nur dieses schon verblühte Exemplar, ein voll erblühtes ist mir heute mal nicht untergekommen:
Auch Veronica persica war nur spärlich in Blüte zu finden:
Diese Viola arvensis war sichtlich schon fruchtend, "gilt" also auch nicht als Blüte:
Wenigstens auf Lamium (purpureum) maculatum corr. ist noch Verlass:
Das war's dann auch schon mit "Ruderalia", da hätte ich vermutlich im Flachland sogar etwas mehr gefunden.
Soviel zu Banalitäten; nun zu den interessanteren Funden:
Etwas überraschend und unverhofft ein kleines Vorkommen von Galanthus elwesii - siedlungsnah, könnte aber auch verwildert sein (mehrere Meter von Gärten entfernt; natürlich wäre Anpflanzung durch "Urban Gardeners" vorstellbar): bereits voll erblüht!
In der Donaustadt hab ich noch keine der Kultur-Schneeglöckerl-Arten so weit entwickelt gesehen, ich merk mir aber leider auch zu wenig die Gärten, in denen diese wachsen, ich seh sie dann meistens erst in Vollblüte.
Obwohl die ja deutlich vor G. nivalis blüht, ist selbst für G. elwesii der 7. Jänner schon recht zeitig im Jahr (und das in Vollblüte, dh blühen sicherlich schon etwas länger):
Unter den Wienerwaldpflanzen hätte ich auf eine vorlaute Hepatica nobilis gehofft, die war aber überall noch im tiefsten Winterschlaf und denkt gar nicht daran, jetzt schon zu blühen. Auch Viola alba & hirta haben sich nicht blühfreudig gezeigt, zahlreich vegetativ vorhanden, aber ebenfalls noch vollständig in Winterruhe. So wie Jürgen habe ich auch bei Daphne laureola keine offenen Blüten gefunden.
Primula vulgaris ist an und für sich einer der verlässlichsten "Winterblüher"; auf meiner heutigen Tour habe ich aber nur ein einziges Exemplar gefunden - aber immerhin:
Ziemlich aussergewöhnlich ist diese kleine Population von Mercurialis perennis in einem lichten, aber nordost-exponierten (also durchaus nicht vollbesonnten) Wald unternhalb des Hermannskogels - zugegeben, noch nicht erblüht, aber kurz davor:
Am meisten überrascht hat mich aber, dass Viola suavis nicht so, wie es sich "gehört", vollständig eingezogen hat, sondern vegetativ vorhanden war und an einer Stellle sogar "quasi" geblüht hat:
Ich hab etwas nachhelfen müssen, um die Blüte ganz zu öffnen - wunderschön mit weissem Zentrum, so wie es sich gehört; ebenso mit tief sitzendem Vorblatt und ganz unmissverständlich kurzen Ausläufern. Ausgerechnet mit dieser Veilchen-Art hätte ich nicht gerechnet, meist sind's ja doch die wintergrünen, die so zeitig im Jahr auch schon mal blühen:
Zuletzt geändert von Hermann Falkner am Samstag 7. Januar 2023, 21:19, insgesamt 1-mal geändert.
-
Patrick Hacker
- Beiträge: 130
- Registriert: Freitag 1. November 2019, 18:46
- Wohnort: Ostösterreich
- Kontaktdaten:
Re: Phänologie 2023
Hallo Hermann,
schöner Bericht! Ist schon erstaunlich zu sehen, wie früh manche Arten in diesem Winter mit ihrer Entwicklung beginnen. Eine kleine Anmerkung zur Taubnessel: das ist Lamium maculatum.
LG
Patrick
schöner Bericht! Ist schon erstaunlich zu sehen, wie früh manche Arten in diesem Winter mit ihrer Entwicklung beginnen. Eine kleine Anmerkung zur Taubnessel: das ist Lamium maculatum.
LG
Patrick
- Hermann Falkner
- Beiträge: 2080
- Registriert: Sonntag 23. Oktober 2016, 20:16
- Wohnort: Wien
Re: Phänologie 2023
Danke für die Korrektur, Patrick :-) schlampig von mir!
- Hermann Falkner
- Beiträge: 2080
- Registriert: Sonntag 23. Oktober 2016, 20:16
- Wohnort: Wien
Re: Phänologie 2023
Beim Bimfahren in Wien "ausspioniert": eine Dame hat über blühende Leberblümchen berichtet (Bildbeweis am Handy), aber klarerweise keine Ahnung wo.
Ist also natürlich eine total unseriöse Meldung, aber vorstellbar schon, an sonnigen Stellen.
Ist also natürlich eine total unseriöse Meldung, aber vorstellbar schon, an sonnigen Stellen.
Zurück zu „Konkrete botanische Themen“
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 13 Gäste