Viola odorata x hirta - eine kaum bekannte Veilchenhybride
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Oliver Stöhr
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Re: Viola odorata x hirta - eine kaum bekannte Veilchenhybride
Lieber Hermann,
das schaut jetzt schon verdächtigt aus - wenn du nun noch Ausläufer feststellst, würde ich trotz der etwas weiten Blattbuchten deine Hyridvermutung bestätigen ;-)
Viele Grüße
Oliver
das schaut jetzt schon verdächtigt aus - wenn du nun noch Ausläufer feststellst, würde ich trotz der etwas weiten Blattbuchten deine Hyridvermutung bestätigen ;-)
Viele Grüße
Oliver
- Hermann Falkner
- Beiträge: 2079
- Registriert: Sonntag 23. Oktober 2016, 20:16
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Re: Viola odorata x hirta - eine kaum bekannte Veilchenhybride
Lieber Oliver,
ich war heute dort (war ja auch selbst neugierig ;-) und habe diese und andere, sehr ähnliche Veilchenbuschen genauer unter die Lupe genommen und - bingo: Ausläufer festgestellt!
Bilder anbei - eines ist vom Standort oben, da ist der Ausläufer nicht so gut erkennbar (könnte man evtl. auch für eine Wurzel halten), beim 2. Bild dagegen ist der Befund sicherlich eindeutig, das war 2-3 km vom ersten Standort entfernt.
Interessant finde ich, dass diese (offenbar) Viola hirta x odorata-Hybriden in jeder Hinsicht Viola hirta viel ähnlicher sind, als "Erbstück" von odorata kann ich nur das etwas höher (aber deutlich unter der Mitte) sitzende Hochblatt, die durchwegs leicht schwächere Behaarung und die etwas mehr in Richtung odorata-violett gehende Blüte sehen - und, natürlich, die Ausläufer, die bei allen von mir untersuchten Exemplaren aber unterirdisch (und relativ kurz) waren.
Diese Hybriden sind wie gesagt wesentlich üppiger und grösser als sowohl Viola hirta als auch Viola odorata am selben Standort; auch die Blühstengel sind länger, aber insbes. auffällig ist das üppige und grössere Laub ("F1-Hybriden-Effekt" oder was?).
Man kann sie recht leicht von V. hirta und odorata unterscheiden, schon von Weitem - selbst vom Rad aus. Habe heute binnen ca. 2 Stunden sicherlich rund ein Dutzend solcher Buschen gesehen (nicht alle untersucht allerdings!); die Hybride dürfte also in der Lobau relativ häufig sein - sicherlich aber nicht annähernd so häufig wie beide Eltern.
Übrigens blüht inzwischen sogar schon Viola mirabilis (auch am Standort von Viola hirta x odorata - an einem Standort also Viola odorata, suavis, odorata x suavis, hirta, hirta x odorata, mirabilis, reichenbachiana - alle gleichzeitig in Blüte ... die frühen bereits am Verblühen, die späteren gerade beginnend).
Es würde mich jetzt wirklich interessieren, ob es nicht doch auch Hybriden Viola hirta x suavis gibt - aufgelegt wär's, aber die wären wohl schwerer zu unterscheiden als hirta x odorata.
LG
Hermann
.... PS: Viola odorata x suavis ist in der Exkursionsflora geschlüsselt (ist gerade bei dieser Hybride allerdings schwierig, weil die eine relativ breite Merkmalsbreite bzw. Merkmalsmischung hat) - bei der von mir nur bei oberflächlicher Betrachtung festgestellten Häufigkeit von Viola odorata x hirta in den Donau-Auen und sicherlich auch anderswo wäre evtl. auch überlegenswert, diese Hybride zu schlüsseln?! (die zumindest bei oberflächlicher Betrachtung stabiler und leichter zu schlüsseln scheint als odorata x suavis)
ich war heute dort (war ja auch selbst neugierig ;-) und habe diese und andere, sehr ähnliche Veilchenbuschen genauer unter die Lupe genommen und - bingo: Ausläufer festgestellt!
Bilder anbei - eines ist vom Standort oben, da ist der Ausläufer nicht so gut erkennbar (könnte man evtl. auch für eine Wurzel halten), beim 2. Bild dagegen ist der Befund sicherlich eindeutig, das war 2-3 km vom ersten Standort entfernt.
Interessant finde ich, dass diese (offenbar) Viola hirta x odorata-Hybriden in jeder Hinsicht Viola hirta viel ähnlicher sind, als "Erbstück" von odorata kann ich nur das etwas höher (aber deutlich unter der Mitte) sitzende Hochblatt, die durchwegs leicht schwächere Behaarung und die etwas mehr in Richtung odorata-violett gehende Blüte sehen - und, natürlich, die Ausläufer, die bei allen von mir untersuchten Exemplaren aber unterirdisch (und relativ kurz) waren.
Diese Hybriden sind wie gesagt wesentlich üppiger und grösser als sowohl Viola hirta als auch Viola odorata am selben Standort; auch die Blühstengel sind länger, aber insbes. auffällig ist das üppige und grössere Laub ("F1-Hybriden-Effekt" oder was?).
Man kann sie recht leicht von V. hirta und odorata unterscheiden, schon von Weitem - selbst vom Rad aus. Habe heute binnen ca. 2 Stunden sicherlich rund ein Dutzend solcher Buschen gesehen (nicht alle untersucht allerdings!); die Hybride dürfte also in der Lobau relativ häufig sein - sicherlich aber nicht annähernd so häufig wie beide Eltern.
Übrigens blüht inzwischen sogar schon Viola mirabilis (auch am Standort von Viola hirta x odorata - an einem Standort also Viola odorata, suavis, odorata x suavis, hirta, hirta x odorata, mirabilis, reichenbachiana - alle gleichzeitig in Blüte ... die frühen bereits am Verblühen, die späteren gerade beginnend).
Es würde mich jetzt wirklich interessieren, ob es nicht doch auch Hybriden Viola hirta x suavis gibt - aufgelegt wär's, aber die wären wohl schwerer zu unterscheiden als hirta x odorata.
LG
Hermann
.... PS: Viola odorata x suavis ist in der Exkursionsflora geschlüsselt (ist gerade bei dieser Hybride allerdings schwierig, weil die eine relativ breite Merkmalsbreite bzw. Merkmalsmischung hat) - bei der von mir nur bei oberflächlicher Betrachtung festgestellten Häufigkeit von Viola odorata x hirta in den Donau-Auen und sicherlich auch anderswo wäre evtl. auch überlegenswert, diese Hybride zu schlüsseln?! (die zumindest bei oberflächlicher Betrachtung stabiler und leichter zu schlüsseln scheint als odorata x suavis)
- Dateianhänge
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- Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0 - Ausläufer: Standort wie oben
- 20180412-0012_P4120012.jpg (1.15 MiB) 9096 mal betrachtet
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- Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0 - Ausläufer: Standort ca. 2-3 km davon entfernt
- 20180412-0002_P4120002.jpg (1.04 MiB) 9096 mal betrachtet
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- Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0 - Habitus: Standort ca. 2-3 km davon entfernt
- 20180412-0004_P4120004.jpg (1.08 MiB) 9096 mal betrachtet
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Oliver Stöhr
- Beiträge: 3555
- Registriert: Freitag 25. November 2016, 20:05
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Re: Viola odorata x hirta - eine kaum bekannte Veilchenhybride
Lieber Hermann!
Schaut gut aus - Gratulation!
Ich hänge anbei nochmal ein Bild von Viola odorata x hirta aus einer anderen Population aus Osttirol (Lengberg) dazu, wo man deutliche (bleiche) Auläufer sehen kann. Übrigens wird diese Hybride in der Literatur als teilfertil beschrieben. So lassen sich auch Vorkommen ohne den beiden Elternarten (oder mit nur einem Elter) erklären.
Du schreibst, dass das Blattwerk bei deinen Hybridpflanzen relativ groß ist - dies ist mir bei meinen Beständen auch aufgefallen und dürfte ein Heterosiseffekt sein.
Gestern abend war ich übrigens noch kurz im Iselpark in Lienz und habe neben reiner V. hirta und V. odorata auch "hirtoide" Individuen angetroffen, die sich durch deutlich violette Blüten auszeichneten. Da aber alle anderen Merkmale für V. hirta sprechen - auch Ausläufer waren nicht vorhanden, kein Heterosiseffekt ersichtlich - vermute ich hier eine (seltene) Farbvarietät dieser Art und keine Hybride o.Ä. (Anm.: es gibt zwar Dreifachkreuzungen bei den Veilchen, aber von Viola hirta x odorata x hirta habe ich noch nichts gelesen ;-)).
Viele Grüße
Oliver
Schaut gut aus - Gratulation!
Ich hänge anbei nochmal ein Bild von Viola odorata x hirta aus einer anderen Population aus Osttirol (Lengberg) dazu, wo man deutliche (bleiche) Auläufer sehen kann. Übrigens wird diese Hybride in der Literatur als teilfertil beschrieben. So lassen sich auch Vorkommen ohne den beiden Elternarten (oder mit nur einem Elter) erklären.
Du schreibst, dass das Blattwerk bei deinen Hybridpflanzen relativ groß ist - dies ist mir bei meinen Beständen auch aufgefallen und dürfte ein Heterosiseffekt sein.
Gestern abend war ich übrigens noch kurz im Iselpark in Lienz und habe neben reiner V. hirta und V. odorata auch "hirtoide" Individuen angetroffen, die sich durch deutlich violette Blüten auszeichneten. Da aber alle anderen Merkmale für V. hirta sprechen - auch Ausläufer waren nicht vorhanden, kein Heterosiseffekt ersichtlich - vermute ich hier eine (seltene) Farbvarietät dieser Art und keine Hybride o.Ä. (Anm.: es gibt zwar Dreifachkreuzungen bei den Veilchen, aber von Viola hirta x odorata x hirta habe ich noch nichts gelesen ;-)).
Viele Grüße
Oliver
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- Viola odorata x hirta mit Ausläufer; Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
- Lengberg.jpg (490.7 KiB) 9093 mal betrachtet
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- Viola hirta mit violetten Blüten; Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
- IMG_3085.jpg (1.47 MiB) 9093 mal betrachtet
- Jürgen Baldinger
- Beiträge: 4038
- Registriert: Montag 19. September 2016, 19:47
- Wohnort: Wien
Re: Viola odorata x hirta - eine kaum bekannte Veilchenhybride
Was sind die besten Merkmale, um odorata x hirta von odorata x suavis zu unterscheiden?
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"
-
kurt nadler
- Beiträge: 4580
- Registriert: Samstag 10. November 2018, 13:26
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Re: Viola odorata x hirta - eine kaum bekannte Veilchenhybride
grüß euch
jetzt wärs noch spannend, ob odorata die erbanlagen für die nahezu "kronenlose sommerblüte" in die hybriden übermittelt.
dafür bräuchte man wohl kultivierte exemplare.
anekdötchen: ich hab odorata als unkraut in pelargonienkistln. es gibt dort nach frostfreier überwinterung nie frühjahrsblüten. die sommerblüten gedeihen jedoch prächtig an den teils vom fensterbrettkistl herabhängenden diesjährigen stolonen und machen unangenehme samen, die wiederum überall, u.a. in den topfpflanzenkulturen, keimen. ich hab also nur den schaden, nicht den blüh- und duftgenuss.
siehe beiliegende fotos vom 21.7.2018: Viola odorata mit Sommerblüten und Fruchtkapseln.
Es ist allerdings offen, ob auch regulär frühlingsblühende odoratas so freimütig sommerblühen.
für infos zu allfälligen anderen sommerblühenden veilchensippen wär ich dankbar.
jetzt wärs noch spannend, ob odorata die erbanlagen für die nahezu "kronenlose sommerblüte" in die hybriden übermittelt.
dafür bräuchte man wohl kultivierte exemplare.
anekdötchen: ich hab odorata als unkraut in pelargonienkistln. es gibt dort nach frostfreier überwinterung nie frühjahrsblüten. die sommerblüten gedeihen jedoch prächtig an den teils vom fensterbrettkistl herabhängenden diesjährigen stolonen und machen unangenehme samen, die wiederum überall, u.a. in den topfpflanzenkulturen, keimen. ich hab also nur den schaden, nicht den blüh- und duftgenuss.
siehe beiliegende fotos vom 21.7.2018: Viola odorata mit Sommerblüten und Fruchtkapseln.
Es ist allerdings offen, ob auch regulär frühlingsblühende odoratas so freimütig sommerblühen.
für infos zu allfälligen anderen sommerblühenden veilchensippen wär ich dankbar.
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- 21.7.2018, Breitenbrunn: Viola odorata mit Sommerblüten.
- DSCN9006 (2).JPG (773.73 KiB) 8549 mal betrachtet
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- 21.7.2018, Breitenbrunn: Viola odorata mit Sommer-Fruchtkapseln.
- DSCN9009 (2).JPG (764.61 KiB) 8549 mal betrachtet
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