Scilla drunensis in Wien
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Re: Scilla drunensis in Wien
Hallo Stefan!
Ganz herzlichen Dank für die Erläuterung und die eindrucksvolle Bilderreihe. Das abgesetzte weiße Zentrum ist wirklich charakteristisch. Ist im Bestimmungsschlüssel natürlich ebenfalls enthalten, das es schlussendlich so bestimmungsrelevant ist, war für mich nicht erkennbar. Ist nicht unterstrichen.
LG Markus
Ganz herzlichen Dank für die Erläuterung und die eindrucksvolle Bilderreihe. Das abgesetzte weiße Zentrum ist wirklich charakteristisch. Ist im Bestimmungsschlüssel natürlich ebenfalls enthalten, das es schlussendlich so bestimmungsrelevant ist, war für mich nicht erkennbar. Ist nicht unterstrichen.
LG Markus
- Hermann Falkner
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Re: Scilla drunensis in Wien
Hallo Markus,
wie Stefan schon schreibt - Scilla vindobonensis ist wirklich recht leicht unterscheidbar, entweder gibt's die grünen Streifen noch, oder (falls die undeutlich oder nicht mehr wahrnehmbar sind) das weisse Zentrum ist sehr auffällig; Scilla vindobonensis ist meiner Meinung auch dunkler blau als die anderen (aber als Bestimmungsmerkmal ist das sicher kaum tauglich). Bestimmung über Samen ist natürlich, wie du schon selbst schreibst, sehr mühsam, insbes. weil bei Samenreife die Krautschicht an den Scilla-Standorten schwer macht, die am Boden liegenden Samen noch zu finden (die Stengel neigen sich bei Reife zu Boden).
Was die Verteilung betrifft, ist in Ostösterreich überwiegend Scilla vindobonensis vorhanden, weiter im Süden (im südlichen Burgenland zB) Scilla bifolia s. str., im Westen (Oberösterreich, aber auch bis Niederösterreich) Scilla drunensis (Scilla bifolia s. str. kommt dort aber wohl auch vor, weiss ich selbst nicht so genau).
Während Scilla vindobonensis also relativ leicht bestimmbar ist, ist die Abgrenzung von Scilla bifolia s. str. zu Scilla drunensis schon viel schwieriger (und Scilla spetana wird wohl nicht mehr aufrechterhalten, wie Stefan schreibt, war mir auch neu, hab ich noch nicht gewusst - die ähnelt jedenfalls auch S. bifolia + drunensis sehr).
Bei Hainburg kannst du Scilla vindobonensis (am rechten Donauufer, bei Wolfsthal) und Scilla bifolia s. str. (oder doch Scilla drunensis? jedenfalls eine "der anderen"; am linken Donauufer in der Stopfenreuther Au) problemlos am selben Tag beobachten, es liegen nur wenige Kilometer zwischen beiden Standorten (dazwischen ist ein kleiner Au-Bereich "Scilla-frei": die Au beim Braunsberg, am Auglarm).
Die Scilla in der Stopfenreuther Au ist hellblau und ich hätt die wie gesagt als Scilla bifolia s. str. bestimmt gehabt.
In "deinem" Revier (Wienerwald) gibt's wohl nur Scilla vindobonensis, bzw. hab ich dort noch nichts anderes gesehen.
LG
Hermann
wie Stefan schon schreibt - Scilla vindobonensis ist wirklich recht leicht unterscheidbar, entweder gibt's die grünen Streifen noch, oder (falls die undeutlich oder nicht mehr wahrnehmbar sind) das weisse Zentrum ist sehr auffällig; Scilla vindobonensis ist meiner Meinung auch dunkler blau als die anderen (aber als Bestimmungsmerkmal ist das sicher kaum tauglich). Bestimmung über Samen ist natürlich, wie du schon selbst schreibst, sehr mühsam, insbes. weil bei Samenreife die Krautschicht an den Scilla-Standorten schwer macht, die am Boden liegenden Samen noch zu finden (die Stengel neigen sich bei Reife zu Boden).
Was die Verteilung betrifft, ist in Ostösterreich überwiegend Scilla vindobonensis vorhanden, weiter im Süden (im südlichen Burgenland zB) Scilla bifolia s. str., im Westen (Oberösterreich, aber auch bis Niederösterreich) Scilla drunensis (Scilla bifolia s. str. kommt dort aber wohl auch vor, weiss ich selbst nicht so genau).
Während Scilla vindobonensis also relativ leicht bestimmbar ist, ist die Abgrenzung von Scilla bifolia s. str. zu Scilla drunensis schon viel schwieriger (und Scilla spetana wird wohl nicht mehr aufrechterhalten, wie Stefan schreibt, war mir auch neu, hab ich noch nicht gewusst - die ähnelt jedenfalls auch S. bifolia + drunensis sehr).
Bei Hainburg kannst du Scilla vindobonensis (am rechten Donauufer, bei Wolfsthal) und Scilla bifolia s. str. (oder doch Scilla drunensis? jedenfalls eine "der anderen"; am linken Donauufer in der Stopfenreuther Au) problemlos am selben Tag beobachten, es liegen nur wenige Kilometer zwischen beiden Standorten (dazwischen ist ein kleiner Au-Bereich "Scilla-frei": die Au beim Braunsberg, am Auglarm).
Die Scilla in der Stopfenreuther Au ist hellblau und ich hätt die wie gesagt als Scilla bifolia s. str. bestimmt gehabt.
In "deinem" Revier (Wienerwald) gibt's wohl nur Scilla vindobonensis, bzw. hab ich dort noch nichts anderes gesehen.
LG
Hermann
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Re: Scilla drunensis in Wien
Hallo Hermann!
Auch Dir herzlichen Dank für Deine Erläuterungen.
Wie schon einmal von mir erwähnt,im Bestimmungsschlüssel der Exkursionsflora ist das weiße Zentrum enthalten. Es geht halt unter den vielen Angaben, vor allem bei S. vindobonensis, etwas unter.
Die wirklich bestimmungswichtigen Angaben sind in der Regel unterstrichen, diese Angabe, die aber bei vollaufgeblühten Pflanzen eigentlich das einzige Merkmal ist zur Unterscheidung, ist nicht unterstrichen.
Ich weis, es gibt in der Exkursionsflora weit vorne einen Hinweis, nicht nur die "wichtigen" unterstrichenen Angaben müssen passen - sondern alle Angaben müssen passen.
Für Euch Experten ist das alles einfach, grundsätzlich benötigt Ihr den Schlüssel gar nicht, weil ihr sowieso wisst, auf welchem Meter welche Pflanze vorkommt, und manche von den Pflanzen vor Ort schon "persönlich begrüßt werden weil sie sich jahrelang kennen".
Als fast Laie wie ich, geht der weiße Grund als doch nicht so wichtiges Merkmal im Text unter, und wenn man dann einzelne voll blühende Pflanzen findet, war dann immer das Rätselraten ist es S. vindobonensis oder nicht. Mit den neuen Erkenntnissen brauche ich nicht einmal mehr die Pflanze drangsalieren, um zu sehen ob auf der Unterseite noch grüne Streifen zu erkennen sind.
Danke nochmals an Alle für die Erläuterungen der letzten Tage.
LG Markus
Auch Dir herzlichen Dank für Deine Erläuterungen.
Wie schon einmal von mir erwähnt,im Bestimmungsschlüssel der Exkursionsflora ist das weiße Zentrum enthalten. Es geht halt unter den vielen Angaben, vor allem bei S. vindobonensis, etwas unter.
Die wirklich bestimmungswichtigen Angaben sind in der Regel unterstrichen, diese Angabe, die aber bei vollaufgeblühten Pflanzen eigentlich das einzige Merkmal ist zur Unterscheidung, ist nicht unterstrichen.
Ich weis, es gibt in der Exkursionsflora weit vorne einen Hinweis, nicht nur die "wichtigen" unterstrichenen Angaben müssen passen - sondern alle Angaben müssen passen.
Für Euch Experten ist das alles einfach, grundsätzlich benötigt Ihr den Schlüssel gar nicht, weil ihr sowieso wisst, auf welchem Meter welche Pflanze vorkommt, und manche von den Pflanzen vor Ort schon "persönlich begrüßt werden weil sie sich jahrelang kennen".
Als fast Laie wie ich, geht der weiße Grund als doch nicht so wichtiges Merkmal im Text unter, und wenn man dann einzelne voll blühende Pflanzen findet, war dann immer das Rätselraten ist es S. vindobonensis oder nicht. Mit den neuen Erkenntnissen brauche ich nicht einmal mehr die Pflanze drangsalieren, um zu sehen ob auf der Unterseite noch grüne Streifen zu erkennen sind.
Danke nochmals an Alle für die Erläuterungen der letzten Tage.
LG Markus
- Hermann Falkner
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Re: Scilla drunensis in Wien
Hallo Markus,
der Scilla-Schlüssel ist in der Tat nicht ganz optimal und muss für die 4. Auflage sicherlich überarbeitet werden.
Das weisse Zentrum sollte auch meiner Meinung nach unterstrichen werden, als bestimmungskritisch am wichtigsten sähe ich Knospenfarbe (grüne Streifen), weisses Zentrum und Samen, aber - ich dilettiere auf diesem Feld auch nur, Scilla ist schwierig (ausser vindobonensis ;-).
Die Grössenverhältnisse natürlich auch, aber da beginnt's schon mit den Problemen: polyploide Pflanzen (= solche mit vervielfachten Chromosomen) haben grössere Zellen und sind ergo oft in allen Teilen grösser - so auxh Scilla spetana - polyploide sind aber nicht unbedingt eine eigene Art! (siehe Scilla spetana...)
Grössenverhältnisse können also auch trügerisch sein.
Schau dir die in Hainburg an - Stopfenreuth und Wolfsthal - nichts ist besser als das lebende Objekt ;-) - ich schätze, du hast bisher nur vindobonensis gesehen, daher vielleicht deine Unsicherheit, mir ist's auch so gegangen, bis ich die aus der Stopfenreuthet Au gesehen habe.
der Scilla-Schlüssel ist in der Tat nicht ganz optimal und muss für die 4. Auflage sicherlich überarbeitet werden.
Das weisse Zentrum sollte auch meiner Meinung nach unterstrichen werden, als bestimmungskritisch am wichtigsten sähe ich Knospenfarbe (grüne Streifen), weisses Zentrum und Samen, aber - ich dilettiere auf diesem Feld auch nur, Scilla ist schwierig (ausser vindobonensis ;-).
Die Grössenverhältnisse natürlich auch, aber da beginnt's schon mit den Problemen: polyploide Pflanzen (= solche mit vervielfachten Chromosomen) haben grössere Zellen und sind ergo oft in allen Teilen grösser - so auxh Scilla spetana - polyploide sind aber nicht unbedingt eine eigene Art! (siehe Scilla spetana...)
Grössenverhältnisse können also auch trügerisch sein.
Schau dir die in Hainburg an - Stopfenreuth und Wolfsthal - nichts ist besser als das lebende Objekt ;-) - ich schätze, du hast bisher nur vindobonensis gesehen, daher vielleicht deine Unsicherheit, mir ist's auch so gegangen, bis ich die aus der Stopfenreuthet Au gesehen habe.
- Jürgen Baldinger
- Beiträge: 4038
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Re: Scilla drunensis in Wien
Gibt es bei S. spetana aufgrund des höheren Polyploidiegrads eine Reproduktionsbarriere zu den anderen bifolia-Arten?
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"
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