Viola-Workshop - kritische Arten unterscheiden, Hybrid-Problematik
- Hermann Falkner
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Viola-Workshop - kritische Arten unterscheiden, Hybrid-Problematik
Liebes Forum,
der Beitrag von Jürgen Baldinger (Bisamberg, mit dem "verdächtigen" weissgestreiften Viola cf. ambigua, die ich selbst gar nicht einordnen kann) bringt mich auf die Idee, einen "Viola-Workshop"-Diskussionsthread zu machen.
Manche Arten sind ja wirklich gar nicht so leicht zu unterscheiden - auch bzw. gerade häufigere Arten, insbes. weil es oft auch Hybridschwärme mit intermediären Populationen gibt (Viola odorata ×suavis; Viola reichenbachiana ×riviniana!).
Ich beginne einmal mit Exemplaren von Viola ambigua - diese Art ist eigentlich relativ leicht zu bestimmen, sofern keine Hybriden vorliegen:
- keine Ausläufer
- Laubblätter deutlich gestutzt und länglich (sehr deutlich länger als breit)
- Blüte duftend und Kronblätter sehr dunkel
Die Bilder anbei sind vom Spitzerberg (Habitus; 02.04.2011) bzw. Mödlinger Eichkogel (Laubblatt; 03.05.2016).
Die Art findet man vor allem in den Hainburger Bergen etwas häufiger, übrigens natürlich auch im benachbarten Ausland auf dem Thebener Kogel (Slowakei), ist sonst ja sehr selten.
Eine Verwechslung mit der Gruppe V. odorata/suavis/alba ist auch vom Habitus her eigentlich nicht möglich; V. pyrenaica ist möglicherweise ähnlicher (diese Art kenne ich nicht), ist aber nur in West- und Südösterreich verbreitet, das Areal dürfte sich also mit V. ambigua nicht oder bestenfalls marginal überschneiden, dasselbe gilt für V. thomasiana (nur Westösterreich, mit ebenfalls gestutzten Laubblättern; auch diese Art kenne ich nicht).
Diskussion erwünscht, natürlich auch Beiträge zu anderen Arten ;-)
der Beitrag von Jürgen Baldinger (Bisamberg, mit dem "verdächtigen" weissgestreiften Viola cf. ambigua, die ich selbst gar nicht einordnen kann) bringt mich auf die Idee, einen "Viola-Workshop"-Diskussionsthread zu machen.
Manche Arten sind ja wirklich gar nicht so leicht zu unterscheiden - auch bzw. gerade häufigere Arten, insbes. weil es oft auch Hybridschwärme mit intermediären Populationen gibt (Viola odorata ×suavis; Viola reichenbachiana ×riviniana!).
Ich beginne einmal mit Exemplaren von Viola ambigua - diese Art ist eigentlich relativ leicht zu bestimmen, sofern keine Hybriden vorliegen:
- keine Ausläufer
- Laubblätter deutlich gestutzt und länglich (sehr deutlich länger als breit)
- Blüte duftend und Kronblätter sehr dunkel
Die Bilder anbei sind vom Spitzerberg (Habitus; 02.04.2011) bzw. Mödlinger Eichkogel (Laubblatt; 03.05.2016).
Die Art findet man vor allem in den Hainburger Bergen etwas häufiger, übrigens natürlich auch im benachbarten Ausland auf dem Thebener Kogel (Slowakei), ist sonst ja sehr selten.
Eine Verwechslung mit der Gruppe V. odorata/suavis/alba ist auch vom Habitus her eigentlich nicht möglich; V. pyrenaica ist möglicherweise ähnlicher (diese Art kenne ich nicht), ist aber nur in West- und Südösterreich verbreitet, das Areal dürfte sich also mit V. ambigua nicht oder bestenfalls marginal überschneiden, dasselbe gilt für V. thomasiana (nur Westösterreich, mit ebenfalls gestutzten Laubblättern; auch diese Art kenne ich nicht).
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Zuletzt geändert von Hermann Falkner am Dienstag 18. April 2017, 17:03, insgesamt 2-mal geändert.
- Jürgen Baldinger
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Re: Viola-Workshop - kritische Arten unterscheiden, Hybrid-Problematik
Gute Idee, Hermann, die Gattung Viola vorzustellen. Gerne mehr! Ich verschiebe diesen hilfreichen Beitrag in das Forum Pflanzenbestimmung, ok?
Welche "Veigerln" habt Ihr denn gerade bei Euch in Osttirol, Oliver? Oder muss erst der Schnee schmelzen? ;-)
Welche "Veigerln" habt Ihr denn gerade bei Euch in Osttirol, Oliver? Oder muss erst der Schnee schmelzen? ;-)
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"
- Hermann Falkner
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Re: Viola-Workshop - kritische Arten unterscheiden, Hybrid-Problematik
Ja sicher, war mir nicht sicher, wo der hingehört ;-)
- Hermann Falkner
- Beiträge: 2079
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Re: Viola-Workshop - kritische Arten unterscheiden, Hybrid-Problematik
Viola pumila agg. könnte ich anschliessen: ich habe dazu einen Fund vom 14.04.2014, March-Auen, Hohenau an der March, an einem bekannten Sand-Standort im Fürstenwald (d. h. schon feucht, aber sandig).
Es kann sich nicht um die häufigere Art handeln, Viola elatior, die Merkmale sind aber intermediär zwischen Viola pumila und Viola stagnina; an der March sollten meines Wissens alle 3 Arten vorkommen:
- Viola elatior: als einzige der drei Arten dicht flaumhaarig und allein dadurch leicht unterscheidbar (die anderen beiden Arten sind entweder kahl oder nur spärlich mit sehr kurzen Haaren behaart); Kronblätter hellblau mit weissem Grund; mein Fund ist kaum behaart: sicher nicht flaumhaarig sondern wie für V. pumila/stagnina angegeben spärlich kurzhaarig; in Frage kommen also nur die beiden anderen Arten
- Viola pumila: Nebenblätter (der mittl. Stengelblätter) rund so lang wie der Laubblattstiel; Spreite keilig in den Blattstiel verschmälert; Kronblätter hellviolett, dunkler geadert; Pflanze frischgrün und völlig kahl; oder
- Viola stagnina: Nebenblätter deutlich kürzer als der Laubblattstiel und Spreite gestutzt bis schwach herzförmig; Kronblätter weiss, violett geandert; Pflanze hellgrün und spärlich behaart bis kahl
Am letzten Bild der Serie sieht man übrigens sehr schön auch das erste und einzige grundständige Blatt = Bestimmungszweig, der in der Exkursionsflora zu V. canina & V. pumila agg. führt; ich würde also ausschliessen, dass ich vor der Verzweigung "V. pumila agg." eine falsche Abzweigung erwischt hätte.
Da die überwiegende Anzahl der Merkmale für stagnina spricht (Blüte, Behaarung), hätte ich als stagnina bestimmt - möglicherweise sind aber die Blattmerkmale (Nebenblätter und Blattspreite - entspräche V. pumila!) schwerwiegender und sollten den Ausschlag für pumila geben ... da bin ich selbst überfragt. Die "Pflanzenfarbe" (wo beginnt frischgrün, was ist noch hellgrün?) hilft einem leider nicht sehr viel weiter, wenn man die in Frage kommenden Arten nicht gut kennt.
Es kann sich nicht um die häufigere Art handeln, Viola elatior, die Merkmale sind aber intermediär zwischen Viola pumila und Viola stagnina; an der March sollten meines Wissens alle 3 Arten vorkommen:
- Viola elatior: als einzige der drei Arten dicht flaumhaarig und allein dadurch leicht unterscheidbar (die anderen beiden Arten sind entweder kahl oder nur spärlich mit sehr kurzen Haaren behaart); Kronblätter hellblau mit weissem Grund; mein Fund ist kaum behaart: sicher nicht flaumhaarig sondern wie für V. pumila/stagnina angegeben spärlich kurzhaarig; in Frage kommen also nur die beiden anderen Arten
- Viola pumila: Nebenblätter (der mittl. Stengelblätter) rund so lang wie der Laubblattstiel; Spreite keilig in den Blattstiel verschmälert; Kronblätter hellviolett, dunkler geadert; Pflanze frischgrün und völlig kahl; oder
- Viola stagnina: Nebenblätter deutlich kürzer als der Laubblattstiel und Spreite gestutzt bis schwach herzförmig; Kronblätter weiss, violett geandert; Pflanze hellgrün und spärlich behaart bis kahl
Am letzten Bild der Serie sieht man übrigens sehr schön auch das erste und einzige grundständige Blatt = Bestimmungszweig, der in der Exkursionsflora zu V. canina & V. pumila agg. führt; ich würde also ausschliessen, dass ich vor der Verzweigung "V. pumila agg." eine falsche Abzweigung erwischt hätte.
Da die überwiegende Anzahl der Merkmale für stagnina spricht (Blüte, Behaarung), hätte ich als stagnina bestimmt - möglicherweise sind aber die Blattmerkmale (Nebenblätter und Blattspreite - entspräche V. pumila!) schwerwiegender und sollten den Ausschlag für pumila geben ... da bin ich selbst überfragt. Die "Pflanzenfarbe" (wo beginnt frischgrün, was ist noch hellgrün?) hilft einem leider nicht sehr viel weiter, wenn man die in Frage kommenden Arten nicht gut kennt.
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- Hermann Falkner
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Re: Viola-Workshop - kritische Arten unterscheiden, Hybrid-Problematik
Viola canina passt gut zur Viola-pumila-Gruppe, da diese Arten nur 0-1 Grundblätter haben, im Gegensatz zu allen anderen Stengelveilchen, daher kurz mit zwei Bildern vorgestellt - am 2. Bild erkennt man sehr gut die vergleichsweise sehr kurzen Nebenblätter (der mittleren Stengelblätter), und die nur kurzen Fransen.
Die viel breitere Blattspreite mit +/- herzförmigem Grund unterscheidet die häufige V. canina sehr deutlich von V. pumila agg., eine Verwechslung mit diesen ist eigentlich nicht möglich.
Das 1. Bild ist vom 16.04.2016 (Mühlviertel, Bezirk Perg, Stillensteinklamm), das 2. mit gut erkennbarem Nebenblatt vom 21.04.2012 (Mühlviertel, Bezirk Rohrbach, unweit Ameisberg). Die Art ist in Gebieten mit sauren Böden oft die häufigste Veilchenart, so jedenfalls im Mühlviertel, stellenweise aber auch z. B. im Flysch-Wienerwald durchaus häufig, im Wienerwald findet man aber eher V. reichenbachiana & riviniana und deren Hybriden.
Die viel breitere Blattspreite mit +/- herzförmigem Grund unterscheidet die häufige V. canina sehr deutlich von V. pumila agg., eine Verwechslung mit diesen ist eigentlich nicht möglich.
Das 1. Bild ist vom 16.04.2016 (Mühlviertel, Bezirk Perg, Stillensteinklamm), das 2. mit gut erkennbarem Nebenblatt vom 21.04.2012 (Mühlviertel, Bezirk Rohrbach, unweit Ameisberg). Die Art ist in Gebieten mit sauren Böden oft die häufigste Veilchenart, so jedenfalls im Mühlviertel, stellenweise aber auch z. B. im Flysch-Wienerwald durchaus häufig, im Wienerwald findet man aber eher V. reichenbachiana & riviniana und deren Hybriden.
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