Eragrostis multicaulis explodiert
- Georg Pflugbeil
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Eragrostis multicaulis explodiert
Liebes Forum,
es handelt sich jetzt nicht um einen besonderen Fund, aber ich möchte das Thema gerne ansprechen und würde mich über eure Erfahrungen oder Anmerkungen freuen!
Ich war letztes Wochenende mit Peter (Pilsl) unterwegs, um Oenothera zu kartieren. Neben interessanten Funden der Nachtkerzen haben wir aber auch das "Explodieren" von Eragrostis multicaulis (agg.??) an den Straßenrändern beobachten können. Bei jedem Stopp im Flachgau haben wir die Art finden können... Peter ist mit dem Sammeln schon gar nicht mehr zusammen gekommen ;-)
Ich war heute auch in Nußdorf unterwegs und dort ist der gesamte Straßenrand der Landesstraße über Kilometer voll mit Liebesgras (siehe Fotos). Interessant ist hierbei, dass der Straßenabschnitt zwischen Weitwörth und Nußdorf von Eragrostis multicaulis dominiert wird. Im Ortsgebiet von Nußdorf selbst nimmt die Art nach Norden hin ab (es sind keine perfekten, schottrigen Straßenränder mehr vorhanden, sondern nur mehr Pflasterfugen); und an der Landesstraße nördlich davon ist plötzlich nur mehr Puccinellia distans zu finden. Spannend, ob sie die Art in den kommenden Jahren bis dorthin "durchschlagen" kann.
Stetig begleitet wird sie übrigens von Panicum capillare. Interessanterweise konnte ich dort noch keinen P. riparium finden.
Ein kurzer Abriss der Geschichte von Eragrostis multicaulis in Salzburg: 2002 erstmals an der Autobahn bei Kuchl gefunden und bis 2011 nur vereinzelt an bzw. in der Nähe der Autobahn; danach folgen einige Funde in der Stadt Salzburg, aber ab etwa 2015 scheint sich die Art richtig zu etablieren und besielt nun wohl die meisten Straßenränder an den Hauptverkehrsstraßen im Flachgau.
Im Gegensatz dazu scheint Eragrostis albensis (falls immer richtig angesprochen) vor allem in der Stadt Salzburg und deren näherer Umgebung vorzukommen. Meiner Meinung besiedelt diese lieber Pflasterfugen im (inner)städtischen Bereich, während Eragrostis multicaulis die direkten schottrigen Straßenränder der Landesstraßen bevorzugt. Ich freu mich auf eure Beiträge!
Zu den Fotos: Eragrostis multicaulis dominiert direkt neben der Straße, in einem ca. 20cm breiten Streifen
@Clemens: natürlich habe ich die Population für dich besammelt ;-)
es handelt sich jetzt nicht um einen besonderen Fund, aber ich möchte das Thema gerne ansprechen und würde mich über eure Erfahrungen oder Anmerkungen freuen!
Ich war letztes Wochenende mit Peter (Pilsl) unterwegs, um Oenothera zu kartieren. Neben interessanten Funden der Nachtkerzen haben wir aber auch das "Explodieren" von Eragrostis multicaulis (agg.??) an den Straßenrändern beobachten können. Bei jedem Stopp im Flachgau haben wir die Art finden können... Peter ist mit dem Sammeln schon gar nicht mehr zusammen gekommen ;-)
Ich war heute auch in Nußdorf unterwegs und dort ist der gesamte Straßenrand der Landesstraße über Kilometer voll mit Liebesgras (siehe Fotos). Interessant ist hierbei, dass der Straßenabschnitt zwischen Weitwörth und Nußdorf von Eragrostis multicaulis dominiert wird. Im Ortsgebiet von Nußdorf selbst nimmt die Art nach Norden hin ab (es sind keine perfekten, schottrigen Straßenränder mehr vorhanden, sondern nur mehr Pflasterfugen); und an der Landesstraße nördlich davon ist plötzlich nur mehr Puccinellia distans zu finden. Spannend, ob sie die Art in den kommenden Jahren bis dorthin "durchschlagen" kann.
Stetig begleitet wird sie übrigens von Panicum capillare. Interessanterweise konnte ich dort noch keinen P. riparium finden.
Ein kurzer Abriss der Geschichte von Eragrostis multicaulis in Salzburg: 2002 erstmals an der Autobahn bei Kuchl gefunden und bis 2011 nur vereinzelt an bzw. in der Nähe der Autobahn; danach folgen einige Funde in der Stadt Salzburg, aber ab etwa 2015 scheint sich die Art richtig zu etablieren und besielt nun wohl die meisten Straßenränder an den Hauptverkehrsstraßen im Flachgau.
Im Gegensatz dazu scheint Eragrostis albensis (falls immer richtig angesprochen) vor allem in der Stadt Salzburg und deren näherer Umgebung vorzukommen. Meiner Meinung besiedelt diese lieber Pflasterfugen im (inner)städtischen Bereich, während Eragrostis multicaulis die direkten schottrigen Straßenränder der Landesstraßen bevorzugt. Ich freu mich auf eure Beiträge!
Zu den Fotos: Eragrostis multicaulis dominiert direkt neben der Straße, in einem ca. 20cm breiten Streifen
@Clemens: natürlich habe ich die Population für dich besammelt ;-)
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lg, Georg
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Oliver Stöhr
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Re: Eragrostis multicaulis explodiert
Hallo Georg!
Bei uns ins Osttirol ist derzeit Eragrostis minor an den Banketten in Ausbreitung - siehe Bild unten, das ich gestern unweit Ainet (Iseltal) aufgenommen habe. Sonst tritt noch lokal Eragrostis pilosa an den Straßenrändern auf. E. multicaulis habe ich bei uns (auch wieder am Straßenrand) erst einmal gefunden, könnte aber durchaus schon weiter verbreitet sein; und auch E. albensis gibt es, aber von mir bisher noch nicht an Straßenrändern gefunden.
Und dann noch die Frage: Wonach bestimmt ihr Eragrostis bzw. welcher Schlüssel hat sich als wirklich brauchbar / verlässlich herausgestellt? So ganz einfach ist die Sache ja nicht ...
Für Tirol gibt es übrigens dazu eine einschlägige Arbeit von K. Pagitz, siehe:
http://www.zobodat.at/pdf/STAPFIA_0097_0193-0205.pdf
Was aber bei uns in den letzten Jahren "explodiert" ist die Gattung Sporobolus (v.a. neglectus, aber nach K. Pagitz auch vaginiflorus), die man jetzt in dichten hellgrünen "Rasen" entlang der Bundesstraßen gut kartieren kann (verfärbt sich später dann rötlich) - anbei ebenfalls aus Bild nahe Ainet. Und von der weit verbreiteten Puccinellia distans redet ohnehin niemand mehr ;-)
Viele Grüße
Oliver
Bei uns ins Osttirol ist derzeit Eragrostis minor an den Banketten in Ausbreitung - siehe Bild unten, das ich gestern unweit Ainet (Iseltal) aufgenommen habe. Sonst tritt noch lokal Eragrostis pilosa an den Straßenrändern auf. E. multicaulis habe ich bei uns (auch wieder am Straßenrand) erst einmal gefunden, könnte aber durchaus schon weiter verbreitet sein; und auch E. albensis gibt es, aber von mir bisher noch nicht an Straßenrändern gefunden.
Und dann noch die Frage: Wonach bestimmt ihr Eragrostis bzw. welcher Schlüssel hat sich als wirklich brauchbar / verlässlich herausgestellt? So ganz einfach ist die Sache ja nicht ...
Für Tirol gibt es übrigens dazu eine einschlägige Arbeit von K. Pagitz, siehe:
http://www.zobodat.at/pdf/STAPFIA_0097_0193-0205.pdf
Was aber bei uns in den letzten Jahren "explodiert" ist die Gattung Sporobolus (v.a. neglectus, aber nach K. Pagitz auch vaginiflorus), die man jetzt in dichten hellgrünen "Rasen" entlang der Bundesstraßen gut kartieren kann (verfärbt sich später dann rötlich) - anbei ebenfalls aus Bild nahe Ainet. Und von der weit verbreiteten Puccinellia distans redet ohnehin niemand mehr ;-)
Viele Grüße
Oliver
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- Eragrostis minor (Ainet); Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
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- Sporobolus neglectus (Ainet); Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
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Peter Pilsl
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Re: Eragrostis multicaulis explodiert
Zum Sporobolus kann ich aus Salzburger Sicht sagen, dass beide Arten gar nicht so selten vorkommen und wenn man zur richtigen Zeit kommt auch leicht zu kartieren sind. Besonders auf diese beiden Arten sollte man ab Mitte August schauen und das vor allem an Straßen bei denen die Straßenränder nicht gerade gemäht wurden. Ich habe letztes Jahr mehrere Bundes- und Landesstraßen im Flachgau mit dem Fahrrad abgeklappert und bin fast immer fündig geworden; bisher 15 Nachweise.
Die beiden Arten kamen bei mir nie gemischt vor, sondern immer nur in Reinbeständen. Das mit der Rotfärbung kann ich nur teilweise bestätigen, manche Pflanzen werden nie oder nur ganz basal ein wenig rot.
Beste Grüße
Die beiden Arten kamen bei mir nie gemischt vor, sondern immer nur in Reinbeständen. Das mit der Rotfärbung kann ich nur teilweise bestätigen, manche Pflanzen werden nie oder nur ganz basal ein wenig rot.
Beste Grüße
Peter Pilsl
SABOTAG
SABOTAG
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Oliver Stöhr
- Beiträge: 3555
- Registriert: Freitag 25. November 2016, 20:05
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Re: Eragrostis multicaulis explodiert
Liebe alle,
nur ein paar kleine Ergänzungen zum Thema "Strassenrandflora in Salzburg" und zwar konkret für den Pongau, den ich in den letzten 2 Tagen beruflich durchfahren habe.
Panicum riparium: Diese Art ist in diesem Bezirk weit verbreitet, so etwa auf den Bundes- und Landesstraßen Radstadt-Untertauern (@Georg: jetzt wissen wir es ;-)), Radstadt-Forstau, Radstadt-Altenmarkt, St. Johann-Wagrein, Umfahrung Bischofshofen und dann auch schon im Gasteinertal zumindest bis Hofgastein. Die Art bildet streckenweise durchgehende Massen-Bestände an vorderster Bankettenfront und ist jetzt ob der gelblichweissen Farbgebung sehr auffällig.
Dittrichia graveolens: Zerstreut an den Bundesstraßen, so bei Schwarzach, St. Johann und nunmehr auch schon im Gasteinertal bei Dorfgastein und Hofgastein.
Sporobolus neglectus: Auch schon im Gasteinertal an den oben genannten Orten.
Und Eragrostis multicaulis habe ich heute auf einer Ruderalfläche in Radstadt mit Panicum riparium gesehen.
Also ich zitiere M. Hohla: "Plants on the road" - und es geht weiter...
Viele Grüße
Oliver
PS: Noch ein Nachtrag: Als neuer Name für Panicum riparium ist übrigens Panicum barbipulvinatum zu verwenden, siehe: http://botges.ch/bauhinia/bauhinia25(2014)59-68.pdf
nur ein paar kleine Ergänzungen zum Thema "Strassenrandflora in Salzburg" und zwar konkret für den Pongau, den ich in den letzten 2 Tagen beruflich durchfahren habe.
Panicum riparium: Diese Art ist in diesem Bezirk weit verbreitet, so etwa auf den Bundes- und Landesstraßen Radstadt-Untertauern (@Georg: jetzt wissen wir es ;-)), Radstadt-Forstau, Radstadt-Altenmarkt, St. Johann-Wagrein, Umfahrung Bischofshofen und dann auch schon im Gasteinertal zumindest bis Hofgastein. Die Art bildet streckenweise durchgehende Massen-Bestände an vorderster Bankettenfront und ist jetzt ob der gelblichweissen Farbgebung sehr auffällig.
Dittrichia graveolens: Zerstreut an den Bundesstraßen, so bei Schwarzach, St. Johann und nunmehr auch schon im Gasteinertal bei Dorfgastein und Hofgastein.
Sporobolus neglectus: Auch schon im Gasteinertal an den oben genannten Orten.
Und Eragrostis multicaulis habe ich heute auf einer Ruderalfläche in Radstadt mit Panicum riparium gesehen.
Also ich zitiere M. Hohla: "Plants on the road" - und es geht weiter...
Viele Grüße
Oliver
PS: Noch ein Nachtrag: Als neuer Name für Panicum riparium ist übrigens Panicum barbipulvinatum zu verwenden, siehe: http://botges.ch/bauhinia/bauhinia25(2014)59-68.pdf
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- Panicum riparium bei Untertauern; Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
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- Panicum riparium - Habitus; Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
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- Dittrichia graveolens bei Hofgastein; Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
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- Georg Pflugbeil
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Re: Eragrostis multicaulis explodiert
Ha, lustig! Ich habe bei der Rückfahrt aus Obertauern ebenfalls Panicum riparium belegt. Freut mich auch, dass wir uns dann bei der Bestimmung einig sind :-)
Die Verbreitung war ja fast durchgehend vom Ausgang der Klamm bei Untertauern bis zur Autobahnauffahrt, ausgenommen den versiegelten Rändern in den Ortschaften.
Dittrichia habe ich noch bei der Abfahrt in Pfarrwerfen gesehen, Sporobolus hätte ich dort in der Nähe ebenfalls vermutet, doch sind wir zu schnell vorbeigefahren... noch dazu ist es dort schlecht zum stehenbleiben gewesen :-)
Die Straßenränder sind absolut eine spannende Sache, da kann man die Ausbreitung von Arten im Zeitraffer beobachten.
Die Verbreitung war ja fast durchgehend vom Ausgang der Klamm bei Untertauern bis zur Autobahnauffahrt, ausgenommen den versiegelten Rändern in den Ortschaften.
Dittrichia habe ich noch bei der Abfahrt in Pfarrwerfen gesehen, Sporobolus hätte ich dort in der Nähe ebenfalls vermutet, doch sind wir zu schnell vorbeigefahren... noch dazu ist es dort schlecht zum stehenbleiben gewesen :-)
Die Straßenränder sind absolut eine spannende Sache, da kann man die Ausbreitung von Arten im Zeitraffer beobachten.
lg, Georg
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