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das Sumpf-Heusenkraut, Ludwigia palustris, kommt in manchen steirischen Fischteichen nach wie vor in teilweise Massenbeständern vor, so etwa in den Tobis-Teichen bei Preding in der Südsteiermark.
In Österreich war die Art bereits im 19. Jahrhundert bekannt. Eduard Josch (1853) nahm sie unter dem Namen Isnardia palustris in seine „Flora von Kärnten“ auf. Die alten Kärntner Vorkommen konnten später jedoch nicht mehr bestätigt werden, sodass die Art dort heute als verschollen beziehungsweise ausgestorben gilt.
Für die Steiermark behandelte August von Hayek die Art in seiner zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschienenen „Flora von Steiermark“ (Hayek 1908–1911) und führte sie für Admont, Graz, das Kainachtal bei Hohenburg, zwischen Söding und St. Johann, bei Seggau, Leibnitz, Mureck und Bad Radkersburg an. Fritsch (1929, 1930) ergänzte die Fundorte Fehring, St. Martin im Sulmtal und Gussendorf bei Groß St. Florian. Melzer (1956: 82) fand das Sumpf-Heusenkraut in den Rabenhofteichen bei Wagendorf. Bregant & al. (1992) nannten die Unterhart-Teiche nördlich von Mureck, Melzer & Bregant (1993: 193) zusätzlich Oberhart bei Mureck, Weinburg, Gussendorf und Dornegg sowie Maurer (1996: 181) einen abgelassenen Fischteich bei Siebing.
Für Vorarlberg wurde die Art ehemals aus Lauterach und Wolfurt angegeben (Murr 1923: 6).
Alte Nachweise liegen auch aus dem südlichen Burgenland vor. Traxler (1972: 100) schreibt: „Kommt auch im Burgenland vor, und zwar im Sumpf zwischen Sulz und Gamischdorf bei der Abzweigung des Güterweges nach Hackenberg (massenhaft), Quelltümpel ,Heiligstock‘ in der Kat. Gem. Hagensdorf.“ Traxler (1973: 167) ergänzte einen Tümpel am Altlauf der Strem bei Urbersdorf, später (1978: 52) einen alten, beim Unteren Feldmeierhof in die Strem mündenden Abzugsgraben etwa 900 m nordwestlich von Glasing. Der Sumpf zwischen Sulz und Gamischdorf wurde im Zuge der Regulierung des Sulzbaches trockengelegt, wodurch die dortigen Bestände von Ludwigia palustris vollständig vernichtet wurden (Traxler 1978). Auch das Vorkommen an der Trasse der ehemaligen Eisenbahn westlich von Strem (Traxler 1974) ging durch den Neubau der Pinkataler Straße verloren (Traxler 1986). Traxler (1989: 12) führte die Art noch unter den „stark gefährdeten Arten“. Heute gilt das Sumpf-Heusenkraut auch im Burgenland als erloschen.
Eine alte Angabe für Oberösterreich beruht auf einem Irrtum (Schratt-Ehrendorfer & al. 2022).
Nach der aktuellen Roten Liste Österreichs ist Ludwigia palustris vom Aussterben bedroht (CR; frühere Gefährdungskategorie 1). In Vorarlberg und Kärnten gilt die Art als ausgestorben bzw. verschollen, im Burgenland als möglicherweise ausgestorben (ⴕ?) mit dem Zusatz „rezent noch letzte Vorkommen in steirischen Fischteichen“ (Schratt-Ehrendorfer & al. 2022).
Ich konnte das Sumpf-Heusenkraut außer in den hier beschriebenen Tobis-Teichen bei Preding noch in drei weiteren steirischen Fischteichgebieten nachweisen: in den Mönichgleinz-Teichen bei Groß St. Florian (9. August 2025), im Langteich der Unterhart-Teiche bei Oberrakitsch nördlich von Mureck (18. August 2024) sowie in den Stangdorfer Teichen westlich von Weinburg (25. Juli 2010).
Quellen:
Elliott S. (1817): A Sketch of the Botany of South-Carolina and Georgia 1(3): 211. Charleston. – Ludwigia palustris
Josch E. (1853): Die Flora von Kärnten. Klagenfurt.
Hayek A. von (1908–1911): Flora von Steiermark 1. Berlin: Gebrüder Borntraeger.
Linnaeus C. (1753): Species Plantarum 1: 120. Holmiae (Stockholm): Laurentius Salvius. – Isnardia palustris
MAURER W. (1996): Flora der Steiermark. Band I. Farnpflanzen (Pteridophyten) und freikronblättrige Blütenpflanzen (Apetale und Dialypetale). – Eching: IHW-Verlag; 311 S.
MELZER H.(1956): Notizen zur Flora von Steiermark - Mitteilungen des naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark 86: 80–83. MittNatVerSt_86_0080-0083.pdf
MURR J. (1923–1926): Neue Übersicht über die Farn- und Blütenpflanzen von Vorarlberg und Liechtenstein. - Bregenz.
Traxler G. (1972): Floristische Neuigkeiten aus dem Burgenland (VI) — Burgenländische Heimatblätter 34: 97–105.
Traxler G. (1973): Floristische Neuigkeiten aus dem Burgenland (VII) — Burgenländische Heimatblätter 35: 163–171.
TRAXLER G. (1974): Floristische Neuigkeiten aus dem Burgenland (IX) — Burgenländische Heimatblätter 36: 49–59.
Traxler G. (1978): Floristische Neuigkeiten aus dem Burgenland (XII) - Burgenländische Heimatblätter 40: 49-59. Burgenlaendische-Heimatblaetter_40_0049-0059.pdf
Traxler G. (1986): Floristische Neuigkeiten aus dem Burgenland (XX) – Burgenländische Heimatblätter 48: 87–99. Burgenlaendische-Heimatblaetter_48_0087-0099.pdf
Ludwigia palustris in der Steiermark
- Norbert Griebl
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Ludwigia palustris in der Steiermark
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Je größer ein Mensch ist, desto mehr neigt er dazu, sich vor einer Blume niederzuknien
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