Lindernia dubia nun auch in der Steiermark
- Norbert Griebl
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Lindernia dubia nun auch in der Steiermark
Liebes Forum,
Lindernia dubia, das Große Büchsenkraut, ist nun auch in der Steiermark angekommen.
In relativ großen Beständen in den Waldschacher Teichen bei Wettmannstätten in der Südsteiermark.
Zur Art:
Das Große Büchsenkraut (Lindernia dubia) ist eine in Nord- Mittel- und Südamerika weit verbreitete Art, die heute auch in zahlreichen anderen Ländern eingebürgert oder verwildert vorkommt. Vom ähnlichen heimischen Europäischen Büchsenkraut (Lindernia procumbens) unterscheidet sie sich vor allem durch ihre 7–10 mm langen, normal entwickelten Blüten (bei L. procumbens 5–7 mm lang und Blüten meist kleistogam) sowie durch die fünfnervigen Laubblätter, deren obere zumindest entfernt gezähnt sind (bei L. procumbens dreinervig und auch die oberen Blätter ganzrandig). Ein Vergleichsbild, beide vom Waldschacher Teich, findet sich unten im Anhang.
Mitte des 19. Jahrhunderts gelangte Lindernia dubia aus ihrer Heimat nach Frankreich, wo sie sich nach und nach einbürgerte, unter anderem in den Flussgebieten von Loire, Maine, Sèvre und Mayenne. Die Ausbreitung erfolgt vor allem entlang von Gewässern. Die Samen werden durch Boote, Fahrzeuge und Wasservögel verbreitet. Wahrscheinlich gehen die meisten, wenn nicht alle mitteleuropäischen Vorkommen auf unbeabsichtigte Verschleppung zurück, zumal die Art erst in jüngerer Zeit auch als Aquarienpflanze kultiviert wird.
In Österreich wurde das Große Büchsenkraut erstmals 2013 in den Güssinger Winterteichen im Burgenland nachgewiesen, zunächst jedoch irrtümlich für das Europäische Büchsenkraut (Lindernia procumbens) gehalten (Raabe 2019). Es folgten 2018 Funde in Schönau an der Donau sowie bei Witzelsdorf in Niederösterreich (Barta & Bauer 2019). In Oberösterreich wurde die Art in den Schacherteichen bei Kremsmünster festgestellt (Hohla 2018, Lugmair 2021). Ein weiterer Nachweis gelang 2026 in Donaualtarmen bei Hainburg in Richtung Röthelstein in Niederösterreich (Nadler 2026). Für die Steiermark konnte Lindernia dubia 2026 erstmals in den Waldschacher Teichen bei Wettmannstätten gefunden werden.
Gattung und Familie wurden zu Ehren des deutschen Botanikers und Arztes Franz Balthasar von Lindern (1682–1755) benannt. Der Elsassforscher und Direktor des Botanischen Gartens in Straßburg bildete Lindernia procumbens, die einzige in Europa heimische Art der Gattung, erstmals ab und beschrieb sie ausführlich (Lindern 1747).
Leider ist das Botanisieren bei den Teichen nur mit Genehmigung der Grundbesitzer möglich (siehe Willkommensgruß, Foto unten).
Quellen:
BARTA T. & BAUER J. (2019): Lindernia dubia, in Floristische Neufunde (305−375) – Neilreichia 10: 238.
HOHLA M. (2018): Lindernia dubia – erstmals am Unteren Inn, in: Floristische Kurzmitteilungen - Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 88: 143-166.
LINDERN F. B. von (1747): Hortus Alsaticus: Plantas in Alsatia Bobili – Argentorati: Joannis Beckii. LUGMAIR A. (2021): in KLEESADL G. & SCHRÖCK C. (Eds.): Floristische Kurzmitteilungen 01 (2021) – Stapfia 112: 225-253.
NADLER K. (2026): Schlammlingsfluren - Schlamm(lings)fluren - Forum Flora Austria
RAABE U. (2019): Die Gattung Lindernia (Linderniaceae) im Burgenland, Österreich - Neilreichia 10: 171–183.
Lindernia dubia, das Große Büchsenkraut, ist nun auch in der Steiermark angekommen.
In relativ großen Beständen in den Waldschacher Teichen bei Wettmannstätten in der Südsteiermark.
Zur Art:
Das Große Büchsenkraut (Lindernia dubia) ist eine in Nord- Mittel- und Südamerika weit verbreitete Art, die heute auch in zahlreichen anderen Ländern eingebürgert oder verwildert vorkommt. Vom ähnlichen heimischen Europäischen Büchsenkraut (Lindernia procumbens) unterscheidet sie sich vor allem durch ihre 7–10 mm langen, normal entwickelten Blüten (bei L. procumbens 5–7 mm lang und Blüten meist kleistogam) sowie durch die fünfnervigen Laubblätter, deren obere zumindest entfernt gezähnt sind (bei L. procumbens dreinervig und auch die oberen Blätter ganzrandig). Ein Vergleichsbild, beide vom Waldschacher Teich, findet sich unten im Anhang.
Mitte des 19. Jahrhunderts gelangte Lindernia dubia aus ihrer Heimat nach Frankreich, wo sie sich nach und nach einbürgerte, unter anderem in den Flussgebieten von Loire, Maine, Sèvre und Mayenne. Die Ausbreitung erfolgt vor allem entlang von Gewässern. Die Samen werden durch Boote, Fahrzeuge und Wasservögel verbreitet. Wahrscheinlich gehen die meisten, wenn nicht alle mitteleuropäischen Vorkommen auf unbeabsichtigte Verschleppung zurück, zumal die Art erst in jüngerer Zeit auch als Aquarienpflanze kultiviert wird.
In Österreich wurde das Große Büchsenkraut erstmals 2013 in den Güssinger Winterteichen im Burgenland nachgewiesen, zunächst jedoch irrtümlich für das Europäische Büchsenkraut (Lindernia procumbens) gehalten (Raabe 2019). Es folgten 2018 Funde in Schönau an der Donau sowie bei Witzelsdorf in Niederösterreich (Barta & Bauer 2019). In Oberösterreich wurde die Art in den Schacherteichen bei Kremsmünster festgestellt (Hohla 2018, Lugmair 2021). Ein weiterer Nachweis gelang 2026 in Donaualtarmen bei Hainburg in Richtung Röthelstein in Niederösterreich (Nadler 2026). Für die Steiermark konnte Lindernia dubia 2026 erstmals in den Waldschacher Teichen bei Wettmannstätten gefunden werden.
Gattung und Familie wurden zu Ehren des deutschen Botanikers und Arztes Franz Balthasar von Lindern (1682–1755) benannt. Der Elsassforscher und Direktor des Botanischen Gartens in Straßburg bildete Lindernia procumbens, die einzige in Europa heimische Art der Gattung, erstmals ab und beschrieb sie ausführlich (Lindern 1747).
Leider ist das Botanisieren bei den Teichen nur mit Genehmigung der Grundbesitzer möglich (siehe Willkommensgruß, Foto unten).
Quellen:
BARTA T. & BAUER J. (2019): Lindernia dubia, in Floristische Neufunde (305−375) – Neilreichia 10: 238.
HOHLA M. (2018): Lindernia dubia – erstmals am Unteren Inn, in: Floristische Kurzmitteilungen - Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 88: 143-166.
LINDERN F. B. von (1747): Hortus Alsaticus: Plantas in Alsatia Bobili – Argentorati: Joannis Beckii. LUGMAIR A. (2021): in KLEESADL G. & SCHRÖCK C. (Eds.): Floristische Kurzmitteilungen 01 (2021) – Stapfia 112: 225-253.
NADLER K. (2026): Schlammlingsfluren - Schlamm(lings)fluren - Forum Flora Austria
RAABE U. (2019): Die Gattung Lindernia (Linderniaceae) im Burgenland, Österreich - Neilreichia 10: 171–183.
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Je größer ein Mensch ist, desto mehr neigt er dazu, sich vor einer Blume niederzuknien
- Norbert Griebl
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Re: Lindernia dubia nun auch in der Steiermark
Lindernia dubia, Fortsetzung
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Je größer ein Mensch ist, desto mehr neigt er dazu, sich vor einer Blume niederzuknien
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kurt nadler
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Re: Lindernia dubia nun auch in der Steiermark
Die Tafel gefällt herausragend!! Danke für den Lacher (und den "Willkommensgruß")!
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