Segetalflora 2020
- Stefan Lefnaer
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Re: Segetalflora 2020
Anhand eines kürzlich mit Herbiziden gespritzten Ackers nächst Stronsdorf (Bez. Mistelbach) konnte ich heute ein wenig die differentierte Wirkung beobachten. Die ausgebrachten Gifte wirken nicht auf alle Arten gleich stark, womit eine künstliche Selektion stattfindet. Während innerhalb der Äcker oft alles außer der Kulturfrucht umgebracht wird und nur ganz zähe Beikräuter durchkommen, können an den Rändern mehr oder weniger Arten überleben. Arten die das Gift besser ertragen, haben dort einen Konkurrenzvorteil vor anderen Arten die eleminiert werden. So nimmt der Mensch einen großen Einfluß auf die Artzusammensetzung und es kann eventuell sogar dazu führen, dass weitgehend giftresistente Arten einen Konkurrenzvorteil erhalten und sich noch stärker zu Probemunkräutern für die Landwirtschaft entwickeln. Daneben hat dies natürlich katastophale Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Auch bei Bestäubern, die dann zur Bestäubung von nicht-windbestäubten Kulturfrüchten fehlen. Aber diese Probleme sind ja bekannt, nur werden sie ignoriert.
Hier jedenfalls die Fläche über "Lockersediment-Braunerde mit unterschiedlichem Kalkgehalt aus kalkhaltigen Feinsedimenten (meist Tertiär)":
Während u.a. Anthemis austriaca, Bifora radians, Buglossoides incrassata subsp. splitgerberi, Myosotis arvensis (subsp. arvensis), Microthlaspi perfoliatum und - hier im Bild - Neslia paniculata s. str. kaum sichtbare Schäden zeigten...
...war Adonis aestivalis VU mehr oder wenig (je nach Entfernung vom Acker) betroffen:
Arg erwischt hat es auch Galium tricornutum CR . Die Pflanzen waren habituell stark verändert, die Blütenstiele durch unkontrolliertes Längenwachstum gekennzeichnet und nicht wie üblich umgebogen. Lediglich durch die mit spitzen papillen besetzen Früchte und die mehr graugrüne Farbe und die im Verhältnis zum kräftigen Stängel kurzen Laubblätter war eine Unterscheidung zu G. aparine agg. möglich.
Ich werde einmal recherchieren, ob es wissenschaftliche Studien über die Auswirkung von in der Landwirtschaft üblichen Herbizide auf verschiedene Ackerbeikräuter gibt. Das wäre auch in Hinblick auf eine Gefährungsabschätzung für die Rote Liste von großem Interesse.
Hier jedenfalls die Fläche über "Lockersediment-Braunerde mit unterschiedlichem Kalkgehalt aus kalkhaltigen Feinsedimenten (meist Tertiär)":
Während u.a. Anthemis austriaca, Bifora radians, Buglossoides incrassata subsp. splitgerberi, Myosotis arvensis (subsp. arvensis), Microthlaspi perfoliatum und - hier im Bild - Neslia paniculata s. str. kaum sichtbare Schäden zeigten...
...war Adonis aestivalis VU mehr oder wenig (je nach Entfernung vom Acker) betroffen:
Arg erwischt hat es auch Galium tricornutum CR . Die Pflanzen waren habituell stark verändert, die Blütenstiele durch unkontrolliertes Längenwachstum gekennzeichnet und nicht wie üblich umgebogen. Lediglich durch die mit spitzen papillen besetzen Früchte und die mehr graugrüne Farbe und die im Verhältnis zum kräftigen Stängel kurzen Laubblätter war eine Unterscheidung zu G. aparine agg. möglich.
Ich werde einmal recherchieren, ob es wissenschaftliche Studien über die Auswirkung von in der Landwirtschaft üblichen Herbizide auf verschiedene Ackerbeikräuter gibt. Das wäre auch in Hinblick auf eine Gefährungsabschätzung für die Rote Liste von großem Interesse.
- Stefan Lefnaer
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Re: Segetalflora 2020
"In der Hölle" bei Wetzleinsdorf (Bez. Korneuburg) dann ein positives Beispiel von einem recht beikrautreichen Äcker über "kalkhältigem Kultur-Rohboden aus Sand". Nonea pulla gedeiht hier in den sandigen Äckern zahlreich. Sonst ist das Runzelnüsschen als Art der Halbtrockenrasen und Böschungen bekannt.
Weiter hangaufwärts über "kalkhältiger Lockersediment-Braunerde aus Sandsteinverwitterung" in einem Getreideacker...
...ungeschädigtes Galium tricornutum CR . Dieses Labkraut ist sicher nicht häufig, aber man kann es doch regelmäßig finden, wenn man in "schönen" Äckern und Brachen nachsucht. Also so extrem selten ist es sicher nicht. Möglicherweise wird es durch den Klimawandel oder den größeren Anteil biologischer Landwirtschaft gefördert. Seht ihr das auch so?
Weiter hangaufwärts über "kalkhältiger Lockersediment-Braunerde aus Sandsteinverwitterung" in einem Getreideacker...
...ungeschädigtes Galium tricornutum CR . Dieses Labkraut ist sicher nicht häufig, aber man kann es doch regelmäßig finden, wenn man in "schönen" Äckern und Brachen nachsucht. Also so extrem selten ist es sicher nicht. Möglicherweise wird es durch den Klimawandel oder den größeren Anteil biologischer Landwirtschaft gefördert. Seht ihr das auch so?
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kurt nadler
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Re: Segetalflora 2020
fast nahtlos (siehe teil 2) darf ich anschließen: 16.5.2020, neusiedlersee-vorland bei jois und winden bei der zweitkontrolle betreff viewtopic.php?f=31&t=2109&hilit=Kollateralbotanik#p10159.
überraschend gute äcker - für das, dass ich hier seit 2011 fast jährlich zur selben zeit gehe:
teil 1: ein super acker im vorland des hackelsbergs bei jois, vor 3 wochen noch für mich völlig unauffällig. auch jetzt auf den ersten blick nur fetter mohnacker, aber trotzdem mit zuckerln. dabei auch - foto nix geworden - caucalis platycarpos. bifora radians für mich neu, und bupleurum rotundifolium (viele hier am acker!) noch nie segetal gesehen, sondern nur saum-trockenruderal.
überraschend gute äcker - für das, dass ich hier seit 2011 fast jährlich zur selben zeit gehe:
teil 1: ein super acker im vorland des hackelsbergs bei jois, vor 3 wochen noch für mich völlig unauffällig. auch jetzt auf den ersten blick nur fetter mohnacker, aber trotzdem mit zuckerln. dabei auch - foto nix geworden - caucalis platycarpos. bifora radians für mich neu, und bupleurum rotundifolium (viele hier am acker!) noch nie segetal gesehen, sondern nur saum-trockenruderal.
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kurt nadler
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Re: Segetalflora 2020
teil 2: seevorland jois - winden:
mein erstnachweis von galium tricornutum.
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kurt nadler
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Re: Segetalflora 2020
(ornithologische) seewinkeltouren mit meinem besucher am 16. und 17.5.2020:
am 16. nur im hansag an feldern - sind intensiv und großschlägig bewirtschaftet; nur schirchste gesehen.
am 17. bei apetlon: vor allem östlich darscho richtung lange lacke segetal-äcker und die auch alle bunt, aber artenarm und allerweltig, ganslfutterflächen: die folgenden bilder, erst am selben rückweg in diesen flächen doch einiges entdeckt.
am 16. nur im hansag an feldern - sind intensiv und großschlägig bewirtschaftet; nur schirchste gesehen.
am 17. bei apetlon: vor allem östlich darscho richtung lange lacke segetal-äcker und die auch alle bunt, aber artenarm und allerweltig, ganslfutterflächen: die folgenden bilder, erst am selben rückweg in diesen flächen doch einiges entdeckt.
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