Verbascum phoeniceum durch Gräsersatgut eingeschleppt (?) in der Lobau
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kurt nadler
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Re: Verbascum phoeniceum angesalbt in der Lobau
gudula hat heute (beim autofahren) ein blühendes exemplar entlang der straße zum ölhafen runter gesehen, so geschätzt 200 m unterhalb der ostbahnbrücke.
- Hermann Falkner
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Re: Verbascum phoeniceum angesalbt in der Lobau
kurt nadler hat geschrieben:gudula hat heute (beim autofahren) ein blühendes exemplar entlang der straße zum ölhafen runter gesehen, so geschätzt 200 m unterhalb der ostbahnbrücke.
Das ist doch ziemlich weit weg und ausserhalb des Nationalparks; ich hab inzwischen übrigens auch noch eine 2. Fundstelle am Damm zu vermelden (so vielleicht 1 km oberhalb der ursprünglichen, mit nur 1 Ind., auch noch in der Unteren Lobau).
Und somit ist sicherlich diese Annahme:
Michael Hohla hat geschrieben:Diese Art kenne ich von einigen Scherrasen in Gärten, Verkehrsbegleitflächen und Parks in Oberösterreich. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie dort über Gräsersaatgut eingeschleppt wurde.
die allerwahrscheinlichste - vermutlich ist am Damm nachgesät worden (vielleicht ist dort bei der Ostbahnbrücke etwas Saatgut verlorengegangen), und zwar wenn dann eher von der via Donau (oder den Wiener Gärtnern?) - einziger Grund dafür können Wildschweinschäden sein (die man aber besser einfach in Ruh' lassen sollte, was sicher auch verantwortbar ist, solange sie nicht zu extrem sind - am Marchfeldschutzdamm gilt halt leider auch, dass die Schutzfunktion des Dammes Priorität hat, und eine intakte Grasnarbe - sowie Mahd, um eine Verbuschung zu verhindern - gehört da halt auch dazu).
Ich hab mal den Titel dieses Beitrags dementsprechend geändert.
- Norbert Sauberer
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Re: Verbascum phoeniceum durch Gräsersatgut eingeschleppt (?) in der Lobau
Bei der Dammsanierung in der Lobau wurde sicherlich mit REWISA-Saatgut gearbeitet, also regionalem Saatgut. Wenn du nähere Details erfahren willst, dann würde ich an deiner Stelle Barbara Becker von der viadonau kontaktieren: http://www.viadonau.org/umwelt/naturrau ... uf-daemmen
Hier noch der Link zu den REWISA-Betrieben: http://rewisa.at/Fachbetriebe.aspx
Ein wichtiger Vemehrungsbetrieb in der Region ist Johannes Dienst aus Oberweiden. Da ist es leicht möglich wenn Festuca rupicola, F. valesiaca oder Bromus erectus vermehrt werden, dass auch einzelne Kräuter, die ursprünglich nicht vorgesehen waren, dazugerutscht sind.
Bei dem Umbau der Goldrutenbrachen in der Lobau (ehemalige Äcker) wurde Saatgut von Johannes Dienst aus Oberweiden verwendet. Beispielsweise findet man nun relativ viel Onobrychis arenaria in diesen jungen Wiesen.
Hier noch der Link zu den REWISA-Betrieben: http://rewisa.at/Fachbetriebe.aspx
Ein wichtiger Vemehrungsbetrieb in der Region ist Johannes Dienst aus Oberweiden. Da ist es leicht möglich wenn Festuca rupicola, F. valesiaca oder Bromus erectus vermehrt werden, dass auch einzelne Kräuter, die ursprünglich nicht vorgesehen waren, dazugerutscht sind.
Bei dem Umbau der Goldrutenbrachen in der Lobau (ehemalige Äcker) wurde Saatgut von Johannes Dienst aus Oberweiden verwendet. Beispielsweise findet man nun relativ viel Onobrychis arenaria in diesen jungen Wiesen.
- Hermann Falkner
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Re: Verbascum phoeniceum durch Gräsersatgut eingeschleppt (?) in der Lobau
Danke für die Hinweise, Norbert! :-)
- Hermann Falkner
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Re: Verbascum phoeniceum durch Gräsersatgut eingeschleppt (?) in der Lobau
Ich habe von Frau Becker eine nette und sehr ausführliche Rückmeldung bekommen:
Es wurde tatsächlich, wie schon von Norbert vermutet, mit REWISA-Saatgut gearbeitet (https://wildblumensaatgut.at/); bei der Dammsanierung selbst ist auch Material aus den Heissländen der Lobau verwendet worden, schreibt sie: das weiss ich auch, an 2 Stellen direkt neben dem Damm (und vielleicht einigen weiteren) ist die Humusschicht von Heissländen abgegraben und am Damm aufgetragen worden - wo genau, das weiss Frau Becker leider auch nicht so genau (das war vor ihrer Zeit), ich weiss aber noch aus der damaligen Zeit, dass das damit begründet worden ist, so die Damm-Flora besser wiederherstellen zu können - und die Entnahmestellen auf den Heissländen können das verkraften bzw. sind dort neue Pionierstandorte geschaffen worden (das sehe ich übrigens auch so, was die Eingriffe auf den Heissländen betrifft - die waren sicherlich nicht bedrohend für die dortige Flora; geholfen hat es am Damm aber wenig, glaube ich - es hat sich dort im ersten Jahr eher eine subruderale Flora entwickelt).
Die 3 Methoden, die bei der Dammsanierung angewandt worden sind, waren also:
- die oben beschriebene = Material aus den umliegenden Heissländen
- Rasensoden = abgerollte Rasenflächen vom Damm selbst (wie von mir oben schon beschrieben, die waren aber +/- "hin" und diese Methode war wohl die uneffektivste)
- und regionales REWISA-Saatgut
Sowie ergänzend noch von mir - an einigen Stellen, zB bei der Kreuzung zur Gänshaufentraverse, hat man die Dammaufhöhung nur auf einer Seite gemacht, hier donauseitig, und die Grasnarbe auf der anderen Seite ist unberührt geblieben, man sieht das heute noch daran, dass der Damm hier nordseitig eine Stufe hat.
Weiters schreibt Frau Becker, dass auch beim Einsatz des Saatgutes darauf geachtet wird, Saatgut mit Provenienz "silikatische Marchniederung" nicht mit solchem aus der "kalkigen Donauniederung" zu mischen und das Saatgut im jeweils passenden Bereich einzusetzen, man ist also schon sehr darauf bedacht, dass es zu keiner Florenverfälschung kommt.
Saatgutverunreinigung kann sie aber natürlich nicht ausschliessen; ebenso meint sie, dass möglicherweise auch mit dem eingebrachten Schotter Saatgut verschleppt worden sein könnte - ein berechtigter Einwand, insbes. da es im Marchfeld ja riesige Schottergruben gibt.
Immer möglich ist natürlich auch, dass dieser Bestand von Verbascum phoeniceum doch auf "gärtnerische" Tätigkeit zurückgeht - eh klar.
Letztendlich wird sich die Herkunfft also nicht klären lassen. Und auch nicht, ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorkommen am Marchfeldschutzdamm und jenem bei der Ostbahnbrücke von Kurt's Gudula gibt.
Es wurde tatsächlich, wie schon von Norbert vermutet, mit REWISA-Saatgut gearbeitet (https://wildblumensaatgut.at/); bei der Dammsanierung selbst ist auch Material aus den Heissländen der Lobau verwendet worden, schreibt sie: das weiss ich auch, an 2 Stellen direkt neben dem Damm (und vielleicht einigen weiteren) ist die Humusschicht von Heissländen abgegraben und am Damm aufgetragen worden - wo genau, das weiss Frau Becker leider auch nicht so genau (das war vor ihrer Zeit), ich weiss aber noch aus der damaligen Zeit, dass das damit begründet worden ist, so die Damm-Flora besser wiederherstellen zu können - und die Entnahmestellen auf den Heissländen können das verkraften bzw. sind dort neue Pionierstandorte geschaffen worden (das sehe ich übrigens auch so, was die Eingriffe auf den Heissländen betrifft - die waren sicherlich nicht bedrohend für die dortige Flora; geholfen hat es am Damm aber wenig, glaube ich - es hat sich dort im ersten Jahr eher eine subruderale Flora entwickelt).
Die 3 Methoden, die bei der Dammsanierung angewandt worden sind, waren also:
- die oben beschriebene = Material aus den umliegenden Heissländen
- Rasensoden = abgerollte Rasenflächen vom Damm selbst (wie von mir oben schon beschrieben, die waren aber +/- "hin" und diese Methode war wohl die uneffektivste)
- und regionales REWISA-Saatgut
Sowie ergänzend noch von mir - an einigen Stellen, zB bei der Kreuzung zur Gänshaufentraverse, hat man die Dammaufhöhung nur auf einer Seite gemacht, hier donauseitig, und die Grasnarbe auf der anderen Seite ist unberührt geblieben, man sieht das heute noch daran, dass der Damm hier nordseitig eine Stufe hat.
Weiters schreibt Frau Becker, dass auch beim Einsatz des Saatgutes darauf geachtet wird, Saatgut mit Provenienz "silikatische Marchniederung" nicht mit solchem aus der "kalkigen Donauniederung" zu mischen und das Saatgut im jeweils passenden Bereich einzusetzen, man ist also schon sehr darauf bedacht, dass es zu keiner Florenverfälschung kommt.
Saatgutverunreinigung kann sie aber natürlich nicht ausschliessen; ebenso meint sie, dass möglicherweise auch mit dem eingebrachten Schotter Saatgut verschleppt worden sein könnte - ein berechtigter Einwand, insbes. da es im Marchfeld ja riesige Schottergruben gibt.
Immer möglich ist natürlich auch, dass dieser Bestand von Verbascum phoeniceum doch auf "gärtnerische" Tätigkeit zurückgeht - eh klar.
Letztendlich wird sich die Herkunfft also nicht klären lassen. Und auch nicht, ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorkommen am Marchfeldschutzdamm und jenem bei der Ostbahnbrücke von Kurt's Gudula gibt.
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