Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation
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kurt nadler
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Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation
danke für den interessanten beitrag.
das erklärt ein wenig meine wiederholten probleme, im pannon laserp. lat. von laser t. vegetativ zu unterscheiden, während im alpenraum las. lat. stets ganz anders ausschaut.
selinum ist für mich im pannon neu, während es in den salzburger voralpen ziemlich kommun in versch. extrensivgrünlandtypen vorkommt. kennenlernen konnte ich es vor jahrzehnten allerdings als mühlviertler seltenheit in molinieten und einem wechselfeuchtwald.
das erklärt ein wenig meine wiederholten probleme, im pannon laserp. lat. von laser t. vegetativ zu unterscheiden, während im alpenraum las. lat. stets ganz anders ausschaut.
selinum ist für mich im pannon neu, während es in den salzburger voralpen ziemlich kommun in versch. extrensivgrünlandtypen vorkommt. kennenlernen konnte ich es vor jahrzehnten allerdings als mühlviertler seltenheit in molinieten und einem wechselfeuchtwald.
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Peter Pilsl
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Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation
Zu Laserpitium latifolium: So stark behaarte Formen gibt es auch im Alpenraum. vergl.: http://131.130.131.10/herbaria/jacq-vie ... lsl_025784 womit sich die Angabe in der Exkursionsflora relativiert.
Peter Pilsl
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- Stefan Lefnaer
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Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation
Im folgenden seien einige weitere typische Arten des Glasweiner Waldes vorgestellt. Veratrum nigrum ist laut Fischer et al. (2008) "bes. an der Thermenlinie hfg bis zstr, sonst slt.". Tatsächlich ist die Art auch im Glasweiner Wald recht häufig, die Angabe dürfte aufgrund unzureichender Gebietskenntnis entstanden sein.
Digitalis grandiflora (im Pann VU ) ist ebenfalls nicht selten und hier wohl auch nicht sonderlich gefährdet.
Dianthus superbus subsp. superbus EN tritt laut Fischer et al. (2008) auf "wechselfeuchten Wiesen und Dämmen" auf. Im Glasweiner Wald jedoch auch in trocken-warmen Wäldern und auf Lichtungen, wie schon Jurasky (1980) angemerkt hat.
Digitalis grandiflora (im Pann VU ) ist ebenfalls nicht selten und hier wohl auch nicht sonderlich gefährdet.
Dianthus superbus subsp. superbus EN tritt laut Fischer et al. (2008) auf "wechselfeuchten Wiesen und Dämmen" auf. Im Glasweiner Wald jedoch auch in trocken-warmen Wäldern und auf Lichtungen, wie schon Jurasky (1980) angemerkt hat.
- Stefan Lefnaer
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Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation
Nun ein kulturhistorischer Exkurs. Der Glasweiner Wald, der wie ein natürlicher Riegel im schon lange dicht besiedelten Weinviertel liegt, ist von einem dichten Netz an Wegen durchzogen. Auffällig ist ein gut ausgebauter, weitgehend ebener Weg der entlang der Höhenrücken verläuft und in der amtlichen Karte als "Hochstraße" verzeichnet ist. Quer dazu verlaufen steilere Wege die von der umliegenden Agrarlandschaft auf den bewaldeten Hügelrücken hinaufführen und oftmals durch die lange Benützung als Hohlwege eingeschnitten sind. Dieses Wege und speziell die Hochstraße dienten sicher bereits seit Jahrhunderten als wichtige Verbindungen zwischen Ortschaften. Die auffallend mobile Bevölkerung der Frühen Neuzeit war v.a. zu Fuß, eventuell mit Zugtieren unterwegs und man kann sich vorstellen wie viele Menschen dort bereits die Wege gekreuzt haben und im Wald Rastpausen einlegten. An Kreuzungen dienten v.a. religiöse Denkmäler als Orientierungshilfe. Ein solches ist das Wichtenkreuz, das an der Kreuzung zwischen der Hochstraße und dem Weg zwischen Porrau und Kleinstetteldorf liegt. Leider konnte ich nichts in der Literatur darüber finden, weder im Dehio noch in der Kunsttopographie, da der Band des Bezirks Hollabrunn noch fehlt. Daher versuche ich eine Beschreibung. Etwas versteckt im Wald neben der Hochstraße gelegen, handelt es sich um einen abgefasten Pfeiler mit Tabernakelaufsatz und Steinkreuzbekrönung:
Die Tabernakelseiten enthalten plastische Darstellungen und zwar ein Kruzifix,
die hl. Familie
und den hl. Antonius von Padua, Schutzpatron der Bäcker, Schweinehirten, Bergleute, Reisenden (passt gut) und Sozialarbeiter:
Auf der Rückseite ein Sinnspruch: "THUE RECHT / FORCHTE GOTT / SCHEUCH NIE- / MANT GOTT / SICHT ALLES" (vgl. hier):
Am Schaft erfahren wir etwas über die Errichtung des Tabernakelpfeilers: "1707 HAT HERR / JOHANNES WIC- / HT DAS CREIZ / ANHERO GOTT / ZU EHRN SETZEN / LASEN".
Das kulturhistorisch interessanteste Detail sind jedoch aus meiner Sicht die zahlreichen Eingravierungen am Schaft, die in späterer Zeit durch Reisende, die hier am Kreuz lagerten, angebracht wurden. Menschen aus unterschiedlichen Zeiten und unterschiedlicher Herkunft haben sich hier verewigt, vielleicht auch über Gaunerzinken miteinander kommuniziert. Warum sie dort gingen, wohin sie wollten, was sie dabei dachten und fühlten, das werden wir wohl nie herausfinden können.
Die Tabernakelseiten enthalten plastische Darstellungen und zwar ein Kruzifix,
die hl. Familie
und den hl. Antonius von Padua, Schutzpatron der Bäcker, Schweinehirten, Bergleute, Reisenden (passt gut) und Sozialarbeiter:
Auf der Rückseite ein Sinnspruch: "THUE RECHT / FORCHTE GOTT / SCHEUCH NIE- / MANT GOTT / SICHT ALLES" (vgl. hier):
Am Schaft erfahren wir etwas über die Errichtung des Tabernakelpfeilers: "1707 HAT HERR / JOHANNES WIC- / HT DAS CREIZ / ANHERO GOTT / ZU EHRN SETZEN / LASEN".
Das kulturhistorisch interessanteste Detail sind jedoch aus meiner Sicht die zahlreichen Eingravierungen am Schaft, die in späterer Zeit durch Reisende, die hier am Kreuz lagerten, angebracht wurden. Menschen aus unterschiedlichen Zeiten und unterschiedlicher Herkunft haben sich hier verewigt, vielleicht auch über Gaunerzinken miteinander kommuniziert. Warum sie dort gingen, wohin sie wollten, was sie dabei dachten und fühlten, das werden wir wohl nie herausfinden können.
- Jürgen Baldinger
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Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation
Schöner kulturhistorischer Exkurs, danke! Wie werden dort Offenflächen wie auf Bild 20200807_161429 freigehalten? Sind das Schlagbrachen? Oder wird stellenweise gemäht?
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"
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