Kann das Catabrosa aquatica sein? NEIN! Oder doch?

= Blütenpflanzen; Bestimmungsfragen
kurt nadler
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Re: Kann das Catabrosa aquatica sein? NEIN! Oder doch?

Beitragvon kurt nadler » Dienstag 1. September 2020, 12:44

danke für die fortgesetzten konstruktiven beiträge.

das gestutzte kurze ungefranste blatthäutchen ist auf einem der vegetativen fotos zu sehen.
bei glyceria kann ich nur sagen, dass ich in jahrzehnten des oberflächlichen betrachtens glyceria fluitans nur locker langährig und glauclaubig kenne und das für vorliegendes gewächs absolut ausschließen kann. nun, maxima ist eine mir wohlbekannte riesenpflanze mit ganz anderer wuchsdynamik. striata wäre hingegen wieder zu viel- und kurzährig - und alles andere als eine wasserpflanze (aber das gilt für die - morphologisch recht stimmigen - poa-arten auch).
ich hoffe, die diskussion hält noch an. und wenn am end die vulgärste pflanzenart (tatsächlich) rauskommt, ist noch immer interessant, was die hier absonderliches leistet.

zur standortsökologie:
selber bachabschnitt im april: download/file.php?id=15266

ach ja, hab zur hydrologie rückmeldungen erhalten: verschiedene naturquellen der nördlichen ortshälfte sind im zuge des kanalbaus um 1980 herum zusammengefasst worden. die bilden den steten grundfluss, der nur bei besonders hohen niederschlagsmengen auch mit kanalwasser gemischt wird. dann schwimmen hier bei einem dreiviertelmeter höheren wasserstand die seitlich überall angespülten/abgelagerten damenbinden rum. diese art der abwasserentsorgung soll 1978 von der BH BL genehmigt worden sein und noch immer gelten.

Oliver Stöhr
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Re: Kann das Catabrosa aquatica sein? NEIN! Oder doch?

Beitragvon Oliver Stöhr » Dienstag 1. September 2020, 20:08

Nun auch noch mein Senf dazu: Catabrosa scheidet nun auch für mich aus. Auch an Glyceria glaube ich nicht, da passen einfach die Blütenstände überhaupt nicht, die Deckspelzen sind nicht gerundet, die Ährchen zu wenigblütig etc.
Poa ist daher auch mein Tipp. Zunächst dachte ich, dass Poa annua an diesem Standort undenkbar ist - aber nachdem ich nun den alten Hegi konsultiert habe, wächst die Wahrscheinlichkeit für diese Art an, denn Hegi erwähnt eine var. aquatica Ascherson wie folgt: „Pflanze sehr zart und schlaff, an Catabrosa erinnernd. Stängel zuweilen stark verlängert, Rispe sehr locker. Selten an sumpfigen Stellen, zuweilen im Wasser schwimmend.“
Lg
Oliver

kurt nadler
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Re: Kann das Catabrosa aquatica sein? NEIN! Oder doch?

Beitragvon kurt nadler » Dienstag 1. September 2020, 21:21

jö, das ist ja schön! und vielen dank, dass du dich auch nochmals einbringst.
gibts "den alten hegi" auch digital? oder kannst du evtl. ein lit.-zitat beistellen (oder mir eine internetquelle liefern, wo ich das selber recherchieren kann)? vermutlich werd ich so was brauchen.

Oliver Stöhr
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Re: Kann das Catabrosa aquatica sein? NEIN! Oder doch?

Beitragvon Oliver Stöhr » Dienstag 1. September 2020, 21:42

Ich habe dir zwei Fotos dieses Hegi-Bandes gesendet - es ist die 2. Auflage, Hrsg. von K. Süssenguth 1935
Lg
Oliver

kurt nadler
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Re: Kann das Catabrosa aquatica sein? NEIN! Oder doch?

Beitragvon kurt nadler » Dienstag 1. September 2020, 22:06

vielen dank

hat gscheite leut gegeben schon vor langer zeit.
aber wohin ist dieses taxon verschwunden? ich denke, ein teil (fälschlich) zu catabrosa, wenn man dessen bild-suchergebnisse durchschaut, und ein teil ins nichtwissen. scheint ja nicht in der österr. florenliste aufzuscheinen, dagegen kugelts in internationalen taxalisten nur so rum.
vielleicht ists aber schon lang auch soo selten, aber grad diese erklärung kommt mir nicht so nachvollziehbar vor, weil man sich grad dann um die sippe gekümmert hätte.

herzliche grüße
k


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