Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation

Beispielsweise Lokalfloren, Taxonomie, Sippen- und Gebietsdiskussionen, Fachexkursionen
Benutzeravatar
Stefan Lefnaer
Beiträge: 4783
Registriert: Sonntag 18. September 2016, 21:41
Wohnort: Wien
Kontaktdaten:

Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation

Beitragvon Stefan Lefnaer » Samstag 19. Juni 2021, 22:09

Auch bei den Seggen können zwei "Ausreißer" festgehalten werden. Die erste, Carex remota (hier neu für Qu. 7463-2, zusätzlich für 7463-1), fehlt im zentralen Weinviertel weitgehend. Die nächsten Vorkommen befinden sich erst weiter südlich im Rohrwald und bei Würnitz, entlang der Donau, am Ostrand der Böhmischen Masse, ganz im Norden an der tschechischen Grenze sowie an der March.

20210618_094448.jpg
Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
20210618_094448.jpg (1.15 MiB) 7523 mal betrachtet

Richtiggehend anitpannonisch ist die sonst häufige C. leporina, die im Weinviertel ausschließlich im Glasweiner Wald auftritt, hier neu für Qu. 7463-1:

20210619_151903.jpg
Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
20210619_151903.jpg (1.19 MiB) 7523 mal betrachtet
20210619_153003.jpg
Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
20210619_153003.jpg (546.03 KiB) 7523 mal betrachtet
20210619_152256.jpg
Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
20210619_152256.jpg (393.96 KiB) 7523 mal betrachtet

kurt nadler
Beiträge: 4623
Registriert: Samstag 10. November 2018, 13:26
Wohnort: prellenkirchen,breitenbrunn,wien
Kontaktdaten:

Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation

Beitragvon kurt nadler » Samstag 19. Juni 2021, 22:34

So ganz antipannonisch wieder doch nicht; auch am Breitenbrunner Hoadl im Leithagebirge ist sie nicht soo selten. Aber es gibt ja tatsächlich nicht so viele saure Gebiete im Pannon.

Benutzeravatar
Stefan Lefnaer
Beiträge: 4783
Registriert: Sonntag 18. September 2016, 21:41
Wohnort: Wien
Kontaktdaten:

Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation

Beitragvon Stefan Lefnaer » Samstag 19. Juni 2021, 22:42

Im Weinviertel fehlt C. leporina bis auf den Glasweiner Wald komplett, im Tullnerfeld kommt sie randlich vor, selten an der March und im südlichen Wiener Becken und eben im Leithagebirge. Ich glaube das kann man durchaus als antipannonisch bezeichnen. Im restlichen Österreich kommt sie hingegen fast flächendeckend vor, nicht nur in dezidierten Silikatgebieten. Laut den "Ökologischen Zeigerwerten" ist auch die Kontinentalitätszahl 3 = "ozeanisch-subozeanisch", also durchaus antipannonisch.

Benutzeravatar
Stefan Lefnaer
Beiträge: 4783
Registriert: Sonntag 18. September 2016, 21:41
Wohnort: Wien
Kontaktdaten:

Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation

Beitragvon Stefan Lefnaer » Sonntag 27. Juni 2021, 22:46

Eine im Weinviertel nicht so häufige Glockenblume ist Campanula cervicaria, im Pann.  EN , deren Vorkommen ich heute für Qu. 7463-1, basierend auf einer Angabe von vor 1990, bestätigen konnte:

20210627_170448.jpg
Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
20210627_170448.jpg (878.96 KiB) 7433 mal betrachtet
20210627_170600.jpg
Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
20210627_170600.jpg (738.19 KiB) 7433 mal betrachtet
20210627_170728.jpg
Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
20210627_170728.jpg (443.14 KiB) 7433 mal betrachtet
20210627_170549.jpg
Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
20210627_170549.jpg (366.88 KiB) 7433 mal betrachtet

kurt nadler
Beiträge: 4623
Registriert: Samstag 10. November 2018, 13:26
Wohnort: prellenkirchen,breitenbrunn,wien
Kontaktdaten:

Re: Die Wälder der Hollabrunn-Mistelbach-Formation

Beitragvon kurt nadler » Dienstag 29. Juni 2021, 22:22

und wir hatten uns vor ein paar jahren mit demselben bestimmungsergebnis in einem flaumeichenwald des leithagebirgs (viewtopic.php?f=10&t=1682&p=7307&hilit=cervicaria#p7300) gewundert, da diese art doch als feuchtwiesenpflanze geführt wird.


Zurück zu „Konkrete botanische Themen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 14 Gäste