Teich nördlich von Michelstetten
- Jürgen Baldinger
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Re: Teich nördlich von Michelstetten
Du freust Dich sicher schon auf nächstes Frühjahr und den Sommer, oder? Da könnte an diesem Teich ja noch einiges auftauchen.
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"
- Stefan Lefnaer
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Re: Teich nördlich von Michelstetten
Ja, sicher, zumindest wenn es nicht auf der Liste steht. Interessant wird auch sein was in ein paar Jahren noch da sein wird. An vielen Stellen wird sicher bald der Pionierlebensraum verschwinden und wahrscheinlich Allerweltsarten überhand nehmen.
- Stefan Lefnaer
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Re: Teich nördlich von Michelstetten
Noch als Nachtrag einige interessante Punkte die mir Michael Riedl, der das Gebiet betreut, auch mitgeteilt hatte:
"Das Becken ist relativ seicht und soll Schwarzstörchen die in der Umgebung brüten als Nahrungshabitat dienen. Die Fläche war vor vielen Jahren, erzählt wurde mir von einem Zeitraum zu Beginn des 20. Jh., bereits ein angelegter Teich. Aus dieser Zeit stammen auch noch die Muschelschalen. In den letzten Jahrzehnten wurde die Fläche allerdings mittels zahlreicher Drainagen entwässert und als Acker genutzt. Im Zuge eines Windparkprojektes wurde sie als Ausgleichsfläche ausgewählt und ein hydrologisches Konzept wurde erstellt um sie erneut zu vernässen.
Nun besteht sie aus einer Tiefenzone, welche immer mit Wasser gefüllt sein sollte und einer leicht abfallenden Flachwasserzone, welche im Sommer trocken fallen soll/kann. Im Moment ist der Wasserstand sehr hoch und die Flachwasserzone ist eigentlich zur Gänze gefüllt. Eigentlich sollte nur bei Hochwasser im angrenzenden Bach Wasser eingeleitet werden (sowie durch die Drainagen der umliegenden Felder), doch scheinen vermutlich Kinder aus der Umgebung gerne Dämme beim Ausleitungsbauwerk zu errichten und verursachen dadurch einen meist recht hohen Wasserpegel."
"Das Becken ist relativ seicht und soll Schwarzstörchen die in der Umgebung brüten als Nahrungshabitat dienen. Die Fläche war vor vielen Jahren, erzählt wurde mir von einem Zeitraum zu Beginn des 20. Jh., bereits ein angelegter Teich. Aus dieser Zeit stammen auch noch die Muschelschalen. In den letzten Jahrzehnten wurde die Fläche allerdings mittels zahlreicher Drainagen entwässert und als Acker genutzt. Im Zuge eines Windparkprojektes wurde sie als Ausgleichsfläche ausgewählt und ein hydrologisches Konzept wurde erstellt um sie erneut zu vernässen.
Nun besteht sie aus einer Tiefenzone, welche immer mit Wasser gefüllt sein sollte und einer leicht abfallenden Flachwasserzone, welche im Sommer trocken fallen soll/kann. Im Moment ist der Wasserstand sehr hoch und die Flachwasserzone ist eigentlich zur Gänze gefüllt. Eigentlich sollte nur bei Hochwasser im angrenzenden Bach Wasser eingeleitet werden (sowie durch die Drainagen der umliegenden Felder), doch scheinen vermutlich Kinder aus der Umgebung gerne Dämme beim Ausleitungsbauwerk zu errichten und verursachen dadurch einen meist recht hohen Wasserpegel."
- Stefan Lefnaer
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Re: Teich nördlich von Michelstetten
Liebes Forum,
ich war gestern nochmals, diesmal mit den Fischers, beim Michelstetter Teich und wir konnten noch einige seltenere Arten finden, zuerst Kickxia spuria. Am Foto sieht man ein monströses, anscheinend missgebildetes oder geschädigtes Individuum. Die Art habe ich (in normaler Ausprägung) schon an zwei anderen Stellen im Quadranten gefunden.
Gleich daneben fand ich Kickia elatine. Die Art ist im Weinviertel nicht häufig und beide Arten habe ich noch nie nebeneinander gefunden.
Hier noch Fotos von Mentha pulegium, auf denen man die oberirdischen Ausläufer, die der vegetativen Ausbreitung dienen, gut sehen kann.
Manfred Fischer fand ein schönes Exemplar von Erysimum virgatum:
Gerlinde Fischer fand einen schönen Bestand von Lappula squarrosa:
Daneben möchte ich die Sinnhaftigkeit von "Wildblumenmischungen" zur "Begrünung" solcher Flächen hier zur Diskussion stellen. Von den 78 angesalbten Arten konnten wir, wie schon oben beschrieben, nur einen kleinen Teil finden. Davon hauptsächlich solche Arten, die sowieso dort auftreten könnten (z.B. Inula britannica, Pulicaria dysenterica), nur mit dem Effekt, dass der floristische Status der Funde unsicher ist, weil man eben nicht weiß, ob die Art spontan auftrat oder aus der Mischung stammt. Der Großteil der aufkommenden Arten, und das waren nicht wenige, stammten nicht aus der Mischung, was zeigt, dass im Boden oder durch natürlich Ausbreitung genug Diasporen vorhanden sind und die Fläche auch ohne Ansalbungen keine leblose Wüste wäre. Unter diesen Gesichtspunkten erscheint es mir geboten zu fragen, ob es nicht sinnvoller wäre das Geld, das solche Wildblumenmischungen kosten, an anderer Stelle in Naturschutzprojekte zu stecken. Zumal der Naturschutz (zumindest in NÖ) nicht gerade als überfinanziert zu gelten hat. Wie sind hier die Meinungen dazu?
Schöne Grüße
Stefan
Nachtrag: die genannten Arten stehen nicht auf der Ansalbungsliste, wachsen dort also natürlich.
ich war gestern nochmals, diesmal mit den Fischers, beim Michelstetter Teich und wir konnten noch einige seltenere Arten finden, zuerst Kickxia spuria. Am Foto sieht man ein monströses, anscheinend missgebildetes oder geschädigtes Individuum. Die Art habe ich (in normaler Ausprägung) schon an zwei anderen Stellen im Quadranten gefunden.
Gleich daneben fand ich Kickia elatine. Die Art ist im Weinviertel nicht häufig und beide Arten habe ich noch nie nebeneinander gefunden.
Hier noch Fotos von Mentha pulegium, auf denen man die oberirdischen Ausläufer, die der vegetativen Ausbreitung dienen, gut sehen kann.
Manfred Fischer fand ein schönes Exemplar von Erysimum virgatum:
Gerlinde Fischer fand einen schönen Bestand von Lappula squarrosa:
Daneben möchte ich die Sinnhaftigkeit von "Wildblumenmischungen" zur "Begrünung" solcher Flächen hier zur Diskussion stellen. Von den 78 angesalbten Arten konnten wir, wie schon oben beschrieben, nur einen kleinen Teil finden. Davon hauptsächlich solche Arten, die sowieso dort auftreten könnten (z.B. Inula britannica, Pulicaria dysenterica), nur mit dem Effekt, dass der floristische Status der Funde unsicher ist, weil man eben nicht weiß, ob die Art spontan auftrat oder aus der Mischung stammt. Der Großteil der aufkommenden Arten, und das waren nicht wenige, stammten nicht aus der Mischung, was zeigt, dass im Boden oder durch natürlich Ausbreitung genug Diasporen vorhanden sind und die Fläche auch ohne Ansalbungen keine leblose Wüste wäre. Unter diesen Gesichtspunkten erscheint es mir geboten zu fragen, ob es nicht sinnvoller wäre das Geld, das solche Wildblumenmischungen kosten, an anderer Stelle in Naturschutzprojekte zu stecken. Zumal der Naturschutz (zumindest in NÖ) nicht gerade als überfinanziert zu gelten hat. Wie sind hier die Meinungen dazu?
Schöne Grüße
Stefan
Nachtrag: die genannten Arten stehen nicht auf der Ansalbungsliste, wachsen dort also natürlich.
- Stefan Lefnaer
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Re: Teich nördlich von Michelstetten
Nachtrag: der o.g. Blutweiderich wurde zwischenzeitlich anhand von Herbarbelegen als Lythrum virgatum bestimmt. Ich habe das oben angepasst.
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