Viola spp. 2022

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Stefan Lefnaer
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Re: Viola spp. 2022

Beitragvon Stefan Lefnaer » Samstag 16. April 2022, 21:16

Da glaube ich mich nach der Viola-Exkursion einigermaßen auszukennen. Und heute finde ich dann am Buschberg bei Ernstbrunn Veilchen mit eher kurzen aber deutlich bewimpertern Fransen am Rand der Stipeln. Auch der Stipelrand ist teilweise kurz bewimpert. Die Kelchblätter sind auf der Fläche zerstreut behaart und die Laubblätter passen von Form und Indument gut zu V. collina. Zudem existiert im Quadranten eine Angabe von vor 1990 für diese über Karbonatgestein wachsenden Art.

Allerdings ist weder der Sporn weißlich, nur einige Sporne sind etwas heller, und die Vorblätter sitzen teilweise ganz unten am Blütenstiel. Ich würde die Pflanzen trotzdem für V. collina halten, nach V. hirta sehen sie mir nicht aus. Denkbar wäre für mich, dass sich diese wohl schon seit langer Zeit von den anderen Vorkommen getrennte Inselpopulation im Weinviertel im Laufe der Zeit genetisch in eine andere Richtung bewegt und sich dadurch auch der Morphotyp geändert hat. Und deshalb V. collina am Anninger etwas anders aussieht als am Buschberg. Die Inselvorkommen im Weinviertel wären vielleicht ein lohnendes Betätigungsfeld für Evolutionsbiologen usw. Einen Beleg habe ich jedenfalls, vielleicht sieht sich den einmal jemand an, der mir meine Bestimmung bestätigen oder revidieren kann.

Hier noch Habitusfotos:

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kurt nadler
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Re: Viola spp. 2022

Beitragvon kurt nadler » Samstag 16. April 2022, 21:55

spannend.
das gesicht von vorn wäre auch noch interessant. etwa, ob hirta-artige blütenform herrscht.
die inneren blattstiele sollten auch sichtbar sein, ob sie längere, nach unten weisende, spezifische hirta-behaarung aufweisen.
die begleitenden veilchen wärn auch mitzunennen.
wie schon beizeiten erwähnt, kenn ich collina nicht, doch denke ich, die vorblätter würden hoch sitzen, und der sporn sollte weiß sein. damit sollte collina ausscheiden.
die kelchbehaarung ist dagegen eindrucksvoll collinös. und laut angeben auch die nebenblätter.
der sporn ist hirtös.
vielleicht collina x hirta.

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Stefan Lefnaer
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Re: Viola spp. 2022

Beitragvon Stefan Lefnaer » Samstag 16. April 2022, 22:09

Hier noch ein Foto mit Blüte von vorne. Dass sich die Blüten nicht voll öffnen, ist laut Jiří Danihelka ein Merkmal von V. collina. Eine Hybride schließe ich aus: erstens würde das bedingen, dass ausreichende Individuen der Elternarten (also auch merkmalsmäßig passende V. collina) in der näheren Umgebung vorhanden wären, was nicht der Fall war (mir ist nur V. mirabilis aufgefallen), und zweitens waren alle Pflanzen der Population klein. Also kein Hinweis auf Hybriden-Riesenwuchs.

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kurt nadler
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Re: Viola spp. 2022

Beitragvon kurt nadler » Samstag 16. April 2022, 22:43

das mit großwuchs von hybriden kann ich nicht bestätigen. ist uns über jahre noch nirgends aufgefallen, aber ich weiß, dass oliver schon solche festgestellt und präsentiert hat. heterosis-effekt hin oder her. viele sind ja rückkreuzungen, da muss ja schon von der theorie her der großwuchs ausbleiben.
stingls collina tendieren auch zu eng stehenden seiten-blütenblättern, drum hab ich gefragt. bei hirta sind sie meist auffällig weit offen, aber nicht immer. danke für das bild!
der blattschnitt ist collinös.

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Re: Viola spp. 2022

Beitragvon Hermann Falkner » Sonntag 17. April 2022, 08:58

Ich kenn ja collina noch immer (gar) nicht, aber wie hirta schaut das tatsächlich nicht aus. Ich wär da auch sehr verwirrt, wenn ich die in Natura sehen würde.


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