Die Teiche im Wittingauer Becken
- Stefan Lefnaer
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Re: Die Teiche im Wittingauer Becken
Heute habe ich nochmals den oben (8. Aug. 2021) angeführten z.Z. abgelassenen Teich am Rande des Wittingauer Beckens, den Teich Altnagelberg, besucht. Xanthium orientale s. lat. ist nun schon deutlich gewachsen, wird es im Waldviertler Klima aber möglicherweise nicht mehr zur Fruchtreife schaffen:
Als zweite Calli konnte ich nun Callitriche palustris s. str. nachweisen:
Schön und neu für den Quadranten ist Bidens radiata VU :
Die eigentliche Sensation war jedoch Cyperus fuscus VU . Andernorts, z.B. im Weinviertel, ist die Art ja keineswegs so selten. In der Böhmischen Masse klafft jedoch bis auf randliche Vorkommen ein Loch. Nur eine einzige Angabe gibt es von nächst Gmünd (Qu. 7256-1), die wohl auf Ricek (1982) (Zitat: "Sehr seltene Art. Bisher nur 1 Fundstelle: Auf Schlick am Ufer des Hoferteckteichs bei Schrems (7256/1), an einer zeitweise überschwemmten Stelle.") zurück geht. Warum die Art gerade in der Böhmische Masse fehlt, erscheint rätselhaft. Laut den Karrerschen Zeigerwerten ist die Art indifferent was die Bodenreaktion betrifft. Also sollte der Silikatuntergrund nicht schaden. Zudem soll sie K4 = subozeanisch sein, was ja im Waldviertel passen würde, im Weinviertel jedoch nicht. Entweder passen die Zeigerwerte hier nicht oder es gibt andere mir unbekannte limitierende Faktoren. Hier jedenfalls noch Fotos:
Als zweite Calli konnte ich nun Callitriche palustris s. str. nachweisen:
Schön und neu für den Quadranten ist Bidens radiata VU :
Die eigentliche Sensation war jedoch Cyperus fuscus VU . Andernorts, z.B. im Weinviertel, ist die Art ja keineswegs so selten. In der Böhmischen Masse klafft jedoch bis auf randliche Vorkommen ein Loch. Nur eine einzige Angabe gibt es von nächst Gmünd (Qu. 7256-1), die wohl auf Ricek (1982) (Zitat: "Sehr seltene Art. Bisher nur 1 Fundstelle: Auf Schlick am Ufer des Hoferteckteichs bei Schrems (7256/1), an einer zeitweise überschwemmten Stelle.") zurück geht. Warum die Art gerade in der Böhmische Masse fehlt, erscheint rätselhaft. Laut den Karrerschen Zeigerwerten ist die Art indifferent was die Bodenreaktion betrifft. Also sollte der Silikatuntergrund nicht schaden. Zudem soll sie K4 = subozeanisch sein, was ja im Waldviertel passen würde, im Weinviertel jedoch nicht. Entweder passen die Zeigerwerte hier nicht oder es gibt andere mir unbekannte limitierende Faktoren. Hier jedenfalls noch Fotos:
- Stefan Lefnaer
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Re: Die Teiche im Wittingauer Becken
Eine schöne Art die an Teichrändern, aber auch an Bächen wächst, ist Cicuta virosa. Die Apiacee ist stark giftig und wurde deshalb in früherer Zeit bewusst ausgerottet. Heute gilt sie in Österreich als "stark gefährdet". Hier Vorkommen bei Litschau und Heidenreichstein:
- Stefan Lefnaer
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Re: Die Teiche im Wittingauer Becken
Calla palustris ist in der Böhmischen Masse rückläufig und deshalb stark gefährdet. Umso mehr freute mich der Fund der Art -- allerdings nur in zwei Individuen -- beim Großen Teich bei Litschau (Wiederbestätigung einer Angabe von vor 1990 für Qu. 7056-2):
Nun ein Ausflug in die Zoologie:
Ja, das sind tatsächlich Tiere! Winzige Moostierchen der Art Pectinatella magnifica die sich zu Bryozooenkolonien zusammenschließen und gallertartige Kugeln mit rund 30 cm Durchmesser bilden. In Nordamerika heimisch, wurden sie vor wenigen Jahrzehnten nach Europa eingeführt und breiten sich nun hier aus.
Nun ein Ausflug in die Zoologie:
Ja, das sind tatsächlich Tiere! Winzige Moostierchen der Art Pectinatella magnifica die sich zu Bryozooenkolonien zusammenschließen und gallertartige Kugeln mit rund 30 cm Durchmesser bilden. In Nordamerika heimisch, wurden sie vor wenigen Jahrzehnten nach Europa eingeführt und breiten sich nun hier aus.
- Jürgen Baldinger
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Re: Die Teiche im Wittingauer Becken
Beeindruckend. Moostierchen, ein eigener Stamm im Tierreich... Den ich gar nicht kannte; das ist im Biologiestudium entweder an mir vorbeigegangen oder es wurde nicht angesprochen. Danke somit für das Beseitigen dieser "Wissensunschärfe".
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"
- Stefan Lefnaer
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Re: Die Teiche im Wittingauer Becken
Sie sehen zwar etwas seltsam aus, laut diesem Artikel sind "was die Teichwirtschaft oder den Badebetrieb angeht, durch diesen Organismus wohl keine Probleme zu erwarten". Ob das stimmt? In meiner lebhaft-ängstlichen Phantasie malte ich mir schon aus ich schwömme dort, tauche just an der Stelle des Moostierchens auf und hätte dann die Kolonie als Gallertmütze am Kopf. Andererseits: sie filtern praktischerweise das Wasser um einen herum. Wer weiß, vielleicht würde es das Haarewaschen übernehmen.
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