Scilla mit Blaustern-Antherenbrand - Suchaufruf

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2045
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Re: Scilla mit Blaustern-Antherenbrand - Suchaufruf

Beitragvon 2045 » Samstag 2. März 2024, 19:07

Am 02.03.2024 wurden diverse bekannte Standorte in Breitenfurt und Wien 1230 begangen. An mehreren Standorten Exemplare von Scilla vindobonensis - Wien-Blaustern mit Antherospora vindobonensis - Blaustern-Antherenbrand.
Ein Standort in 1230 Wien ist massiv befallen, im zentralen Teil muss man nicht befallene Exemplare suchen, an den anderen Standorten ist das Verhältnis massiv umgekehrt.
Vereinzelte befallene Exemplare in Massen von Scilla vindobonensis.
LG Markus
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W23 - - 02032024 - (33) -  Scilla vindobonensis - Wien-Blaustern mit Antherospora vindobonensis - Blaustern-Antherenbrand.JPG
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Hermann Falkner
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Re: Scilla mit Blaustern-Antherenbrand - Suchaufruf

Beitragvon Hermann Falkner » Sonntag 24. März 2024, 18:19

Gerade noch vor "Saisonende" kann ich einen Fund vermelden, den ich natürlich auch noch in die Mykodatenbank nachmelden werde (hab mich dort erst jetzt registriert und bin noch nicht freigeschalten).
Es sollte sich um Antherospora scillae handeln - dazu gibt's auch einen älteren Beleg in JACQ (dh ein nicht befallenes Ind.; ich hab dort bisher noch keinen Antherenbrand gesehen; es gäbe noch mehr Belege von mir, die sind aber offenbar noch nicht in JACQ):
https://www.jacq.org/detail.php?ID=1822033
Der Fundort dieser Ind. liegt aber ein Stück weiter östlich - am hier beim Beleg eingezeichneten Standort hab ich dann auch Nachschau gehalten, das dortige Vorkommen war aber erstens durch einen Kahlschlag stark beeinträchtigt und zweitens war an den wenigen auffindbaren Individuen kein Antherenbrand feststellbar.

Die Blütezeit von Scilla ist praktisch zu Ende und am Ende der Blütezeit ist eine sichere Unterscheidung von S. vindobonensis und S. bifolia fast nicht mehr möglich, man kann sich nur mehr am weissen Zentrum orientieren, das auch hier auf den Bildern an sich so schwach ausgebildet ist (= sehr verwaschen), dass man auf S. bifolia schliessen müsste, oder auch ganz fehlt; S. vindobonensis zeigt das deutliche, scharf abgegrenzte weisse Zentrum am Ende der Blütezeit aber auch nicht immer bzw. nicht verlässlich - bzw. ist bei befallenen Exemplaren das Merkmal noch schwerer zu beurteilen.
Sporenmaterial hab ich mitgenommen und auch schon Irmgard Krisai-Greilhuber per PM angeboten: vielleicht lassen die Sporen eine zweifelsfreie Zuordnung zu.
Das Pflanzenmaterial könnte übrigens genetisch ebenfallls eindeutig bestimmt werden - Ploidie allein reicht nicht (S. vindobonensis ist diploid, ebenso wie die dort vorkommende Sippe von S. bifolia = früher bifolia s. str., jetzt S. bifolia subsp. bifolia var. bifolia = diploid vs. var. drunensis = tetraploid), aber das Genom von vindobonensis unterscheidet sich ziemlich radikal von bifolia, wie schon Johann Greilhuber in den 1970ern festgestellt hat.

Antherenbrand am Ende der Blütezeit suchen ist also offenbar lohnend! Irgendwie auch "logisch" - der Pilz braucht ja auch einige Zeit, um sich zu entwickeln.

Befallene Individuen:
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Nicht befallene Individuen:
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Re: Scilla mit Blaustern-Antherenbrand - Suchaufruf

Beitragvon 2045 » Dienstag 26. März 2024, 18:04

Lieber Hermann!

Danke für das Suchen /Finden und zeigen und auch die Bereitschaft, den Fund in der Myko Datenbank zu melden.
Somit gibt es in der Gegend doch auch Antherospora beim Blaustern.
Ich war heuer zwei Mal in Stopfenreuth bei den doch sehr umfangreichen Beständen.
Einmal am 25.02.2024, da war gerade Blühbeginn und auf jeden zu früh.
Und dann am 14.03.2024, da war die Vollblüte schon teilweise überschritten. Aber kein einziger Fund von Scilla bifolia mit Antherospora geglückt.
Auch die Scilla vindobonensis ein Stück weiter hinten ohne Befall.
Dachte daher schon, das in der Au, aus welchen Gründen auch immer, kein Antherospora vorkommt.
Bei den Scilla vindobonensis am Spitzerberg am gleichen Tag konnten wieder mit Antherosporabefall beobachtet werden.
Durch Deinen Fund, etwas nördlich von Stopfenreuth, sollte es den dort eigentlich doch auch geben. Vielleicht gelingt ein Fund nächstes Jahr.
Interessant /schade das Dein vorgestellter Fund der einzige heuer war. Es gibt zum Teil so ausgedehnte Scilla-Bestände im Großraum Wien, offenbar gibt es keinen Beobachter, der auf das aufpasst.
LG Markus

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Hermann Falkner
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Re: Scilla mit Blaustern-Antherenbrand - Suchaufruf

Beitragvon Hermann Falkner » Mittwoch 27. März 2024, 17:19

Hallo Markus,

östlich von Stopfenreuth war meiner ;-)

Ich achte jetzt immer auf Antherenbrandpilze, wenn ich mal Scillen oder Muscari o. ä näher anschaue, aber gezielt suchen tu ich halt doch nicht - zu mühsam, zeitraubend, frustrierend - und so sind's und bleiben's halt Zufallsfunde.
Und wir sind halt doch in erster Linie Hobbybotaniker und keine Mykologen.

Für gezielte Suche wär nicht nur Nachsuche wohl besser gegen Ende der Blütezeit nöttig, sondern auch gezieltes Suchen in den teils riesigen Arealen - das bei Stopfenreuth sind sicher mind. 4 Quadrat-km nur bifolia-Areal + ein kleineres vindobonensis-Areal, bei Orth sind's wohl ebenso mind. 4 qkm vindobonensis - ganz grob geschätzt ;-)

Nur an einer Ecke Antherenbrand als negativ bestätigen sagt nicht sehr viel über das Areal aus. Die Brandpilze kommrn offenbar eben nicht so grossflächig wie der Wirt vor, wie ich am 22.03. wieder mal feststellen habe können.

Einen Vorteil hat Nachsuche ganz am Ende der Blütezeit übrigens: man muss sich nicht bücken - befallene Ind. sieht man schon von weitem ;-)

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Re: Scilla mit Blaustern-Antherenbrand - Suchaufruf

Beitragvon Norbert Griebl » Samstag 30. März 2024, 12:05

Gestern, ein Antherenbrandpilz auf Stellaria holostea (=Rabelera holostea) in Breitenbrunn am Leithagebirge
LG Norbert
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Je größer ein Mensch ist, desto mehr neigt er dazu, sich vor einer Blume niederzuknien


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