Scilla drunensis in Wien
- Jürgen Baldinger
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Scilla drunensis in Wien
Für Scilla drunensis ist in Wien bekanntlich nur ein einziges Vorkommen auf der Agneswiese am Vogelsangberg nachgewiesen. Ich war heute dort und habe insgesamt nur vier Pflanzen gefunden, allesamt mit noch geschlossenen Blütenknospen. Mikroklimatisch scheint es dort ein etwas raueres Eck zu sein, die Wiese liegt auf einem windigen Sattel auf etwa 500 msm. S. vindobonensis hat jedenfalls letztes Wochenende in Kalksburg schon geblüht.
Am Sonntag führen Christian Gilli und Clemens Pachschwöll übrigens eine Exkursion zu S. drunensis bei Göllersdorf, siehe http://www.flora-austria.at/va_aktuell.html.
Am Sonntag führen Christian Gilli und Clemens Pachschwöll übrigens eine Exkursion zu S. drunensis bei Göllersdorf, siehe http://www.flora-austria.at/va_aktuell.html.
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"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"
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Re: Scilla drunensis in Wien
Hallo Jürgen!
Vielen Dank für Deinen Beitrag. Dein Hinweis, das nur der eine Standort in Wien bekannt ist, löst ein bisschen meine Fragezeichen, die bei Scilla Bestimmungen immer vorhanden waren. In Wien bzw. im angrenzenden südl. NÖ gibt es somit keine Verwechslungsgefahr.
lt. Exkursionflora:
- die jungen Blütenknospen hellgrün bzw. mit deutlich hellgrünen Längsmittelstreifen versus junge Blütenknospen blau oder graublau -
das geht in der Praxis zumindest bei Funden zu Blühbeginn meistens noch recht einfach, weil in der Regel viele Pflanzen in unterschiedlichen Blühstadien nebeneinander vorkommen. Die Schlüsselangaben der Exkursionsfora bei in Vollblüte stehenden Einzelexemplaren sind ohne genauere Verbreitungsdetails der einzelnen Arten zu kennen (vor allem S. drunensis) , aus meiner Sicht schwierig anzuwenden.
Oder habe ich wieder einmal einen entscheidenden Denkfehler?
Habe mir vorher auch noch die Bilder auf der HP von Stefan Lefnaer angesehen. Da kann ich keinen Unterschied bei blühenden Pflanzen erkennen.
LG Markus
Vielen Dank für Deinen Beitrag. Dein Hinweis, das nur der eine Standort in Wien bekannt ist, löst ein bisschen meine Fragezeichen, die bei Scilla Bestimmungen immer vorhanden waren. In Wien bzw. im angrenzenden südl. NÖ gibt es somit keine Verwechslungsgefahr.
lt. Exkursionflora:
- die jungen Blütenknospen hellgrün bzw. mit deutlich hellgrünen Längsmittelstreifen versus junge Blütenknospen blau oder graublau -
das geht in der Praxis zumindest bei Funden zu Blühbeginn meistens noch recht einfach, weil in der Regel viele Pflanzen in unterschiedlichen Blühstadien nebeneinander vorkommen. Die Schlüsselangaben der Exkursionsfora bei in Vollblüte stehenden Einzelexemplaren sind ohne genauere Verbreitungsdetails der einzelnen Arten zu kennen (vor allem S. drunensis) , aus meiner Sicht schwierig anzuwenden.
Oder habe ich wieder einmal einen entscheidenden Denkfehler?
Habe mir vorher auch noch die Bilder auf der HP von Stefan Lefnaer angesehen. Da kann ich keinen Unterschied bei blühenden Pflanzen erkennen.
LG Markus
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Re: Scilla drunensis in Wien
Ich bin kein Scilla-Experte, aber Blütenknospen- und Samenfarbe sowie Perigonblatt-Dimensionen scheinen mir gute Unterscheidungsmerkmale zu sein.
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Re: Scilla drunensis in Wien
Hallo Jürgen!
Vielen Dank für Deine Antwort.
Die Frage sollte auch keinesfalls an einen Scilla-Experten gehen denn der benötigt den Schlüssel ja eh nicht (betont Prof. Fischer auch immer wieder bei seinen Exkursionen).
Aus meiner Sicht ist eine Bestimmung zwischen S. vindobonensis und S. drunensis bei einer Kleinpopulation mit nur wenigen Exemplar anhand des Schlüssel zu manchen Zeitpunkten schwierig bis unmöglich, wenn man die Artverbreitung vorab nicht kennt.
Im Wienerwald z.B. zw. Perchtoldsdorfer Heide und Seewiese gibt es immer wieder Kleinstpopulationen mit nur wenigen Exemplaren. Die sind im Blühstadium in der Regel alle gleich weit entwickelt.
Sind sie knospig oder noch teilweise knospig ist die Bestimmung kein Problem.
Sind alle Blüten aufgeblüht, bzw. die ersten schon abgeblüht, wird es ohne Verbreitungswissen der 2 Arten recht schwierig, zumal zu dem Zeitpunkt noch keine reifen Samen vorliegen.
Hier kommt dann die von Dir angeführte Perigonblatt-Dimension zur Anwendung.
S. vindobonensis 6-8 (9) mm
S. drunensis 9-10 mm
bei Größen von 6-7mm noch klar, ab 8 mm schwierig bis sehr grenzwertig nur anhand der Größe eine Bestimmung durchzuführen.
Wenn es das Wetter zulässt, gehen ich in den nächsten Tagen zu unserer Population messen, würde mich wirklich interessieren, wie da die Längenverhältnisse tatsächlich sind.
Und in der Regel wird man eine neue Blausternpopulation im Blühstadium auffinden.
Als weiteres (untergeordnetes) Kriterium gemäß Exkursionsflora die Anzahl der Blüten pro Traube
S. vindobonensis (3) 5 - 9 (20) Blüten
S. drunensis (3) 4-7 (12)
Auch hier in weiten Bereichen Überschneidungen.
Und die Überprüfung meiner S.vindobonensis Bilder sind alle relativ wenigblütig, maximal 9 Blüten.
Dann gibt es noch das Kriterium der Farbe der Samen. Die habe ich persönlich noch nie ausprobiert. Die sollte eigentlich recht klar sein.
Natürlich bestünde jetzt die Möglichkeit eine Kleinstpopulation im komplett aufgeblühten Zustand zu markieren und später neuerlich zu besuchen, wenn die Samen reif sind, ist aber doch recht aufwendig.
Kein Problem gibt es bei Großpopulationen mit 100en Exemplaren. Da gibt es in der Regel alle möglichen Blühstadien, wie zB. im Gütenbachtal, entlang der Liesing in Rodaun oder bei uns in Breitenfurt.
Wie sieht eigentlich die Artverteilung zwischen den beiden Arten S. vindobonensis und S.drunensis in NÖ aus?
In Wien ist es inzwischen klar, da gibt es offenbar nur einen Punkt.
Ist bitte keine Kritik am Schlüssel!
Aber Prof. Fischer appelliert ja immer an die Botanik Spezialisten bei den Exkursionen die Schlüssel anzuwenden. Die Personen, die die Schlüssel wirklich 100% richtig anwenden könnten (weil sie alle Angaben darin aufgrund Ihrer Kenntnisse richtig interpretieren), verwenden die Schlüssel nicht, weil Sie eh wissen, was da gerade wächst.
Würde mich aber wirklich interessieren - wie lassen sich diese 2 Arten ohne Kenntnis der tatsächlichen Detailverbreitung bei vollblühenden Pflanzen (keine Knospen mehr - aber auch noch keine reifen Samen) sicher unterscheiden, wenn die Perigonblatt-Dimension im Überschneidungsbereich ist?
LG Markus
Vielen Dank für Deine Antwort.
Die Frage sollte auch keinesfalls an einen Scilla-Experten gehen denn der benötigt den Schlüssel ja eh nicht (betont Prof. Fischer auch immer wieder bei seinen Exkursionen).
Aus meiner Sicht ist eine Bestimmung zwischen S. vindobonensis und S. drunensis bei einer Kleinpopulation mit nur wenigen Exemplar anhand des Schlüssel zu manchen Zeitpunkten schwierig bis unmöglich, wenn man die Artverbreitung vorab nicht kennt.
Im Wienerwald z.B. zw. Perchtoldsdorfer Heide und Seewiese gibt es immer wieder Kleinstpopulationen mit nur wenigen Exemplaren. Die sind im Blühstadium in der Regel alle gleich weit entwickelt.
Sind sie knospig oder noch teilweise knospig ist die Bestimmung kein Problem.
Sind alle Blüten aufgeblüht, bzw. die ersten schon abgeblüht, wird es ohne Verbreitungswissen der 2 Arten recht schwierig, zumal zu dem Zeitpunkt noch keine reifen Samen vorliegen.
Hier kommt dann die von Dir angeführte Perigonblatt-Dimension zur Anwendung.
S. vindobonensis 6-8 (9) mm
S. drunensis 9-10 mm
bei Größen von 6-7mm noch klar, ab 8 mm schwierig bis sehr grenzwertig nur anhand der Größe eine Bestimmung durchzuführen.
Wenn es das Wetter zulässt, gehen ich in den nächsten Tagen zu unserer Population messen, würde mich wirklich interessieren, wie da die Längenverhältnisse tatsächlich sind.
Und in der Regel wird man eine neue Blausternpopulation im Blühstadium auffinden.
Als weiteres (untergeordnetes) Kriterium gemäß Exkursionsflora die Anzahl der Blüten pro Traube
S. vindobonensis (3) 5 - 9 (20) Blüten
S. drunensis (3) 4-7 (12)
Auch hier in weiten Bereichen Überschneidungen.
Und die Überprüfung meiner S.vindobonensis Bilder sind alle relativ wenigblütig, maximal 9 Blüten.
Dann gibt es noch das Kriterium der Farbe der Samen. Die habe ich persönlich noch nie ausprobiert. Die sollte eigentlich recht klar sein.
Natürlich bestünde jetzt die Möglichkeit eine Kleinstpopulation im komplett aufgeblühten Zustand zu markieren und später neuerlich zu besuchen, wenn die Samen reif sind, ist aber doch recht aufwendig.
Kein Problem gibt es bei Großpopulationen mit 100en Exemplaren. Da gibt es in der Regel alle möglichen Blühstadien, wie zB. im Gütenbachtal, entlang der Liesing in Rodaun oder bei uns in Breitenfurt.
Wie sieht eigentlich die Artverteilung zwischen den beiden Arten S. vindobonensis und S.drunensis in NÖ aus?
In Wien ist es inzwischen klar, da gibt es offenbar nur einen Punkt.
Ist bitte keine Kritik am Schlüssel!
Aber Prof. Fischer appelliert ja immer an die Botanik Spezialisten bei den Exkursionen die Schlüssel anzuwenden. Die Personen, die die Schlüssel wirklich 100% richtig anwenden könnten (weil sie alle Angaben darin aufgrund Ihrer Kenntnisse richtig interpretieren), verwenden die Schlüssel nicht, weil Sie eh wissen, was da gerade wächst.
Würde mich aber wirklich interessieren - wie lassen sich diese 2 Arten ohne Kenntnis der tatsächlichen Detailverbreitung bei vollblühenden Pflanzen (keine Knospen mehr - aber auch noch keine reifen Samen) sicher unterscheiden, wenn die Perigonblatt-Dimension im Überschneidungsbereich ist?
LG Markus
Zuletzt geändert von 2045 am Samstag 17. März 2018, 07:27, insgesamt 1-mal geändert.
- Stefan Lefnaer
- Beiträge: 4667
- Registriert: Sonntag 18. September 2016, 21:41
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Re: Scilla drunensis in Wien
Lieber Markus,
also zumindest Scilla vindobonensis und S. drunensis lassen sich meist recht gut abgrenzen. Hier eine Blüte von S. vindobonensis, die PerigonB außen mit grünlichem Streifen (zumindest anfänglich), innen ist ein deutlich abgegrenztes weißes Zentrum vorhanden:

Bei S. drunensis hingegen sind die PeriogonB außen rein blau, das weiße Zentrum ist nur undeutlich:

Hier Papers mit Verbreitungsangaben. S. spetana hat sich allerdings zwischenzeitlich in Luft aufgelöst, das ist anscheinend nur eine andere Polyploidie-Stufe.
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Schöne Grüße
Stefan
also zumindest Scilla vindobonensis und S. drunensis lassen sich meist recht gut abgrenzen. Hier eine Blüte von S. vindobonensis, die PerigonB außen mit grünlichem Streifen (zumindest anfänglich), innen ist ein deutlich abgegrenztes weißes Zentrum vorhanden:
Bei S. drunensis hingegen sind die PeriogonB außen rein blau, das weiße Zentrum ist nur undeutlich:
Hier Papers mit Verbreitungsangaben. S. spetana hat sich allerdings zwischenzeitlich in Luft aufgelöst, das ist anscheinend nur eine andere Polyploidie-Stufe.
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Schöne Grüße
Stefan
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