Die Hügelkette nördlich den Langen Thals östlich von Hollabrunn

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Stefan Lefnaer
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Die Hügelkette nördlich den Langen Thals östlich von Hollabrunn

Beitragvon Stefan Lefnaer » Samstag 14. März 2026, 21:02

Da es hierzu noch keinen eigenen Thread gibt, mache ich einen auf. Konkret geht es um Geißberg (nördlich Eggendorf im Thale), Reisberg, Rattenberg, Latschenberg, Sauberg und Hausberg (nordwestlich Enzersdorf im Thale). Auf diesem Kartenausschnitt) ist das Gebiet verzeichnet. Da der Burgstall, der auch zur Hügelkette dazugehört, bereits einen eigenen Thread hat (siehe hier), wird er hier nicht behandelt.

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Stefan Lefnaer
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Re: Die Hügelkette nördlich den Langen Thals östlich von Hollabrunn

Beitragvon Stefan Lefnaer » Samstag 14. März 2026, 21:09

Was gibt es aktuell am Rattenberg so zu sehen? An den Flanken eines südexponierten Hohlwegs in einem trocken-warmen Wald Carex humilis  LC  —  Li   Ti   K6   F2     Rb   N2   S0 :

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Weiters Anthoxanthum australe  NT  —  L5   T7   K6   F4     R6   N3   S0 , eines der am frühesten bei uns blühenden Süßgräser:

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Und am Waldrand Viola rupestris  NT , im PA  VU  —  L7   Ti   K6   F3     R8   N2   S0 :

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Stefan Lefnaer
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Re: Die Hügelkette nördlich den Langen Thals östlich von Hollabrunn

Beitragvon Stefan Lefnaer » Samstag 25. April 2026, 22:21

Heute habe ich mir den bewaldeten Teil des Reisbergs angesehen, also jenes Gebiet, das an die vom Naturschutzbund erworbene Graslandfläche nördlich anschließt. Insbesondere die Südhänge dieses Waldes beherbergen schöne trocken-warme Wälder mit eingesprengten offenen, teils grasigen Flächen. Bei einigen dieser Offenflächen handelt es sich um Beobachtungs- und Schußschneisen der Jäger, womit nachgewiesen ist, dass diese durchaus eine Nutzen haben, indem sie jene schaffen und so den Wald auflockern. Bevor ich ein paar typische Arten aufliste, möchte ich eine grundlegende Kritik an der Naturschutzpraxis üben. Gerade in Niederösterreich besitzen Halbtrockenrasen im Naturschutz einen zentralen Stellenwert. Naturschützer befürchten immer, dass Gebüsche und Bäume "ihre" Halbtrockenrasen zerstören könnten (während manche Förster genau umgekehrt denken). Dass die Verbuschung von Halbtrockenrasen ein Problem ist, ist sicher richtig. Andererseits sollte nicht vergessen werden, dass die natürliche Vegetation im Pannonikum die Waldsteppe, also ein Mosaik aus Wald und Grasland mit zahlreichen Übergängen, ist (unter diesem Gesichtspunkt erscheint es im Übrigen höchst seltsam, dass in der Vegetationsökologie Rasengesellschaften und Waldgesellschaften bereits auf hoher Ebene in verschiedene Schubladen gesteckt werden, wo diese natürlicherweise doch so eng miteinander verzahnt sind!). Auch nach der Sesshaftwerdung des Menschen gab es keine scharfe Trennung zwischen Grasland und Wald, da die Wälder oft als Waldweide genutzt und so aufgelichtet wurden. Daraus ergibt sich für mich, dass die Waldsteppe das primäre Schutzgut sein sollte. Und nicht die Erhaltung scharf abgegrenzter mehr oder weniger gehölzfreier Halbtrockenrasenflächen. Möglicherweise setzt sich diese Ansicht auch im Naturschutz durch. Z.B. in den Leiser Bergen gibt es seit kurzem Waldweideprojekte. Es würde jedenfalls noch zahlreiche Waldflächen geben, die eine Renaturierung als Waldsteppe mit Hilfe von Beweidung gut brauchen könnten.

Im Folgenden einige Habitatfotos des diskutieren Gebiets, das mangels Beweidung durch Großherbivoren bzw. Nutztiere des Menschen inzwischen sicherlich mehr Wald als Grasland ist:

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Re: Die Hügelkette nördlich den Langen Thals östlich von Hollabrunn

Beitragvon Stefan Lefnaer » Samstag 25. April 2026, 22:33

Hier nun noch die angekündigten, für dieses Habitat typischen Arten, alphabetisch geordnet. Clematis recta  NT  —  L6   T7   K5   F3  ~  R8   N3   S0 :

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Dictamnus albus  VU  —  L7   T8   K7   F3     R8   N2   S0 :

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Galium boreale s.str.  NT , im PA  VU  —  L7   T6   K6   F6  ~  R7   N3   S0 :

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Iris variegata  VU  —  L7   T7   K6   F2     R8   N3   S0 :

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Re: Die Hügelkette nördlich den Langen Thals östlich von Hollabrunn

Beitragvon Stefan Lefnaer » Samstag 25. April 2026, 22:37

Neottia ovata  LC , im PA  NT  —  L6   T5   Ki   F6  ~  R7   N6   S0 :

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Potentilla alba  VU  —  L6   T6   K6   F4  ~  Ri   N4   S0 :

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Quercus pubescens  NT  —  L7   T7   K5   F3     Rb   N3   S0 :

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Rosa gallica  VU  —  L7   T7   K6   F4  ~  R7   N4   S0 :

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Veratrum nigrum  NT  —  L6   T7   K7   F4  ~  R8   N5   S0  kam auch vor, aber nur an etwas feuchteren Stellen:

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kurt nadler
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Re: Die Hügelkette nördlich den Langen Thals östlich von Hollabrunn

Beitragvon kurt nadler » Sonntag 24. Mai 2026, 10:49

Die Betrachtungen in der Einleitung viewtopic.php?f=38&t=4452&p=28801#p28801 lassen außer acht, dass sich selbst in meiner "kurzen" Lebenszeit die Produktivität unserer mitteleuropäischen Ökosysteme sichtbar/erlebbar massivst verändert/verstärkt hat. Solange es weitere Stick-/Nährstoffeinträge, einen hohen, physiologisch wirksamen CO2-Gehalt der Luft in Kombination mit einem stoffumsatzfördernden erwärmten Klima gibt, kann man sich von allen Idealvorstellungen verabschieden. Wir leben in einer Zeit, wo alles schnell und dicht verhochwaldet. Die einzige gegenläufig wirksame Bremse dieser Entwicklung sind die Dürreperioden, die die Systeme stressen, ein nach wie vor für die pannonische Klimaregion hoch wirksamer Einflussfaktor.
Zweitens lassen die Betrachtungen den (Mega-)Herbivoreneinfluss außer acht. Wir haben ein völlig gegen natürliche Bedingungen gestörtes System in einem Mix von völliger Unter- und teilweise Überweidung und dies durch nur wenige Arten, in einem unausgewogenen Artenspektrum, das Großprädatoren entbehrt. Also aus meiner Sicht denkbar schlechte Rahmenbedingungen für unsere Waldsteppen.
Überall, wo ich in derartigen Wäldern hinkomme, schließen sich die seichtgründigen Lichtungen; man findet letzte Kümmerexemplare etwa von Laserpitium latifolium und Dictamnus albus; an tiefgründigeren Standorten ersetzen hochwüchsige Allerweltsarten die bunte Kräutervielfalt.
Möge die skizzierte "Negativentwicklung" im zentralen Weinviertel möglichst lang ausgebremst bleiben!

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Re: Die Hügelkette nördlich den Langen Thals östlich von Hollabrunn

Beitragvon Stefan Lefnaer » Sonntag 24. Mai 2026, 12:00

Ich habe ja auch keineswegs geschrieben, dass man nichts machen und alles zuwachsen lassen sollte, sondern vielmehr Beweidung (Waldweide) und auch traditionelle forstliche Bewirtschaftung nötig sind. Aber als primäres Erhaltungsziel sollte aus meiner Sicht die Waldsteppe gelten.

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Re: Die Hügelkette nördlich den Langen Thals östlich von Hollabrunn

Beitragvon kurt nadler » Sonntag 24. Mai 2026, 22:30

Bin bei Dir.
Wobei abseits der Forstwirtschaft die Waldweide eine gute Zukunftsperspektive bieten würde. Die gesetzlichen Hürden hierfür sind weiter schwer überwindbar, aber es tut sich in Schutzgebieten ein bissl was, das aber immer recht kleinflächig, eher zur Offenhaltung von "Lichtungen" als zur Sicherung von "ganzen" Waldsteppenkomplexen - ginge eh nur bei Großgrundbesitzern/Waldbesitzergemeinschaften. Tragisch, dass in Ö die diesbezügliche Tradition schon lang abgerissen ist und so artenreichste Weidewaldhabitate wie z.B. am Gargano oder in vielen anderen (Sub-)Mediterrangebieten nur mehr auf Almen einigermaßen vergleichbare Situationen finden.

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Re: Die Hügelkette nördlich den Langen Thals östlich von Hollabrunn

Beitragvon kurt nadler » Mittwoch 3. Juni 2026, 22:22

Ein bissl zur Diskussion passend: das Plädoyer zur Öffnung der Wälder eines "ökologisch Verständigen" in Terra Mater, "Unsere Wälder", wohl Teil 3 von 3, ausgestrahlt 21:15-22:15 in Servus TV heute abend 3.6.2026. Link hierzu konnte ich im Netz (noch) nicht finden.

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Re: Die Hügelkette nördlich den Langen Thals östlich von Hollabrunn

Beitragvon kurt nadler » Sonntag 14. Juni 2026, 23:34

Hat mich schon beim ersten Mal irritiert, aber nun bin ich mir sicher: "Neottia ovata" von viewtopic.php?f=38&t=4452#p28804 kann meiner Meinung nach nur eine überdurchschnittlich breitblättrige Platanthera sein, denn die Blätter der Neottia wären matter, steifer, geaderter, und der Blütenstand viel deckblattärmer (wenn ich das Fischer-konform ausdrücke): siehe 6. Bild von viewtopic.php?f=38&t=4457&start=30#p29119.


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