...während sie bei G. spurium gelbgrün und etwas schwer zu finden sind:
Hier ist aber auch schon das erste Problem im Schlüssel. Dort steht über den Kro-Durchmesser:
1,5-2 mm --> G. aparine
0,8-1,3 mm --> G. spurium
Tatsächlich habe ich nie ein G. spurium mit so kleinen Blüten gefunden, die sind immer rund doppelt so groß (~ 2mm). Aber auch bei G. aparine sind die Blüten viel größer als angegeben (3-4 mm). Im Rothmaler und der Flora Europaea sind für G. spurium genau dieselben Werte angegeben wie in der Exkursionsflora, für G. aparine ein noch etwas kleinerer: 1,5-1,7 mm. Ich vermute, dass mit den Werten der Radius bzw. die Länge der PerigonB gemeint ist. Dann würde es perfekt passen. Oder hat schon jemand Pflanzen gesehen, die sich an den Schlüssel halten?
Hat man keine Blüten, wird es schwierig. Haben die Früchte keine Hakenborsten, kann es wohl nur G. spurium var. spurium sein. Die Früchte von G. aparine sind zudem größer, aber es gibt auch Kümmerexemplare mit kleineren Früchten. Auch die Hakenborsten sind bei G. aparine länger, aber das kann man im Feld schlecht nachmessen. Zudem sollen bei G. aparine die Hakenborsten auf Papillen stehen, bei G. spurium var. echinospermum nicht. Ich habe mir das genau angesehen, zuerst G. aparine:
...und dann G. spurium var. echinospermum:
Ich kann nicht erkennen, dass bei "G. aparine die Hakenborsten auf Papillen stehen". Der "Sockel" der Hakenborsten sieht bei beiden gleich aus. Was jedoch auffällt ist, dass bei G. aparine die Oberfläche der Frucht (zwischen den Hakenborsten) mit winzigen kegelförmigen Papillen besetzt ist. Bei G. spurium ist die Fruchtoberfläche jedoch glatt, weshalb sie glänzt bzw. einen Lichtreflex aufweist. Bei G. aparine brechen die Papillen das Licht und die Oberfläche erscheint matt. Dies sollte man aus meiner Sicht so im Schlüssel darstellen.