Cyperus longus cf. subsp. badius verwildert in Floridsdorf
- Stefan Lefnaer
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Cyperus longus cf. subsp. badius verwildert in Floridsdorf
Liebe Leute,
kürzlich fand ich in Jedlesee am Straßenrand Cyperus longus subsp. badius. Zumindest glaube ich, dass es sich um diese Unterart handelt, die auch in Gartentümpeln ("Biotopen") kultiviert wird. Die gärtnerisch Gebildeten unter uns mögen mich aber bitte gegebenenfalls korrigieren.
Der Fundort liegt höchst ungewöhnlich direkt neben der Fahrbahn einer kleinen Gasse bzw. einem "Parkplatz" vor einem Zaun. Hinter dem Zaun werden gerade ältere Kleingartenhäuser aus der Zwischen- und Nachkriegszeit abgerissen und durch luxuriöse, lukrative Neubauten ersetzt, so wie zur Zeit überall in Floridsdorf und auch wohl anderswo in Wien. Danach ist meist alles steril und tot"gepflegt", abgesehen von einer gewissen Gentrifizierung der Bevölkerungsstruktur. Jedenfalls gibt es dort keinen Kunsttümpel und auch keine Hinweise darauf, dass dort früher einer war.
Auch auf Google Maps bin ich nicht fündig geworden. Vielleicht hat ja jemand die Reste seines Gartentümpels samt Zypergras am Straßenrand entsorgt? Jedenfalls scheinen die Pflanzen dort gut zu gedeihen. Der Fund ist jedenfalls insofern interessant, als die Art im Fischadler und der Wienflora für Wien bisher noch nicht angegeben ist. Im JACQ und im Internet konnte ich auch nichts finden. Kennt sonst jemand Fundorte bzw. ähnliche Verwilderungen?
Schöne Grüße
Stefan
kürzlich fand ich in Jedlesee am Straßenrand Cyperus longus subsp. badius. Zumindest glaube ich, dass es sich um diese Unterart handelt, die auch in Gartentümpeln ("Biotopen") kultiviert wird. Die gärtnerisch Gebildeten unter uns mögen mich aber bitte gegebenenfalls korrigieren.
Der Fundort liegt höchst ungewöhnlich direkt neben der Fahrbahn einer kleinen Gasse bzw. einem "Parkplatz" vor einem Zaun. Hinter dem Zaun werden gerade ältere Kleingartenhäuser aus der Zwischen- und Nachkriegszeit abgerissen und durch luxuriöse, lukrative Neubauten ersetzt, so wie zur Zeit überall in Floridsdorf und auch wohl anderswo in Wien. Danach ist meist alles steril und tot"gepflegt", abgesehen von einer gewissen Gentrifizierung der Bevölkerungsstruktur. Jedenfalls gibt es dort keinen Kunsttümpel und auch keine Hinweise darauf, dass dort früher einer war.
Auch auf Google Maps bin ich nicht fündig geworden. Vielleicht hat ja jemand die Reste seines Gartentümpels samt Zypergras am Straßenrand entsorgt? Jedenfalls scheinen die Pflanzen dort gut zu gedeihen. Der Fund ist jedenfalls insofern interessant, als die Art im Fischadler und der Wienflora für Wien bisher noch nicht angegeben ist. Im JACQ und im Internet konnte ich auch nichts finden. Kennt sonst jemand Fundorte bzw. ähnliche Verwilderungen?
Schöne Grüße
Stefan
- Norbert Sauberer
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Re: Cyperus longus cf. subsp. badius verwildert in Floridsdorf
Ich habe heuer Cyperus longus an einem ca. 100 Jahre alten Teich (ehemalige Ziegelgrube) mit sehr naturnaher Ufervegetation in Traiskirchen gefunden (Fotos hier: viewtopic.php?f=10&t=1023). Der Teich ist eingezäunt und wird v.a. von Fischern genutzt. Der langjährige Teichaufseher weiß nichts von gezielten Ansalbungen dort (außer einer Seerose). Das Wirken von Ansalbungs(hobby)botanikern ist hier aufgrund der Zäunung eigentlich und überhaupt ausgeschlossen. Wasservögel haben natürlich aber jederzeit "Zuflug"...
Wie weit weg liegt dein Fundort von den Reservegärten Hirschstetten? Dort kennen wir beide wen, der diese Art vom "Originalstandort" in Bad Vöslau schon seit längerer Zeit in Kultur genommen hat. Prinzipiell wird Cyperus longus seit ca. 10 bis 20 Jahren, durch den Boom der Gartenteiche ausgelöst, auch von der einen oder anderen spezialisierten Gärtnerei angeboten.
Wie weit weg liegt dein Fundort von den Reservegärten Hirschstetten? Dort kennen wir beide wen, der diese Art vom "Originalstandort" in Bad Vöslau schon seit längerer Zeit in Kultur genommen hat. Prinzipiell wird Cyperus longus seit ca. 10 bis 20 Jahren, durch den Boom der Gartenteiche ausgelöst, auch von der einen oder anderen spezialisierten Gärtnerei angeboten.
- Stefan Lefnaer
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Re: Cyperus longus cf. subsp. badius verwildert in Floridsdorf
Naja, die Wiener Katastralgemeinden Jedlesee und Hirschstetten liegen nicht so nah beisammen:
Da erscheint mir eine Herkunft aus einem Gartenteich in der Nähe als wahrscheinlicher.
Da erscheint mir eine Herkunft aus einem Gartenteich in der Nähe als wahrscheinlicher.
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Rolf Diran
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Re: Cyperus longus cf. subsp. badius verwildert in Floridsdorf
Hallo Stefan,
schöner Fund. Wo ist denn das genau? Ich würde es mir gerne einmal ansehen.
Im Übrigen glaube ich, dass es sich um die Unterart longus handelt, was das Ganze noch interessanter macht. Die Pflanzen sehen genauso aus wie die in Bad Vöslau, die ich mir unlängst erstmals angesehen habe: rote Spelzen, lange Spirrenäste. Vergleiche hier: http://www.blumeninschwaben.de/Einkeimb ... s_long.htm.
Schön auch dein Stengelquerschnitt. Er zeigt deutlich, dass die Angabe in manchen Schlüsseln, so auch in der EFÖLS (nicht aber auf "Blumen in Schwaben"), wonach der Stengel zusammengedrückt sei, falsch ist. Auch hierin entspricht dein Fund den Vöslauer Pflanzen.
Da auch die Angaben bezüglich der Unterschiede der Anordnung der Blätter am Stengel und der Blattbreite zwischen C. longus und C. rotundus u.a. in der EFÖLS falsch sind, ist die Unterscheidung der Arten gar nicht einfach. C. rotundus - ich nehme jedenfalls an, dass es das ist - habe ich unlängst in mehreren Blumenkübeln in Wien gefunden. Stattliche Pflanzen mit breiten Blättern. C. rotundus hat noch intensiver rote Spelzen und deutlich kürzere Spirrenäste als C. longus ssp. longus.
Liebe Grüße, Rolf
schöner Fund. Wo ist denn das genau? Ich würde es mir gerne einmal ansehen.
Im Übrigen glaube ich, dass es sich um die Unterart longus handelt, was das Ganze noch interessanter macht. Die Pflanzen sehen genauso aus wie die in Bad Vöslau, die ich mir unlängst erstmals angesehen habe: rote Spelzen, lange Spirrenäste. Vergleiche hier: http://www.blumeninschwaben.de/Einkeimb ... s_long.htm.
Schön auch dein Stengelquerschnitt. Er zeigt deutlich, dass die Angabe in manchen Schlüsseln, so auch in der EFÖLS (nicht aber auf "Blumen in Schwaben"), wonach der Stengel zusammengedrückt sei, falsch ist. Auch hierin entspricht dein Fund den Vöslauer Pflanzen.
Da auch die Angaben bezüglich der Unterschiede der Anordnung der Blätter am Stengel und der Blattbreite zwischen C. longus und C. rotundus u.a. in der EFÖLS falsch sind, ist die Unterscheidung der Arten gar nicht einfach. C. rotundus - ich nehme jedenfalls an, dass es das ist - habe ich unlängst in mehreren Blumenkübeln in Wien gefunden. Stattliche Pflanzen mit breiten Blättern. C. rotundus hat noch intensiver rote Spelzen und deutlich kürzere Spirrenäste als C. longus ssp. longus.
Liebe Grüße, Rolf
- Stefan Lefnaer
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Re: Cyperus longus cf. subsp. badius verwildert in Floridsdorf
Lieber Rolf,
danke für die Hinweise! Ich habe mir die Population nun nochmals angesehen und bin mir nicht sicher. Beide Schlüssel, in der Exkursionsflora und in "Blumen in Schwaben", haben gewisse Defizite. Letzterer spricht nur von Doldenästen (besser wäre "Spirrenäste"), lässt aber offen, ob jene 1. oder 2. Ordnung gemeint sind (anhand der Fotos dort würde ich meinen, dass jene 1. Ordnung gemeint sein müssen). Jene 2. Ordnung sind bei meiner Polulation eher kürzer (also subsp. badius), können aber auch noch für subsp. longus durchgehen. Die Spirrenäste 1. Ordnung sind länger als 10cm, teils deutlich länger. Der Schlüssel in der Exkursionsflora schlüsselt die Unterarten nicht regulär auf, sondern führt sie nur in einer Anmerkung an. Beide Unterarten werden demnäch gärtnerisch kultiviert. Darüber, zu welcher Unterart die indigene (?) Population in Vöslau gehört, wird aber keine Angabe gemacht. In der Exkursionsflora spielen nur die Spirrenäste 2. Ordnung eine Rolle.
Wirklich eindeutig sind die meisten Merkmale bei meiner Population nicht, auch wenn subsp. longus besser zu passen scheint. "Blumen in Schwaben" erwähnt ja auch, dass es Übergangsformen geben soll. Ich denke ich werde in meinem geplanten Artikel in der nächsten Neilreichia den Fund als Cyperus longus angeben und auf die Problematik der Unterarten verweisen. Belege habe ich, die kann vielleicht ein Spezialist genauer bestimmen.
Das Vorkommen befindet sich in der Josef-Ruston-Gasse [sic!], benannt nach dem englischen Schiffsbauer Joseph John Ruston, der zeitweise in Floridsdorf tätig war und hier Schiffe konstruierte und baute. Vor rund 200 Jahren lag der heutige Fundort direkt am Ufer der Schwarzen Lacke, einem Arm der damals reicht verzweigten Donau (roter Punkt; rechts im Bild sieht man den Spitz):
Dass dort die Art seit damals überdauert hat, halte ich aber für sehr unwahrscheinlich.
Schöne Grüße
Stefan
danke für die Hinweise! Ich habe mir die Population nun nochmals angesehen und bin mir nicht sicher. Beide Schlüssel, in der Exkursionsflora und in "Blumen in Schwaben", haben gewisse Defizite. Letzterer spricht nur von Doldenästen (besser wäre "Spirrenäste"), lässt aber offen, ob jene 1. oder 2. Ordnung gemeint sind (anhand der Fotos dort würde ich meinen, dass jene 1. Ordnung gemeint sein müssen). Jene 2. Ordnung sind bei meiner Polulation eher kürzer (also subsp. badius), können aber auch noch für subsp. longus durchgehen. Die Spirrenäste 1. Ordnung sind länger als 10cm, teils deutlich länger. Der Schlüssel in der Exkursionsflora schlüsselt die Unterarten nicht regulär auf, sondern führt sie nur in einer Anmerkung an. Beide Unterarten werden demnäch gärtnerisch kultiviert. Darüber, zu welcher Unterart die indigene (?) Population in Vöslau gehört, wird aber keine Angabe gemacht. In der Exkursionsflora spielen nur die Spirrenäste 2. Ordnung eine Rolle.
Wirklich eindeutig sind die meisten Merkmale bei meiner Population nicht, auch wenn subsp. longus besser zu passen scheint. "Blumen in Schwaben" erwähnt ja auch, dass es Übergangsformen geben soll. Ich denke ich werde in meinem geplanten Artikel in der nächsten Neilreichia den Fund als Cyperus longus angeben und auf die Problematik der Unterarten verweisen. Belege habe ich, die kann vielleicht ein Spezialist genauer bestimmen.
Das Vorkommen befindet sich in der Josef-Ruston-Gasse [sic!], benannt nach dem englischen Schiffsbauer Joseph John Ruston, der zeitweise in Floridsdorf tätig war und hier Schiffe konstruierte und baute. Vor rund 200 Jahren lag der heutige Fundort direkt am Ufer der Schwarzen Lacke, einem Arm der damals reicht verzweigten Donau (roter Punkt; rechts im Bild sieht man den Spitz):
Dass dort die Art seit damals überdauert hat, halte ich aber für sehr unwahrscheinlich.
Schöne Grüße
Stefan
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