Veronica sp. (V. serpyllifolia subsp. serpyllifolia)
- Hermann Falkner
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Veronica sp. (V. serpyllifolia subsp. serpyllifolia)
Direkt vor der Haustür in Wien XXII., Essling wächst schon länger eine Veronica-Population, die ich mir jetzt einmal genauer angeschaut habe - Standort ist ein gewöhnlicher "Gänseblümchen-Hundstrümmerl-Trittrasen", der auch +/- regelmässig gemäht, aber nicht sehr gepflegt wird, sonst hätte diese Veronica schliesslich keine Chance.
Es sind mehrere Individuen, die in +/- geschlossener Grasnarbe wachsen, die Wurzel ist mir für eine einjährige Pflanze auch etwas zu "robust" (relativ hart, fast schon verholzend), das heisst, obwohl eigentlich recht zart (Gänseblümchen-Grösse oder etwas grösser) doch sicher eine mehrjährige.
Der Blütenstand ist eine foliose Traube mit nur ganz seicht gekerbten Blättern, die alle sitzend sind - nicht nur die Deckblätter, auch die gegenständigen Laubblätter.
Der Blüten- und Fruchtstiel ist 4-5 mm lang, die Pflanze ist mit krummen Haaren an fast allen Teilen behaart, spärlicher auf den Kelchblättern, die leicht "gepunktet" wirken, vielleicht sind das sehr kurze Drüsenhaare oder sitzende Drüsen, ich kann's auch unter der Lupe nicht erkennen (und kann nicht mikroskopieren).
Die Frucht erscheint mir +/- rund, also weder breiter als lang noch umgekehrt, es sind aber nur unreife Früchte vorhanden, die sich noch entwickeln können; die unreife Frucht ist geringfügig behaart, soweit ich das erkennen kann, womöglich auch Drüsenhaare (kann man am Bild halbwegs erkennen).
Die Bilder stammen von heute und vorgestern, weitere Bilder natürlich möglich, ich muss nur vor die Haustür gehen.
Mit dem EFÖLS-Schlüssel lande ich ergo bei Punkt 20; bis dahin ist alles klar.
Von 20 ausgehend: selbst wenn man da auf "einjährig" ginge, käme man auf V. arvensis, und die kann's ja wohl wirklich nicht sein - sprich weiter bei 25 > 27; man käme da auf Veronica serpyllifolia subsp. serpyllifolia, was eigentlich ganz gut passen würde, die Art wird in Wien (Pannonikum) aber als selten angeführt und ist in der Wienflora in Transdanubien nicht angegeben (nur für die Lobau).
Da es sich somit womöglich um einen Erstfund für Essling (Siedlungsgebiet) handelt, hätte ich doch gerne noch andere Meinungen eingeholt.
Es sind mehrere Individuen, die in +/- geschlossener Grasnarbe wachsen, die Wurzel ist mir für eine einjährige Pflanze auch etwas zu "robust" (relativ hart, fast schon verholzend), das heisst, obwohl eigentlich recht zart (Gänseblümchen-Grösse oder etwas grösser) doch sicher eine mehrjährige.
Der Blütenstand ist eine foliose Traube mit nur ganz seicht gekerbten Blättern, die alle sitzend sind - nicht nur die Deckblätter, auch die gegenständigen Laubblätter.
Der Blüten- und Fruchtstiel ist 4-5 mm lang, die Pflanze ist mit krummen Haaren an fast allen Teilen behaart, spärlicher auf den Kelchblättern, die leicht "gepunktet" wirken, vielleicht sind das sehr kurze Drüsenhaare oder sitzende Drüsen, ich kann's auch unter der Lupe nicht erkennen (und kann nicht mikroskopieren).
Die Frucht erscheint mir +/- rund, also weder breiter als lang noch umgekehrt, es sind aber nur unreife Früchte vorhanden, die sich noch entwickeln können; die unreife Frucht ist geringfügig behaart, soweit ich das erkennen kann, womöglich auch Drüsenhaare (kann man am Bild halbwegs erkennen).
Die Bilder stammen von heute und vorgestern, weitere Bilder natürlich möglich, ich muss nur vor die Haustür gehen.
Mit dem EFÖLS-Schlüssel lande ich ergo bei Punkt 20; bis dahin ist alles klar.
Von 20 ausgehend: selbst wenn man da auf "einjährig" ginge, käme man auf V. arvensis, und die kann's ja wohl wirklich nicht sein - sprich weiter bei 25 > 27; man käme da auf Veronica serpyllifolia subsp. serpyllifolia, was eigentlich ganz gut passen würde, die Art wird in Wien (Pannonikum) aber als selten angeführt und ist in der Wienflora in Transdanubien nicht angegeben (nur für die Lobau).
Da es sich somit womöglich um einen Erstfund für Essling (Siedlungsgebiet) handelt, hätte ich doch gerne noch andere Meinungen eingeholt.
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Zuletzt geändert von Hermann Falkner am Dienstag 16. Mai 2017, 10:57, insgesamt 3-mal geändert.
- Stefan Lefnaer
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Re: Veronica sp.
Lieber Hermann,
ich habe diese Art noch nie gesehen, aber sie sieht auf deinen Fotos so aus wie die Zeichnung im ung. Gefäßpflanzenatlas. Die Art ist, zumindest in den Nachträgen zur Wien-Flora, auch bereits für Transdanubien angegeben:
Häufigkeit des Vorkommens:
zerstreut bis mäßig häufig im Lainzer Tiergarten u. in Neuwaldegg, sonst zerstreut bis selten
Lokalität des Vorkommens:
...
XXII: Lobau [12]
...
Vorkommen:
Feuchte, schlammige, meist kalkarme Waldwege, Fahrspuren, Fettwiesen, feuchte Trittrasen u. Ruderalfluren.
Schöne Grüße,
Stefan
ich habe diese Art noch nie gesehen, aber sie sieht auf deinen Fotos so aus wie die Zeichnung im ung. Gefäßpflanzenatlas. Die Art ist, zumindest in den Nachträgen zur Wien-Flora, auch bereits für Transdanubien angegeben:
Häufigkeit des Vorkommens:
zerstreut bis mäßig häufig im Lainzer Tiergarten u. in Neuwaldegg, sonst zerstreut bis selten
Lokalität des Vorkommens:
...
XXII: Lobau [12]
...
Vorkommen:
Feuchte, schlammige, meist kalkarme Waldwege, Fahrspuren, Fettwiesen, feuchte Trittrasen u. Ruderalfluren.
Schöne Grüße,
Stefan
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Oliver Stöhr
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Re: Veronica sp.
Sollte nach der Beschreibung und den Fotos V. serpyllifolia sein und zwar ssp. serpyllifolia. Diese ist ja in Westösterreich häufig und sehr weit verbreitet und wird in den Hochlagen von ssp. humifusa abgelöst.
Viele Grüße aus Izola / Slowenien
Oliver
Viele Grüße aus Izola / Slowenien
Oliver
- Jürgen Baldinger
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Re: Veronica sp.
Hab' sie letztes Jahr auf dem Gelände des Wilhelminenspitals (Ottakring, Parkrasen, in Nähe des Haupteingangs; dieses Jahr war ich nicht dort) und heuer auf jenem des Otto-Wagner-Spitals (Penzing, Wiesen) gesehen. In beiden Fällen sollte +/- häufig gemäht werden.
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"
- Hermann Falkner
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Re: Veronica sp.
Danke an alle! :-)
Ich werde an Harald Niklfeld melden, dann werd ich ja erfahren, ob die Art für das Siedlungsgebiet Essling wirklich neu ist.
Ich werde an Harald Niklfeld melden, dann werd ich ja erfahren, ob die Art für das Siedlungsgebiet Essling wirklich neu ist.
- Hermann Falkner
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Re: Veronica sp. (V. serpyllifolia subsp. serpyllifolia)
Habe heute die nähere Umgebung in Essling untersucht - wie es scheint, kommt sie in unserer Siedlung nur vor meiner Haustür (genauer gesagt: hinteres Gartentürl) vor; das lässt sich aber natürlich im verbauten Gebiet schwer beurteilen, weil die meisten Gärten nicht zugänglich sind.
Die Fundstelle ist zwar öffentlich zugängig, gehört aber zur Gartenanlage der Wohnbaugenossenschaft.
Die Art kommt also im Esslinger Siedlungsgebiet ganz sicher nicht häufig vor - bzw. ist vermutlich eher selten.
Die Fundstelle ist zwar öffentlich zugängig, gehört aber zur Gartenanlage der Wohnbaugenossenschaft.
Die Art kommt also im Esslinger Siedlungsgebiet ganz sicher nicht häufig vor - bzw. ist vermutlich eher selten.
- Hermann Falkner
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Re: Veronica sp. (V. serpyllifolia subsp. serpyllifolia)
Habe vergessen nachzutragen - Harald Niklfeld hat geantwortet:
Die Art ist für den Quadranten (es ist 7765/3) zwar nicht neu, wie er mitteilt, es liegt für diesen Quadranten jedoch nur eine Angabe aus 1978/79 vor, aber ohne genauen Fundort - der Fund aus 78/79 könnte somit auch aus der Lobau sein, der Quadrant reicht bis in die Lobau. (Für die Lobau ist die Art ja schon in der Wien-Flora genannt, siehe oben.)
Es käme auf der Karte also in jedem Fall ein neuer Stadtraum - Essling/Donaustadt - dazu (= Stadtraum 323 im System der Wien-Flora).
Da der Fund in einer Neubausiedlung liegt (Adresse gebe ich hier nicht öffentlich an, da meine Privatadresse ;-), muss die Art offensichtlich aus der Nachbarschaft eingewandert sein - auf "natürlichen" Verbreitungswegen, die in Siedlungsgebieten natürlich auch Fell von Haustieren oder Dreck in Schuhsohlen von Menschen beinhalten können, versteht sich.
Wie auch immer die Art hierher gekommen ist - älter als ca. 20 Jahre kann das Vorkommen nicht sein, weil diese Siedlung vor rund 20 Jahren entstanden ist; davor waren hier nur Felder und der Fundort liegt in einem Innenhof, der während der Bauphase mit grosser Wahrscheinlichkeit eine riesige Baugrube war, die Tiefgarage liegt nämlich darunter.
Die Art ist für den Quadranten (es ist 7765/3) zwar nicht neu, wie er mitteilt, es liegt für diesen Quadranten jedoch nur eine Angabe aus 1978/79 vor, aber ohne genauen Fundort - der Fund aus 78/79 könnte somit auch aus der Lobau sein, der Quadrant reicht bis in die Lobau. (Für die Lobau ist die Art ja schon in der Wien-Flora genannt, siehe oben.)
Es käme auf der Karte also in jedem Fall ein neuer Stadtraum - Essling/Donaustadt - dazu (= Stadtraum 323 im System der Wien-Flora).
Da der Fund in einer Neubausiedlung liegt (Adresse gebe ich hier nicht öffentlich an, da meine Privatadresse ;-), muss die Art offensichtlich aus der Nachbarschaft eingewandert sein - auf "natürlichen" Verbreitungswegen, die in Siedlungsgebieten natürlich auch Fell von Haustieren oder Dreck in Schuhsohlen von Menschen beinhalten können, versteht sich.
Wie auch immer die Art hierher gekommen ist - älter als ca. 20 Jahre kann das Vorkommen nicht sein, weil diese Siedlung vor rund 20 Jahren entstanden ist; davor waren hier nur Felder und der Fundort liegt in einem Innenhof, der während der Bauphase mit grosser Wahrscheinlichkeit eine riesige Baugrube war, die Tiefgarage liegt nämlich darunter.
- Stefan Lefnaer
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Veronica serpyllifolia subsp. serpyllifolia im Wiener Stadtraum 321
Am Stammersdorfer Zentralfriedhof (Quadrant 7764-2, Stadtraum 321) scheint sich Veronica serpyllifolia subsp. serpyllifolia auf Gräbern wohl zu fühlen. Vermutlich sagt ihr die regelmäßige Bewässerung der Kunstrasen und auch der Halbschatten unter den Bäumen zu. Hier Bilder dazu:


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