Forum-Umfrage: Kooperation mit Medien

Botanisches, das andernorts im Forum nicht recht passt, kann hier veröffentlicht werden, Terminankündigungen ebenso wie Beiträge über Phytopathogene oder anderes mehr.

Kooperation mit Tageszeitungen: Pflanzenportraits

Umfrage endete am Freitag 20. Dezember 2019, 09:31

"Why not?", wie die Kalifornier sagen.
7
78%
Halte wenig bis nichts davon.
2
22%
 
Abstimmungen insgesamt: 9

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Josef
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Re: Forum-Umfrage: Kooperation mit Medien

Beitragvon Josef » Sonntag 24. November 2019, 17:27

Ich teile die von Markus u.A. geäusserten Bedenken, meine aber, wenn sich ein seriöses Medium bereit findet, einen Beitrag anzunehmen, sollte man es versuchen - "Why not!"
Artenporträts machen m. E. nur Sinn, wenn es eine fortlaufende Serie wird; in einem einmaligen Beitrag könnte man nur allgemein über Artensterben und Natur/Klimaschutz schreiben, mit ein paar schönen Bildern als "Eyecasher"(das sollten natürlich gefährdete Pflanzen, aber nicht gerade die unscheinbarsten Arten sein...).

LG Josef

Patrick Hacker
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Re: Forum-Umfrage: Kooperation mit Medien

Beitragvon Patrick Hacker » Sonntag 24. November 2019, 17:39

Die Idee finde ich gut und auch, dass ihr ein Bewusstsein für den Biodiversitätsverlust schaffen wollt. Wie schon geschrieben wurde, ist halt die Frage, welche Medien da überhaupt mitmachen würden. Im Online-Bereich ist es wahrscheinlich einfacher als bei gedruckten Zeitungen. Der Platz ist nicht so limitiert und das Portrait kann etwas ausführlicher sein. Sinnvoll fände ich es auch, sich auf regionale Medien zu konzentrieren (z. B. NÖN, BVZ) und für jedes Bundesland ein paar Arten vorzustellen. Wenn die Art in der Nähe vorkommt, ist das Interesse daran sicher größer. Vielleicht würden auch die Bundesländer-Redaktionen des ORF mitmachen, immerhin macht der ORF ja immer wieder Aktionen wie „Mutter Erde“ oder „9 Plätze – 9 Schätze“. Jedenfalls sollte man dabei meiner Meinung nach nicht zu viele Medien von vornherein ausschließen. Vom „Schlagzeilen-Journalismus“ halte ich auch nichts, aber es geht ja darum, möglichst viele Menschen zu erreichen.

Ansonsten bin ich für den Vorschlag von Markus, einmal ein Beispiel-Portrait zu erstellen, mit dem dann bei den Medien angefragt werden kann.

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Pablito
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Re: Forum-Umfrage: Kooperation mit Medien

Beitragvon Pablito » Sonntag 24. November 2019, 18:24

Ich habe 1994 eine 4-Tages-Grundausbildung zum Wanderführer gemacht und dort Michael Kiehn und Klaus Spadinger als Instruktoren kennengelernt. Das war meine Start in die intensivere Botanik. Irgendwann ein paar Jahre später gab es auf den HVS dieses geniale Programm: "University meets Public" und da gab es einen Vortrag zum Thema: "Flora von Wien" mit Prof. Fischer & Wolfgang Adler - ein weiterer Schritt mich intensiver mit Botanik zu beschäftigen.
Im Jahre 2000 bekam ich die Gelegenheit mit Prof. Niklfeld und Prof. Schratt-Ehrendorfer, als einziger Nichtstudent auf Freilandexkursionen mitzugehen und das durfte ich dann bei fast allen dieser Exkursionen rund 5 Jahre lang machen!
Über die Botanik-Studenten lernte ich dann Prof. Greimler kennen, mit dem ich ebenfalls auf Exkursionen war und auch mit dem Michael Kiehn :-) Sepp Greimler brachte mich 2003 zum "Verein zu Erforschung der Flora von Österreich".
Zwischen 2006-10 habe ich dann im Auftrag vom Dieter Amerding die wildwachsende Orchideenflora am Bisamberg für ein "life Natura 2000 Projekt" kartiert.
Ich erzähle das hier um zu zeigen wo man auch ansetzen könnte.
Weiters bietet die Alpenvereins Akademie für Tourenführer auch jede Menge Kurse an zum Thema Pflanzen an.
Ich selbst bin seit 1992 staatlich geprüfter Wanderführer beim ÖAV und habe bei allen Touren von Frühling bis Herbst meinen TeilnehmerInnen Wissen über die Botanik vermittelt, was mit großem Interesse aufgenommen wurde, wohl auch schon deshalb, weil es kaum Wanderführer gibt die sich mit Pflanzen auskennen!
Ich habe heuer Juni auf der Internet-Plattform der Naturfreunde: "Friendseek" eine Gruppe gegründet mit dem Titel: "Wildwachsende Orchideen in Österreich und andere botanische Besonderheiten kennenlernen" das kam sehr gut an und 2x habe ich Exkursionen veranstaltet und werde das 2020 weiter fortsetzen :-)
LG Reini BR

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Stefan Lefnaer
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Re: Forum-Umfrage: Kooperation mit Medien

Beitragvon Stefan Lefnaer » Sonntag 24. November 2019, 19:05

„9 Plätze – 9 Schätze“ ist für mich das absolute Negativbeispiel, bei dem eine heile Welt vorgegaukelt und ein unreflektierter Selfie-Tourismus induziert wird. Wichtig wäre aus meiner Sicht vielmehr auf die Folgen unseres "grenzenlosen" (Billig-)Wirtschaftens, das die Umweltfolgekosten von den Verursachern auf andere abwälzt, hinzuweisen. Da in erster Linie auf den enormen Bodenverbrauch und Nutzungsdruck v.a. durch die Massentierhaltung, die überhaupt in dem aktuellen Maß nur durch massenhaften Import von Futter aus dem Ausland bewerkstelligbar ist. Viele Menschen sind ja tatsächlich der Meinung, dass es eine heile Natur gäbe (irgendwo in den Bergen, die strahlenden Gipfel und die blauen Seen und so - halt dem in der österreichischen Nachkriegszeit konstruierten Bild entsprechend) und daneben nur naturferne (Land)wirtschaftsflächen (was bei einer Intensivlandwirtschaft ja tatsächlich der Fall ist). Dass der Mensch durch die Nutzung der Natur die Biodiversität erhöht hat und es ohne Äcker, Feldraine, Teiche, Weingärten, Wiesen, Weiden usw. bei uns viel weniger Artenvielfalt gäbe und sogar Arten entstanden sind, die nur in anthopogenen Habitaten und in der Natur gar nicht vorkommen, ist ja weitgehend unbekannt. Auch dass gerade diese anthropogenen Habitate stark gefährdet sind ebenso. Daneben gibt es natürlich auch natürliche Lebenräume wie Moore, die durch Übernutzung in Gefahr sind. Ich finde diese Zusammenhänge sollten an Hand einzelner ausgewählter gefährdeter Arten samt zugehöriger Habitate dargestellt werden. Sicher werden das nicht alle hören wollen, aber das sollte kein Hinderungsgrund sein.

Patrick Hacker
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Re: Forum-Umfrage: Kooperation mit Medien

Beitragvon Patrick Hacker » Sonntag 24. November 2019, 21:01

@Stefan: Du hast schon recht, aber so negativ sehe ich das nicht. Jede Aufmerksamkeit für die Natur ist gut, auch wenn die Natur anthropogen verändert ist (die meisten vorgestellten Plätze sind sowieso Kulturlandschaften). Zumindest entsteht ein Bewusstsein, dass es etwas Schützenswertes gibt. Dass dabei bei den meisten Menschen das Wissen über Natur und Biodiversität fehlt, ist auch klar. Aber eine Sendung oder einen Zeitungsartikel, die darüber aufklären, werden sich viele leider gar nicht erst anschauen bzw. lesen. Genau das ist dann eben doch ein Hinderungsgrund. Wir können uns vieles wünschen, aber die Medien haben die Reichweite und entscheiden letztlich, worüber sie berichten wollen.


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