Gestern am Köhlberg bei Ziersdorf über westseitiger, wenige Quadratmeter großer Felssteppe habe ich diesen Thymian gefunden, bei dem ich um die Einschätzung der Profis bitte:
Der Laubblattspreitenrand nicht stark umgerollt und unterseits auch nicht dicht weißsamtig, zudem der Stängel unter dem Blütenstand nicht scharf vierkantig mit ebensolcher Behaarung, vulgaris und pulegioides würde ich daher ausschließen.Der Habitus teppichartig kriechend, die Laubblattspreiten weniger als 10 mm lang führt zunächst von pannonicus agg. weg.Das wird auch durch das Vorhandensein vegetativer, dem Boden anliegender Seitentriebe gestützt. Würde man bei pannonicus agg. die vorjährigen Blütenstände sehen, an deren Basis die heurigen, sympodial verketteten Triebe ansetzen?Hier schließt der vorjährige Trieb mit einem endständigen, am Ende etwas aufsteigenden Blütenstand ab und hat kein vegetatives Ende. Andere Triebe endeten häufig vegetativ.Auch ist der Blütenstand nicht kopfig. Gegen Thymus kosteleckyanus spricht, dass Blütenstandachse, -stiel und Kelch keine winzigen Drüsenhaare zu haben scheinen.Zu praecox würden die langen, schmalen Kelchzähne passen (länger als an der Basis breit).Hier die Nerven der Laubblattunterseite: Gilt das schon als hervortretend? Das oberste Seitennervenpaar vereinigt sich an der Laubblattspitze in einem Randnerv, würde ich meinen.Die Blätter sind nur basal bewimpert und beiderseits kahl.Th. pannonicus agg. x praecox?
Thymus sp.
- Jürgen Baldinger
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Thymus sp.
"(...) gib ihnen noch zwei südlichere Tage (...)"
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Re: Thymus sp.
Thymus-Kenner Univ.-Prof. Peter A. Schimidt war so freundlich, mir folgende Einschätzung zu geben:
"Es sind zwar wirklich gute Bilder, aber so ganz können sie Herbarbelege doch nicht ersetzen. Mit Ihrer Vermutung Thymus pannonicus bzw. T. kosteleckyanus x T. praecox liegen Sie recht gut. Es sind solche Bastarde aber manchmal nur schwierig von T. odoratissimus (= T. glabrescens) zu unterscheiden. Bei letzterer Sippe wird vermutet, dass sie auf Hybridisierungen, unter anderem dieser Elternarten, zurückgeht. Manchmal erinnern die Pflanzen mehr an T. pannonicus, manchmal mehr an den genannten Bastard.
Die Fotos lassen aber auch eine Sippe von T. praecox mit länglicheren und längeren (als sonst üblichen) Blättern, die sich mit langen Kriechtrieben über Felsen erstreckt (auch an diesen herabhängt), nicht ganz ausschließen. Ich habe diese in den letzten Auflagen von Schmeil/Fitschen (hier auch verschlüsselt) und Rothmaler (hier erwähnt) mit berücksichtigt: subsp. clivorum (in Deutschland meist im Gegensatz zu der auf Kalk vorkommenden subsp. praecox nicht auf Kalk, sondern basenhaltigen Gesteinen wie Diabas, Basalt, auch basenhaltigem Sandstein).
Um sicher zu gehen, wäre ein Herbarbeleg günstig. Welche Thymus-Arten kommen denn im Umfeld noch vor?"
(Diese Frage kann ich nicht beantworten.)
"Es sind zwar wirklich gute Bilder, aber so ganz können sie Herbarbelege doch nicht ersetzen. Mit Ihrer Vermutung Thymus pannonicus bzw. T. kosteleckyanus x T. praecox liegen Sie recht gut. Es sind solche Bastarde aber manchmal nur schwierig von T. odoratissimus (= T. glabrescens) zu unterscheiden. Bei letzterer Sippe wird vermutet, dass sie auf Hybridisierungen, unter anderem dieser Elternarten, zurückgeht. Manchmal erinnern die Pflanzen mehr an T. pannonicus, manchmal mehr an den genannten Bastard.
Die Fotos lassen aber auch eine Sippe von T. praecox mit länglicheren und längeren (als sonst üblichen) Blättern, die sich mit langen Kriechtrieben über Felsen erstreckt (auch an diesen herabhängt), nicht ganz ausschließen. Ich habe diese in den letzten Auflagen von Schmeil/Fitschen (hier auch verschlüsselt) und Rothmaler (hier erwähnt) mit berücksichtigt: subsp. clivorum (in Deutschland meist im Gegensatz zu der auf Kalk vorkommenden subsp. praecox nicht auf Kalk, sondern basenhaltigen Gesteinen wie Diabas, Basalt, auch basenhaltigem Sandstein).
Um sicher zu gehen, wäre ein Herbarbeleg günstig. Welche Thymus-Arten kommen denn im Umfeld noch vor?"
(Diese Frage kann ich nicht beantworten.)
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