cf. Atriplex hortensis, Gartenmelde

= Blütenpflanzen; Bestimmungsfragen
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Jürgen Baldinger
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cf. Atriplex hortensis, Gartenmelde

Beitragvon Jürgen Baldinger » Montag 26. Juni 2017, 21:58

Heute ruderal in Wien-Margareten (Pilgrambrücke) - kann das Atriplex hortensis sein? Nach EfÖLS 2008 nur mehr selten kultiviert (dunkelrotblättrige Sorten als seltene Zier-, sonst auch als Gemüse- und Färbepflanzen) und sehr selten auf Ruderalplätzen verwildert. In B, W, N, O, St, K, NordT, SüdT unbeständig oder höchstens lokal eingebürgert.
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Stefan Lefnaer
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Re: cf. Atriplex hortensis, Gartenmelde

Beitragvon Stefan Lefnaer » Montag 26. Juni 2017, 22:22

Ich kenne die Art nicht aus eigener Anschauung, würde das (z.B. nach der Zeichnung im Rothmaler) aber eher für eine junge, noch mehlig bestäubte A. sagittata halten. Die roten Formen von A. hortensis sollte ja komplett rot sein, nicht nur im Bereich des Blütenstands. Solchen roten Verfärbungen trifft man ja bei vielen Chenopodiaceen gelegentlich an.

Schau halt später nochmals hin, wenn sie blüht/fruchtet.

Schöne Grüße,
Stefan

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Jürgen Baldinger
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Re: cf. Atriplex hortensis, Gartenmelde

Beitragvon Jürgen Baldinger » Dienstag 27. Juni 2017, 07:34

Werde ich machen.
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Re: cf. Atriplex hortensis, Gartenmelde

Beitragvon Stefan Lefnaer » Mittwoch 5. Juli 2017, 21:51

Liebes Forum,

jetzt probiere ich es einmal. Heute fand ich auf einer unbenützen Grabstelle eine Atriplex, die mir nach A. hortensis aussieht. Auffallend ist die purpurrote Färbung und v.a., dass die LB bemehlt und die oberen LB viel schmäler als die unteren und ganzrandig sind. Auf meinem Beleg konnte ich leider keine einzige weibliche Blüte finden, nur männliche. Ich werde später nochmals hinsehen, ob da noch etwas kommt. Was meint das Forum zu den Bildern?

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Schöne Grüße,
Stefan

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Re: cf. Atriplex hortensis, Gartenmelde

Beitragvon Jürgen Baldinger » Montag 10. Juli 2017, 17:00

Ich greife jetzt wieder den ersten Beitrag auf: Ich ziehe nach der heutigen Nachschau in Betracht, dass es sich schlicht um eine rötlich überlaufene Chenopodium sp. handelt, ev. sogar album selbst. Blattform und Färbung erinnern ja an giganteum, aber dazu müsste die Pflanze wohl schon stärker sein. Ich bleibe an der Sache dran.
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Re: cf. Atriplex hortensis, Gartenmelde

Beitragvon Georg Pflugbeil » Samstag 15. Juli 2017, 22:48

Dabei dürfte es sich um die Kulturhybride Chenopodium 'Magentaspreen' handeln, die vermutlich Ch. album x giganteum darstellt. Im Gegensatz zu Ch. giganteum sind die Pflanzen kleiner und weisen eine kräftigere Pinkfärbung auf. Beide Eigenschaften machen sie für eine Kultivierung im Garten attraktiver. In Salzburg findet man diese gelegentlich verwildert in Pflasterfugen, Blumenbeeten oder Schotterflächen.
lg, Georg

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Re: cf. Atriplex hortensis, Gartenmelde

Beitragvon Jürgen Baldinger » Montag 24. Juli 2017, 17:16

Danke, Georg. - Ob ich mir heuer noch die Samen anschauen kann? Die nicht unattraktive Pflanze weckt offenbar Begehrlichkeiten, wie die Schnitte nahelegen.

Zu einem späteren Zeitpunkt Samen mitnehmen und die Pflanze zuhause ziehen, würde eine längere Freude ermöglichen als einen Teil ihres Stängels für ein paar Tage in einer Vase zu wässern, bis er welkt; aber ich gebe zu, ich habe nie verstanden, was der Reiz an Schnittblumen ist.
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Re: cf. Atriplex hortensis, Gartenmelde

Beitragvon Stefan Lefnaer » Montag 24. Juli 2017, 17:25

Was soll ich sagen? Meine purpurne Atriplex cf. (siehe oben) haben sie ganz abgeräumt, obwohl die dort niemanden stören würde. Etwas weiter wächst noch eine kleine Pflanze, vielleicht erlebt die ja die Fruchtreife. Die Kickxia elatine in den Pflasterritzen wurde übrigens auch großteils als gefährliches Unkraut weggetrimmert. Nur an einen Grabstein angeschmiegt und verborgen im Immergrün konnten sich ein paar Individuen lebend retten.

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Re: cf. Atriplex hortensis, Gartenmelde

Beitragvon Jürgen Baldinger » Montag 24. Juli 2017, 18:24

"Leben und leben lassen" vs. unser Bestreben zu formen. Wenn es wenigstens ein stärkeres Bewusstsein dafür gäbe, dass Formen auch selektiv möglich ist, während zu den Rändern hin unser Einfluss gerne geringer werden kann.

Von H. C. Artmann gibt es in der "schwoazzn dintn" übrigens ein schönes Gedicht dazu, "astan en gasliacht" ("Astern im Gaslicht"), das aber noch nicht rechtefrei ist und das sich im Netz auch nicht findet. Vielleicht kennt es jemand. Quintessenz: Die herbstlichen Astern schauen im Licht der Gaslaternen eh viel schöner aus als zuhause in einer Vase. Diese Erkenntnis kommt dem Autor nach einem eher problematischen Versuch, sie zunächst abschneiden und mitnehmen zu wollen.
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Atriplex hortensis am Friedhof Groß-Jedlersdorf

Beitragvon Stefan Lefnaer » Dienstag 29. August 2017, 07:31

Meine Melde am Friedhof Groß-Jedlersdorf hat zwischenzeitlich erfreulicherweise Früchte gebildet und lässt sich nun als Atriplex hortensis ansprechen. Hier zuerst Habitus- und Blütenstandsfotos:

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Die Chenopodiaceen (Amaranthaceen ss APG) sind faszinierende und wunderschöne Pflanzen. Atriplex hortensis (und auch die sehr häufige A. sagittata) besitzen gleich drei verschiedene Blütentypen:

❶ männliche,
❷ weibliche mit zwei Vorblättern, ohne Perigon und aufrechter Frucht (♀') sowie
❸ weibliche ohne Vorblätter, 5 Perigonblättern und waagrechter Frucht (♀").

Dies ist auch ein Merkmal im Schlüssel der Exkursionsflora, aber nicht immer einfach anzuwenden, da die weiblichen Blüten vom Perigontyp sehr klein und tlw. schwer auffindbar sind. Im folgenden ein Detailfoto vom Blüten-/Fruchtstand. Dieser wird von den großen Blüten vom Vorblatttyp dominiert.

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Hier die drei Blütentypen im Detail (die männlichen waren leider schon verblüht):

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Hier noch weibliche Blüten vom Vorblatttyp (rechts vorderes Vorblatt entfernt). Die Frucht ist gestielt und befindet sich daher in der Mitte der Vorblätter.

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